Thüringen

NSU-Prozess: Keine neuen Anwälte für Zschäpe

Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, muss ihre drei bisherigen Anwälte behalten. Das Münchner Oberlandesgericht hat ihren Wunsch nach neuen Verteidigern abgelehnt. Zschäpe hatte ihren Pflichtverteidigern in der Vorwoche überraschend das Vertrauen entzogen und musste diesen Schritt dann schriftlich begründen. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt. Im Laufe des heutigen Verhandlungstages sollen vor dem Oberlandesgericht München zwei junge Frauen befragt werden. Sie hatten das mutmaßliche Terror-Trio beim Camping-Urlaub kennengelernt.

Flüchtlinge: Land will mehr Gemeinschaftsunterkünfte

Das Land Thüringen will Flüchtlinge wieder verstärkt in Gemeinschaftsunterkünften statt in leerstehenden Wohnungen unterbringen. In dem Entwurf einer Verordnung, der MDR THÜRINGEN vorliegt, plant das Innenministerium, jeden neu geschaffenen Platz in einer Gemeinschaftsunterkunft mit 7.500 Euro fördern. Diese sogenannte Investitionspauschale soll die Kommunen unterstützen, kurzfristig neue Unterkünfte für Flüchtlinge zu schaffen. Laut MInisterium fehlen derzeit etwa 600 Plätze. Die kommunalen Spitzenverbände begrüßten die finanzielle Unterstützung. Gleichzeitig kritisieren sie, dass die Förderung auf Gemeinschaftsunterkünfte beschränkt sein soll. Die Pauschale müsse für jeden neuen Platz fließen, forderte etwa der Gemeinde- und Städtebund.

Studie: Weniger ausländische Investoren - mehr Jobs

Ausländische Investoren haben ihr Interesse an Thüringen etwas verloren. Wie die Wirtschaftsberatung Ernst & Young mitteilte, entschieden sich internationale Firmen im vergangenen Jahr nur noch 13 Mal für Projekte im Freistaat - ein Jahr zuvor waren es noch 22 Investitionen. Gleichzeitig stieg die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze - von 611 auf 705. Bundesweit der beliebteste Standort ist Baden-Württemberg. Ausländische Geldgeber nahmen im Südwesten insgesamt 222 Projekte in Angriff, deutlich mehr als in jedem anderen Bundesland.

Erneuter Unfall im Erfurter Nordbad

Im Erfurter Nordbad ist erneut ein Kind bei einem Badeunfall verletzt worden. Das achtjährige Mädchen war heute Vormittag leblos aus dem Nichtschwimmerbecken gezogen und durch Rettungsschwimmer wiederbelebt worden. Laut Polizei war das Kind mit dem Kopf gegen die Rutsche geprallt und danach untergegangen. Es war im Rahmen der Ferienspiele in dem Bad. Anfang Juli war im Nordbad ein Geschwisterpaar verunglückt; der Junge fiel ins Koma und starb einige Tage später. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Ursache für Explosion in Pößneck weiter unklar

Die Ursache für die schwere Explosion in einem Pößnecker Recyclingbetrieb ist noch immer unklar. Einiges deute auf einen technischen Fehler an der Maschine hin, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen dazu seien aber noch nicht abgeschlossen. Bei der Explosion waren zwei Mitarbeiter schwer verletzt worden. Die Druckwelle hatte auch Teile der Betriebshalle zerstört. Der Schaden wird auf eine Million Euro geschätzt.

Nach Messerattacke: Täter wird weiter gesucht

Nach einer Messerattacke auf eine Frau in Jena ist der mutmaßliche Täter weiter auf der Flucht. Nach dem 31-jährigen Ex-Freund des Opfers werde bundesweit gesucht, sagte eine Polizeisprecherin. Der Mann gilt als drogensüchtig und unberechenbar. Er hatte die 38-Jährige am Sonntagabend auf einem Klinikgelände mit einem Messer lebensgefährlich verletzt. Die Frau musste notoperiert werden, ist aber mittlerweile außer Lebensgefahr.

Public Viewing zur Dunkelgräfin ausgebucht

Das Public Viewing in Hildburghausen zur MDR-Dokumentation über die Dunkelgräfin am kommenden Montagabend ist ausverkauft. Nach Angaben von Bürgermeister Holger Obst waren die 300 Karten für den Saal des Stadttheaters innerhalb eines Tages weg. Deshalb werde zusätzlich im Foyer für 150 Besucher eine Videowand aufgebaut. Am kommenden Montag lüftet MDR THÜRINGEN das Geheimnis, ob es sich bei den Gebeinen im Grab der Dunkelgräfin tatsächlich um die sterblichen Überreste der Tochter von Marie Antoinette handelt. Die Dokumentation wird um 22:05 Uhr im MDR FERNSEHEN ausgestrahlt.

Erklärung gegen Antisemitismus auf Demos

Die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Italien haben antisemitische Demonstrationen und Übergriffe verurteilt. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, Anfeindungen gegen Juden hätten in den europäischen Gesellschaften keinen Platz. Man werde mit allen Mitteln des Rechtsstaates dagegen vorgehen. In den drei Ländern hatte es in den vergangenen Tagen Demonstrationen gegeben, bei denen judenfeindliche Parolen skandiert wurden. -- Die Polizei in Thüringen sieht derzeit keine Notwendigkeit, jüdische Einrichtungen stärker zu schützen. Es gelte bereits ein Sicherheitskonzept, das regelmäßige Streifen vorsehe. Diese könnten notfalls verstärkt werden, hieß es.

Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2014, 17:05 Uhr

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