Streit in Erfurt : Datenschutzbeauftragter will Solardachkataster prüfen
Im Streit um das Solardachkataster der Stadt Erfurt hat der neue Thüringer Datenschutzbeauftragte eine erneute Prüfung zugesagt. Lutz Hasse sagte auf Anfrage von MDR THÜRINGEN, das Interesse privater Hauseigentümer am Schutz ihrer Daten müsse noch einmal gegen das öffentliche Interesse an Umweltinformationen abgewogen werden. Hasses Vorgänger, der frühere Datenschutzbeauftragte Harald Stauch, hatte die Veröffentlichung Ende 2010 untersagt.
Das Solardachkataster der Stadt Erfurt ist Teil der Klimaschutzstrategie der Landeshauptstadt und hat mehrere zehntausend Euro gekostet. Das Kataster zeigt Satellitenaufnahmen der Stadt, auf denen die Dachflächen mit den Farben rot, orange oder gelb belegt sind. Aus der Farbe geht hervor, ob und in welchem Maß ein Dach für die Erzeugung von Sonnenstrom oder Sonnenwärme geeignet ist.
Erfurts Klimaschutzkoordinator Christian Prechtl sagte, die Landeshauptstadt wolle mit ihrem Solardachkataster allen Bürgern, die über die Nutzung erneuerbarer Energien nachdenken, ein leicht zugängliches Informationsangebot bieten. Die Auswertung der Daten habe ergeben, dass in allen 50 Erfurter Ortsteilen insgesamt 4,7 Quadratkilometer Dachfläche zur Energiegewinnung genutzt werden könnten.
Die Geschäftsführerin des Branchenverbandes Solarinput e.V., Jana Liebe, sagte, sie habe für den Streit um die Veröffentlichung kein Verständnis. Die Solarstadt Erfurt habe dadurch sehr viel Zeit verloren. Bundesweit gäbe es inzwischen in über 60 Städten ein Solardachkataster. Sie hoffe, dass das Kataster nach einer erneuten Prüfung schnell online gehen kann.

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