Mitte/West-Thüringen

Stromtrasse : Linke Landrätin will Baustopp erzwingen

Im Streit um den Bau einer Hochspannungsleitung durch den Thüringer Wald will die Landrätin des Ilm-Kreises, Petra Enders, einen Baustopp erzwingen.

Enders: Netzbetreiber hat Auflagen nicht erfüllt

Die Linken-Politikerin bestätigte MDR THÜRINGEN einen Zeitungsbericht, wonach sie einen entsprechenden Antrag an das Landesverwaltungsamt gestellt hat. Enders erklärte, der Netzbetreiber 50 Hertz habe Auflagen der Behörde nicht erfüllt. So seien Maßnahmen zum Artenschutz nicht rechtzeitig begonnen und die zuständige Wasserbehörde nicht früh genug informiert worden. Die im Frühjahr zur Landrätin gewählte Großbreitenbacher Bürgermeisterin steht seit Jahren an der Spitze der Trassengegner.

Bauarbeiten an Stromtrasse fortgesetzt

Anfang der Woche hatte der Netzbetreiber nach einer längeren Pause und gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem Weiterbau der umstrittenen Trasse begonnen.Das Bundesverwaltungsgericht hatte Ende Mai den Eilantrag einer Gemeinde und eines Grundstückeigentümers auf vorläufigen Baustopp zurückgewiesen. Gebaut werden soll jetzt der Abschnitt zwischen Vieselbach bei Erfurt und Altenfeld im Ilm-Kreis. Er ist Teil einer 210 Kilometer langen 380-Kilovolt-Leitung, die auch den Thüringer Wald queren soll. Befürworter sagen, die Trasse sei notwendig, weil sie Strom aus Windkraftanlagen im Norden in den Süden transportieren soll. Gegner fürchten Schäden für Umwelt und Tourismus und setzen auf den Ausbau bestehender Leitungen.

Zuletzt aktualisiert: 08. September 2012, 14:33 Uhr

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