380-Kilovolt-Leitung : Baurecht für Teilabschnitt der Starkstromtrasse
Die umstrittene Starkstromtrasse durch Thüringen darf weitergebaut werden. Wie das Landesverwaltungsamt mitteilte, besteht für den Teilabschnitt vom Umspannwerk Erfurt-Vieselbach bis Altenfeld im Ilmkreis jetzt Baurecht. Der Behörde zufolge liegt der Planfeststellungsbeschluss für die oberirdische 380-Kilovolt-Leitung vor.
Bürgerinitiativen und betroffene Kommunen wehren sich seit Jahren gegen den Bau. Im Planfeststellungsverfahren hatte es 1.150 Stellungnahmen und Einwände gegeben. Die Gegner der Starkstromtrasse wollen auch weiter Widerstand leisten. Die Linke-Landtagsabgeordnete und Bürgermeisterin von Großbreitenbach, Petra Enders, sagte dem MDR THÜRINGEN, man werde auf jeden Fall klagen. Enders will mit einem Eilantrag vor Gericht den Baubeginn verhindern. "Dass diese Leitung für die Energiewende sinnlos ist, wird mit jedem Tag deutlicher", sagte sie. Nach ihren Angaben wollen sich die Kommunen Großbreitenbach, Gehren, Wolfsberg und Ilmtal zur Wehr setzen.
Die Landesregierung hatte in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass es im Zuge der Energiewende keine Alternative zum Ausbau des Stromnetzes gebe. Das gelte auch für die Starkstromtrasse. Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig sagte am Freitag, er halte dieses Projekt für notwendig. "Wir brauchen diese Trasse, wenn wir bei der Energiewende vorankommen wollen", sagte er.
Der Abschnitt ist Teil der geplanten 380-kV-Leitung, die von Sachsen-Anhalt durch Thüringen nach Bayern führen soll. Laut Landesverwaltungsamt gibt es im Abschnitt durch den Thüringer Wald allerdings umfangreiche Änderungen gegenüber den ursprünglichen Planungen. So soll die Starkstromleitung abschnittsweise von der östlichen auf die westliche Seite der Autobahn 71 verlegt werden. Auch zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen wurden festgelegt. Bereits fertig gebaut ist die Starkstromtrasse zwischen der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt und Erfurt-Vieselbach.
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