MDR THÜRINGEN MDR THÜRINGEN - Nachrichten um 22:30 Uhr


Carius kritisiert "Kunstaktion" gegen Höcke

Thüringens Landtagspräsident Christian Carius hat die umstrittene Kunstaktion neben dem Privathaus von AfD-Landeschef Björn Höcke kritisiert. Carius erklärte, die Gesamtaktion des so genannten Zentrums für Politische Schönheit habe nichts mit Kunst zu tun. Das Abhören und Ausspionieren von Abgeordneten und ihren Familien gleiche den Zersetzungsmethoden der Staatssicherheit. Die Aktion ist laut Carius ein Angriff auf die Freiheit des Mandats und die Unversehrtheit von Familie. Die Berliner Aktionskünstler hatten neben dem Privathaus von Höcke im Eichsfeld ein "Holocaust-Mahnmal" errichtet. Es besteht aus 24 Betonblöcken und befindet sich auf dem Nachbargrundstück Höckes. Die Aktivisten forderten Höcke auf, sich mit einem Kniefall vor den Stelen für seine umstrittene Dresdner Rede zu entschuldigen. Anderenfalls veröffentliche man Informationen aus seinem Privatleben.


Buß-und-Bettags-Tourismus in Ostthüringen

Der heutige Buß- und Bettag hat in Ostthüringen viele Besucher aus dem benachbarten Sachsen angelockt. Dort ist der Buß- und Bettag ein gesetzlicher Feiertag. In Gera waren tagsüber viele Parkhäuser restlos belegt. Die Stadt spricht von 25.000 Besuchern aus Sachsen, die jedes Jahr am Buß- und Bettag nach Gera kommen. Einen ähnlichen Andrang melden auch Altenburg, Greiz und Schmölln. Der Buß- und Bettag wurde 1995 als gesetzlicher Feiertag in Deutschland abgeschafft, um die Pflegeversicherung zu finanzieren. Lediglich Sachsen hat ihn wieder eingeführt.


Viele Hilfsanträge von Alleinerziehenden

Seit Inkrafttreten des neuen Unterhaltsvorschussgesetzes sind bei den Landkreisen über 15.000 neue Hilfsanträge von einkommensschwachen Alleinerziehenden eingegangen. Das geht aus Zahlen des Thüringischen Landkreistages hervor. Demnach hat den stärksten Zuwachs der Kreis Gotha verzeichnet - um 149 Prozent seit 1.Juli. An zweiter Stelle steht die kreisfreie Stadt Eisenach, gefolgt von Jena. Das neue Unterhaltsvorschussgesetz sieht vor, dass alleinerziehende Eltern auch für "große" Kinder bis zum 18. Lebensjahr finanzielle Hilfe der Kommune erhalten, wenn der unterhaltspflichtige Partner nicht zahlt. Bisher lag die Altersgrenze bei zwölf Jahren.


Tiefensee appelliert an Siemens-Vorstand

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat den Elektronikkonzern Siemens aufgefordert, den Standort Erfurt zu erhalten. In einem gemeinsamen Brief mit den Wirtschaftsministern von Sachsen und Berlin verlangt Tiefensee vom Vorstand, den von Schließung und Stellenabbau betroffenen Standorten eine Perspektive zu bieten. Der Wirtschaftsminister sagte MDR THÜRINGEN, er sei entsetzt darüber, dass ein Konzern trotz Milliardengewinnen nicht in der Lage zu sein scheine, für seine ostdeutschen Standorte eine Lösung zu präsentieren. Er verstehe nicht, dass der Konzern offenbar plane, die Produktion profitabler Großgeneratoren aus dem Erfurter Werk in die USA zu verlagern.


Erneut weniger Gewerbeanmeldungen in Thüringen

In Thüringen sind im vergangenen Jahr erneut weniger Gewerbe angemeldet worden. Laut dem neuen Gründer- und Unternehmerreport Thüringen wurden rund 12.000 neue Gewerbe angezeigt, zumeist als Einzelunternehmen. Das sind rund drei Prozent weniger als im Vorjahr. IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser sieht die Gründe dafür darin, dass insgesamt immer weniger Thüringer erwerbstätig sind und dass die Konjunktur gut läuft. Unternehmen würden nicht mehr aus der Arbeitslosigkeit heraus aus Not gegründet, sondern, um eine Idee zu verwirklichen.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. September 2017 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. November 2017, 22:40 Uhr