MDR THÜRINGEN MDR THÜRINGEN - Nachrichten um 17:00 Uhr


AfD-Spitze distanziert sich von Höcke

Die Rede des thüringischen AfD-Vorsitzenden Björn Höcke zum Holocaust-Gedenken stößt auch innerhalb der Partei auf Kritik. Die AfD-Bundessprecherin Frauke Petry sagte, Höcke sei mit seinen Alleingängen und ständigen Querschüssen zu einer Belastung für die Partei geworden. Der Zentralrat der Juden hat die Äußerungen von Höcke als zutiefst empörend bezeichnet. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow warf Höcke vor, Nazi-Sprache zu benutzen. Nach Ansicht von SPD-Landeschef Andreas Bausewein hat sich Höcke mit seinen Äußerungen als Geschichtslehrer disqualifiziert. Höcke selbst erklärte, seine Aussagen seien bewusst verleumderisch interpretiert worden. Auf einer Veranstaltung in Dresden hatte der AfD-Politiker gestern gesagt, die Deutschen seien das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande ins Herz seiner Hauptstadt gepflanzt habe. Wörtlich sprach er zudem von einer "dämlichen Bewältigungspolitik".


Experte: Zschäpe voll schuldfähig

Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, ist nach Einschätzung des psychiatrischen Gutachters voll schuldfähig. Vor dem Oberlandesgericht München erklärte der Sachverständige, er gehe davon aus, dass die Angeklagte auch weiterhin gefährlich sei. Damit wären im Falle einer Verurteilung die Voraussetzungen gegeben, um nach einer Haftstrafe Sicherungsverwahrung anzuordnen. Der Psychiater hatte gestern mit der Vorstellung seines Gutachtens begonnen und dabei erklärt, die Angeklagte neige dazu, Verantwortung abzuschieben. Zschäpe ist als Mitglied des NSU wegen Mittäterschaft an zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen angeklagt. Das Motiv war nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft Ausländerhass.


Zehn Jahre nach Kyrill noch nicht alle Waldschäden behoben

Zehn Jahre nach Kyrill sind einige Folgen des Orkans in Thüringens Wäldern immer noch sichtbar. Nach Angaben von ThüringenForst mussten nach dem Sturm Millionen junger Bäume angepflanzt werden. Etwa ein Fünftel der kahlen Flächen wurden der Natur überlassen. Dort wuchsen junge Bäume von selbst nach. Am 18. Januar 2007 fegte der Orkan Kyrill über Deutschland hinweg. Bei den Aufräumarbeiten nach dem Sturm kamen sieben Waldarbeiter ums Leben.


Gotha: Bewegung im Busstreit

Die Kreispolitik drängt im Gothaer Busstreit auf eine schnelle Einigung. Man strebe einen außergerichtlichen Vergleich an, so CDU-Kreistagsmitglied Jörg Kellner. Angesichts schwer überschaubarer Risiken sowohl auf Seiten der kreiseigenen Nahverkehrsgesellschaft RVG wie auch des Unternehmens Steinbrück sollte eine Einigung möglich sein. Die SPD-Kreistagsfraktion hält sich mit einer Bewertung des Falles noch zurück. Fraktionschef Stefan Schambach schloss jedoch einen Sonderkreistag nicht aus, um gegebenenfalls den Landrat an den Verhandlungstisch zurückzubringen. Seit Jahresbeginn fahren im Landkreis Gotha auf mehreren Linien die Busse im öffentlichen Personennahverkehr doppelt. Hintergrund ist die außerordentliche Kündigung ihres bisherigen Gesellschafters und Subunternehmers Steinbrück durch die Regionalverkehrsgemeinschaft RVG.


Betriebsgröße in der Landwirtschaft nimmt ab

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Thüringen wächst, doch die Unternehmen werden kleiner. Laut Landesamt für Statistik ging die durchschnittliche Betriebsgröße innerhalb von drei Jahren von 228 auf 216 Hektar zurück. Gleichzeitig stieg die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 3.600 auf 3.800. Die Anbaufläche liegt seit 2013 konstant bei etwa 780.000 Hektar. Auf fünf Prozent der Flächen findet ökologischer Landbau statt.


Zehntes Urteil wegen Fahrens ohne Erlaubnis

Ein Mann aus dem Unstrut-Hainich-Kreis ist zum zehnten Mal wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden. Für eine unerlaubte Mopedtour im Vorjahr verhängte das Amtsgericht Mühlhausen 1.620 Euro Strafe. Die erneute Schwarzfahrt des 49-Jährigen war bemerkt worden, weil er einen Unfall im Mühlhäuser Gewerbegebiet verursacht hatte. Der Mann hatte vor mehr als zehn Jahren die Fahrerlaubnis wegen Drogendelikten verloren und war später mehrmals mit einem tschechischen Führerschein erwischt worden.


Winter macht Thüringer Wildtieren zu schaffen

Der strenge Winter mit reichlich Schnee macht den Wildtieren im Thüringer Wald zunehmend zu schaffen. Wie der Sprecher von Thüringenforst, Horst Sproßmann, MDR THÜRINGEN sagte, wird in einigen Forstämtern der Mittelgebirgs-Kammlagen seit vergangenem Wochenende das Rotwild mit Heu sowie Rüben und Kastanien gefüttert. Dennoch werde es einige Opfer geben. Rehe und Hirsche haben sich laut Sproßmann an den Winter angepasst. Sie haben den Stoffwechsel heruntergefahren und verharren oft bewegungslos auf der Stelle. Gefährlich könnten den Tieren Skiläufer abseits der Loipen oder Waldbesucher mit frei laufenden Hunden werden. Müssten die Tiere fliehen, drohe ihnen im schlimmsten Falle der Erschöpfungstod.


Zukunft von Mifa unsicher

Die Zukunft des traditionsreichen Fahrradherstellers Mifa in Sangerhausen ist unsicherer denn je. Der Versuch, die Firma in Eigenverwaltung zu sanieren, sei gescheitert, teilte Geschäftsführer Joachim Voigt-Salus mit. Stattdessen müsse nun ein reguläres Insolvenzverfahren eingeleitet werden. Zur Begründung hieß es, zugesagte Kredite von Gesellschaftern seien ausgeblieben. Deswegen könnten wichtige Teile nicht bestellt und Lieferzusagen nicht eingehalten werden. Voigt-Salus sagte, er wolle Mifa erhalten - die Belegschaft müsse wahrscheinlich verkleinert werden. Aktuell arbeiten bei Mifa etwa 500 Mitarbeiter.

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2017, 17:05 Uhr