Vor einem großen Gebäude steht ein rot lackierter Lastzug mit der Aufschrift Coca Cola.
Coca-Cola-Werk in Weimar Bildrechte: MDR/Siegfried Haarbeck

Weimar Tiefensee: Aus für Coca-Cola noch nicht endgültig

Der Coca-Cola-Konzern will sein Werk in Weimar schließen. Knapp 180 Mitarbeiter wären betroffen. Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat noch Hoffnung, die Schließung abwenden zu können.

Vor einem großen Gebäude steht ein rot lackierter Lastzug mit der Aufschrift Coca Cola.
Coca-Cola-Werk in Weimar Bildrechte: MDR/Siegfried Haarbeck

Für Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) ist die Schließung des Coca-Cola-Werkes in Weimar noch nicht beschlossene Sache. Tiefensee sagte am Donnerstagabend nach einem Gespräch mit der Geschäftsführung des Konzerns, Coca-Cola werde den Arbeitnehmern und der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) Einblick in die Geschäftsbücher geben. Das öffne die Tür einen kleinen Spalt für neue Lösungen. Eine solche könnte der Erhalt des Werkes sein.

Coca-Cola will mit Arbeitnehmern und Gewerkschaft reden

Am Mittwoch hatte der Coca-Cola-Konzern angekündigt, sein Werk in Weimar zum 1. März 2018 aufgeben zu wollen. Von dem Aus von Produktion und Verwaltung in Weimar betroffen wären laut Konzern 178 von 223 Arbeitsplätzen. Für die Angestellten sollten "einvernehmliche Lösungen und alternative Stellen an anderen Standorten" gesucht werden, hieß es. Laut Coca-Cola ist das Werk in Weimar unrentabel. Schuld seien Überkapazitäten, die durch den zurückgehenden Verkauf von 1,5 Liter-PET-Mehrwegflaschen entstanden seien. Brigitte Faust, Geschäftsführerin von Coca-Cola Deutschland, sagte, das Ziel ihres Unternehmens sei, das Werk in Weimar zu schließen. Allerdings warte Coca-Cola jetzt ab, welche Vorschläge die Arbeitnehmer und die Gewerkschaft NGG auf den Tisch legen würden.

Tiefensee sagte am Donnerstag, "selbst wenn die Chancen gering sind, sollte nichts unversucht bleiben, um eine Werksschließung zum 1. März 2018 noch abzuwenden". Thüringens Wirtschaftsminister war nach der überraschenden Entscheidung des Unternehmens zwei Tage eher als geplant von einer Reise mit einer Thüringer Wirtschaftsdelegation aus Japan zurückgekehrt. Ihm gehe es nun darum, den Beschäftigten und ihren Familien den Rücken zu stärken, sagte er.

Grüne: Coca-Cola mit "umweltschädlicher Unternehmenspolitik"

Nicht nur aus dem Wirtschaftsministerium wurde der Erhalt des Werkes gefordert. Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf sagte, es gehe auch um viele nachgelagerte Jobs. Die Stadt habe ein großes Interesse, hier eine Lösung zu finden. Die Thüringer Grünen warfen Coca-Cola eine "umweltschädliche Unternehmenspolitik" vor. Landessprecher Rainer Wernicke sagte, mit der Verlagerung von umweltfreundlichen Mehrwegverpackungen hin zu Einwegverpackungen mit Dumpingpreisen habe Coca-Cola systematisch das Aus für den Abfüllbetrieb in Weimar herbeigeführt. Die Beschäftigten bezahlten mit dem Verlust ihrer Arbeitsplätze und die Umwelt werde mit Plastik zugemüllt.

Auch die Thüringer Linken kritisieren das Aus für den Weimarer Standort. Der Fraktionssprecher für Wirtschaftspolitik, Dieter Hausold, sagte, die Werksschließung sei nicht hinnehmbar. Die Hängepartie für die Beschäftigten müsse schnellstmöglich beendet und eine dauerhafte Perspektive für den Standort gefunden werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 06. Oktober 2017 | 06:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2017, 14:04 Uhr

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25 Kommentare

08.10.2017 08:24 Realist 25

Sorry aber typische Forenverlauf!
Was intersiert die betroffenen Mitarbeiter das auf der Domplatte Vita Cola zur blöden Rostwurscht schmeckt?! (*Sinnlose Volkstümelei)
Grundtenor kann in den Kommentaren eh nicht erkannt werden! Zum Teil Kneipen Extremismus gemischt mit Zone Patos und genereller Altklugheit...gebt der Thürininger Jugend eine Zukunft und hört auf mit den Sinnlosen scheiß.

07.10.2017 23:48 Hannes 24

Den einzigen Trost den die CC Mitarbeiter haben sind die sozialen Abfindungen, die sich im Vergleich zu anderen Firmen dank der NGG sehen lassen können.
Und wer über 59 ist, hat vielleicht das Glück nie mehr bis zur Rente arbeiten zu müssen.
Auch ich war bei CC betroffen, allerdings in Berlin-HSH. Ich weiß wie man sich jetzt in Weimar fühlt.
LEY 2016 weg, LEW 2018 weg :(
Es gibt aber immer Licht am Ende des Tunnels. Nutzt die langen Kündigungsfristen, ihr habt noch etwas Zeit. Kümmert euch, qualifiziert euch.

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