Lebensmittelbranche Coca Cola schließt Werk in Weimar

Der US-Getränkehersteller Coca Cola schließt sein Werk in Weimar. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, soll der Standort zum 1. März 2018 aufgegeben werden. Betroffen sind 178 Beschäfigte. Coca Cola begründete seine Entscheidung mit Überkapazitäten, die durch den zurückgehenden Verkauf von PET-Mehrwegflaschen entstanden seien. Nur mit der Abfüllung von Glasflaschen sei der Standort nicht wirtschaftlich zu betreiben.

Eine Maschine hebt Fanta-Flaschen in Kästen
Abfüllanlage im Coca Cola-Werk in Weimar Bildrechte: MDR/Franziska Heymann

Die geplante Schließung umfasse die Einstellung der Produktion sowie der Verwaltungstätigkeiten, hieß es weiter. Logistikaufgaben sollen zum 1. März "weitgehend an einen externen Partner vergeben werden. Die Außendienst-Mitarbeiter in den Bereichen Verkauf und "Cold Drink Services" - zuständig für technische Verkaufsgeräte wie Kühler, Automaten und Zapfanlagen - seien davon nicht betroffen. Die regionalen Aktivitäten im Bereich Marketing sollen künftig von der Deutschland-Zentrale in Berlin verantwortet werden.

Die Geschäftsführerin von Coca Cola in Deutschland, Brigitte Faust, nannte die Entscheidung "schmerzhaft, aber notwendig". Das Unternehmen wolle sein Geschäft weiter vereinfachen und effizienter ausrichten. Gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern sei ein "klarer und fairer Prozess definiert" worden, um die geplanten Veränderungen transparent und sozial verantwortungsvoll umzusetzen. Ziel sei es, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Deshalb würden einvernehmliche Lösungen und alternative Stellen an anderen Standorten für betroffene Mitarbeiter gesucht.

Neben dem Standort Weimar sind auch 66 Beschäftigte in den Bereichen Personal, Finanzen sowie Sales & Marketing bei Coca Cola Deutschland betroffen.

Vor einem großen Gebäude steht ein rot lackierter Lastzug mit der Aufschrift Coca Cola.
Das Werk in Weimar Bildrechte: MDR/Siegfried Haarbeck

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee zeigte sich von den Coca-Cola-Plänen überrascht. Er wolle das Aus für den Standort in Weimar abwenden. Das Unternehmen habe die Entscheidung im stillen Kämmerlein hinter dem Rücken der Beschäftigten und ohne Information der Landesregierung getroffen, sagte er. Noch im Dezember 2016 sei ihm gegenüber bei einem Betriebsbesuch von einer sicheren Perspektive gesprochen worden. Die Werksschließung sei ein herber Schlag für die Beschäftigten und ihre Familien. Tiefensee ist zurzeit mit einer Wirtschaftsdelegation in Japan. Der Minister will seinen Besuch nach eigenen Angaben sofort abbrechen, um mit der Betriebsleitung und den Beschäftigten von Coca Cola Weimar zu sprechen.

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) nannte die beabsichtigte Schließung des Weimarer Standortes eine "böse Überraschung für die Betroffenen und die ganze Region". Die neuerlichen Umstrukturierungen seien eine Folge der vor Jahren getroffenen Management-Entscheidung, "einseitig auf Einweg- statt auf umweltschonende Mehrwegverpackungen zu setzen".

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 04. Oktober 2017, 20:42 Uhr

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20 Kommentare

06.10.2017 10:32 Zukünftiger Arbeitsloser 20

Es ist doch egal ob das Produkt ein Ost oder Westprodiukt ist. Es waren bis jetzt Arbeitsplätze da für die Bürger Weimars. Die Oben haben das Chaos doch seit 2015 selber heraufbeschworen mit Ihrer Einweg-Strategie und der Kleine muss drunter leiden wie immer. Alles ist schon Traurig genug . Warum nicht wenigstens die Lagerlogistik als Zwischenlager bleiben darf ist mir ein Rätsel. So werden die Produkte auf den Strassen weit hin und her gefahren statt im Verkaufsgebiet zu Verteilen, ist das billiger? Die Umwelt wird es danken.

05.10.2017 23:06 ehem. aus Fürstenfeldbruck 19

Das ist das Programm was 2014 begonnen wurde von Coca Cola. Ich selbst bin 2014 nach 25 Jahren mit guten Angebot gegenangen in Fürstenfeldbruck und später wurde mein Vertrag nochmal geändert.
Ich wurde verarscht !!!!
Altersteilzeit wurde umgewandelt in befristetenTeilzeitvertrag.
Liebe ehem. Kollegen , verlasst Euch nicht auf die Gewerkschaft, nehmt Euch einen guten Arbeitsrechtsanwalt, scheiß auf 3000€ und kämpft für eure Abfindungen.
Coca Cola wird soviele Arbeitsrechtsprozesse lieber gut bezahlen , bevor sie sich auf 1000 Prozesse und Arbeitsgerichtsverhandlungen einlassen.
Ich bin seit 2014 zuhause und in Teilzeit beschäfftigt...mit 00,00 Arbeit für 90% Lohn.
Anhand der Jahre könnt Ihr Euch ausrechnen was mir gezahlt werden muss.
Mein Vertrag läuft bis 2021, also 7 jahre mal den Jahreslohn von Coca Cola.
Lasst Euch nicht mit 150.000 € abspeisen nach 25 Jahren bei Coca Cola Weimar.
Ihr seit nicht der letze Standort der geschlossen wird, das Sparprogramm geht bis 2020.

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