Mitte/West-Thüringen

Nach Insolvenz : Land will Solarkompetenz-Zentrum übernehmen

Ein Jahr nach der Schließung will das Land Thüringen das Solarkompetenz-Zentrum in Erfurt übernehmen. LEG-Chef Frank Krätzschmar sagte dem MDR THÜRINGEN, die Landesentwicklungsgesellschaft habe ein Interesse an dem Millionen-Komplex. Die Verhandlungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Die Insolvenzverwalterin wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Thema äußern.

Zu geringe Auslastung

In Thüringen ist eine erste Solar-Großanlage auf Lärmschutzwällen an der Autobahn in Betrieb genommen worden. Die Anlage wurde von einem privaten Betreiber für mehr als fünf Millionen Euro an der A 4 bei Kraftsdorf errichtet. Sie ist zunächst auf drei Megawatt ausgelegt, soll später aber auf bis zu sechs Megawatt erweitert werden.
Erfurt sollte zu einem Bildungsstandort für die Solarbranche werden.

Belastet wird das insolvente Unternehmen durch Millionen-Forderungen des Wirtschaftsministeriums von Thüringen. Dessen Sprecherin, Larissa Schulz-Trieglaff, sagte dem MDR, es gehe um die gesamte Fördersumme von rund acht Millionen Euro. Deren Rückforderung sei nötig, da sie zweckgebunden vergeben worden sei. Selbst wenn das Zentrum künftig ganz ähnlich genutzt würde wie geplant, müssten neue Förderanträge gestellt werden.

Der Betreiber, das Bildungswerk für berufsbezogene Aus- und Weiterbildung Thüringen, hatte Ende Juni 2011 Insolvenz angemeldet. Ein Grund war die viel zu geringe Auslastung des Kompetenzzentrums für Hochtechnologie und Solarwirtschaft in Erfurt. Insgesamt hat der Bau mit Reinräumen und Laboren rund zehn Millionen Euro gekostet. Jährlich sollten bis zu 2.500 Menschen dort ausgebildet werden.

Ende 2010 hatten es Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU), Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) und Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) feierlich in der Landeshauptstadt eingeweiht.

Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2012, 19:00 Uhr

2. HansMeiser:
Um ein Kompetenz-Zentrum zu übernehmen, bräuchte man in der Landesregierung Kompetenz.
17.07.2012
08:45 Uhr
1. Wie bitte?:
Da ist er wieder, der superkompetente LEG-Geschäftsführer Krätzschmar. Die Übernahme erkennbar verlustträchtiger Geschäfte oder Objekte ist einer Landesgesellschaft nicht erlaubt. Hat dieser Mann immer noch nicht begriffen, dass er über das Geld anderer Leute, nämlich Steuergelder, spricht? Es wird Zeit, dass diese anachronistische LEG auf wieder GRÜNDLICH auf den Prüfstand des Landesrechnungshofs gestellt wird.
16.07.2012
21:23 Uhr

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