MDR THÜRINGEN MDR THÜRINGEN - Nachrichten um 22:30 Uhr


Wolfram-Leuchter nicht jüdischen Ursprungs

Der Wolfram-Leuchter im Erfurter Dom ist nicht jüdischen Ursprungs. Das ist das Ergebnis eines Kolloquiums der Universität Erfurt. Der Religionswissenschaftler Jörg Rüpke sagte MDR THÜRINGEN, dass die christliche Inschrift auf dem Gürtel von Anfang an zur Figur gehörte. Dies schließe eine jüdische Herkunft aus. Eine Materialuntersuchung der Fachhochschule Erfurt habe ergeben, dass Inschrift und Bronzestatue im 12. Jahrhundert entstanden seien. Einig waren sich die Wissenschaftler, dass die Geschichte der Figur in einem Erfurt anzusiedeln sei, in dem sich jüdische und christliche Welten überlappten. Anfang des Jahres hatte eine Hypothese von Erfurter Religionswissenschaftlern für Aufsehen gesorgt. Die Forscher hatten anhand einer Zeichnung vermutet, dass der Wolfram-Leuchter ursprünglich als Torarollenhalter in einer Erfurter Synagoge gestanden und demzuolge eine jüdische Vorgeschichte habe.


Bilanz zu den Ermittlungen zum 1. Mai 2015 in Saalfeld

Nach den brutalen Übergriffen am 1. Mai 2015 in Saalfeld steht die endgültige Zahl der Tatverdächtigen fest. Das Thüringer Innenministerium teilte mit, dass es Verfahren und Ermittlungen gegen 118 Personen gibt. Sie stammen aus Bayern, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Hessen und Reinland-Pfalz. Bei der Veranstaltung im Mai vorigen Jahres gab es elf Verletzte, darunter sechs Polizeibeamte. Nach Ministeriumsangaben hat die Staatsanwaltschaft bislang gegen sechs Beschuldigte Geldstrafen in Höhe von insgesamt 10.740 Euro ausgesprochen. Zehn Ermittlungsverfahren wurden eingestellt. Bereits im Februar hatte MDR THÜRINGEN rund 40 Tatverdächtige recherchiert


CDU verlangt Aktenherausgabe zu Lauingers "Prüfungsaffäre"

In der sogenannten Prüfungsaffäre um Migrationsminister Dieter Lauinger lehnt die Landesregierung ein von der CDU-Fraktion gestelltes Ultimatum ab. Entsprechende Akten in dem Fall werden nicht - wie von CDU-Fraktionschef Mike Mohring gefordert - bis Montag herausgegeben. Wie ein Sprecher der Staatskanzlei MDR THÜRINGEN sagte, braucht es einige Zeit, um die datenschutzrechtlichen Hintergründe einer Herausgabe zu klären. So sei unklar, ob Akten an Einzelpersonen überhaupt herausgegeben werden können. Mohring hatte die Landesregierung aufgefordert, bis Montag die betreffenden Unterlagen vorzulegen. Ansonsten werde ein Untersuchungsausschuss zur Affäre beantragt.


Steigerwaldstadion behält seinen Namen

Das Erfurter Steigerwaldstadion behält vorerst seinen Namen. Die Mediengruppe Thüringen hat die Namensrechte im Erfurter Steigerwaldstadion für drei Jahre gekauft. Das erklärte der Geschäftsführer des Zeitungsverlags, Michael Tallai, in Erfurt Auf eine Umbenennung will das Unternehmen jedoch verzichten. Wie es heißt, will man als regional verwurzelter Verlag ein Signal an die Fans und die Region senden. Die Mediengruppe Thüringen war der einzige Bieter für die Namensrechte.


Keine Ermittlungen zu Auftragsvergabe an Stiftung

Die Staatsanwaltschaft Erfurt will nicht zur Vergabe der Thüringer Dokumentationsstelle für Menschenrechte ermitteln. Ein Sprecher sagte MDR THÜRINGEN, die Prüfung habe keinen Anfangsverdacht für eine Straftat ergeben. Somit werde die eingegangene, anonyme Strafanzeige nicht weiter verfolgt. Das Schreiben hatte sich auf die Auftragsvergabe durch das Land Thüringen an die Antonio-Amadeo-Stiftung bezogen, die ohne Ausschreibung erfolgte. Das Projekt wird anfangs mit gut 200.000 Euro vom Land finanziert.


Pumpspeicherwerk nimmt erste bürokratische Hürde

Der österreichische Baukonzern Strabag hat die erste Hürde für den Bau eines 450 Millionen Euro teuren Speichers für Ökostrom in Thüringen genommen. Das Raumordnungsverfahren für das Wasserspeicher-Kraftwerk im Kreis Saalfeld-Rudolstadt sei abgeschlossen, teilten das Unternehmen mit. Der Speicher in Leutenberg/Probstzella soll eine Leistung von 408 Megawatt haben. Er soll als Puffer im Stromnetz dienen. Für das Projekt, das 2024 ans Netz gehen könnte, würden derzeit Partner für die Finanzierung sowie den Betrieb gesucht.


Waldbrandgefahr steigt in Thüringen deutlich

In Thüringen ist die Waldbrandgefahr deutlich angestiegen. Nach Angaben von ThüringenForst gilt in neun Regionen die zweithöchste Stufe einer möglichen Waldbrandgefahr. Betroffen sind vor allem Nord- und Mittelthüringen. Im Osten gilt Waldbrandstufe vier in den Forstamtsbezirken Weida und Jena-Holzland. Ab dieser Stufe müssen die Forstämter eine Rufbereitschaft einrichten, außerdem werden Grillplätze und Feuerstellen in Waldnähe abgesperrt.


Tourismuszahlen im Thüringer Wald gesunken

Hotels und Pensionen im Thüringer Wald haben im ersten Halbjahr deutlich Federn lassen müssen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sanken sie demnach von Januar bis Juni um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei den Übernachtungen habe es ein Minus von zwei Prozent gegeben. Ein milder Winter und wenig Schnee hatten dafür gesorgt, dass viele Urlauber wegblieben. Landesweit stieg die Zahl der Gäste leicht um 0,3 Prozent auf 1,7 Millionen. Mehr Übernachtungen habe es dennoch nicht gegeben, hieß es.


Mehr Automaten in Thüringen geknackt

Diebe in Thüringen haben es in diesem Jahr vermehrt auf Automaten abgesehen. 84 Geräte seien im ersten Halbjahr aufgesprengt worden, teilte das Landeskriminalamt auf Anfrage mit. Das seien schon mehr als im gesamten vergangenen Jahr zusammen. Vor allem Zigarettenautomaten hatten die Täter im Visier. Allein von Januar bis Juni wurden 71 mit Hilfe von Sprengstoff geknackt. Die Zahl aufgesprengter Geldautomaten bezifferte das Landeskriminalamt auf sechs - so viele wie 2015 zusammen. Viermal waren Fahrkartenautomaten, in drei Fällen Parkuhren betroffen.


Gebürtige Suhlerin hat Chancen auf "Oscar"

Die gebührtige Suhler Schauspielerin Sandra Hüller hat die Chance auf einen Oscar. Deutschland schickt den Film "Toni Erdmann" ins Rennen um den "besten fremdsprachigen Film" bei den Oscars. Darin spielt Hüller die Karrierefrau Ines, die eine schwierige Beziehung zu ihrem Vater hat. Hüller war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, sie arbeitet derzeit bei der "Ruhrtriennale", einem Festival im Ruhrgebiet. Im Suhler Kino ist "Toni Erdmann" inzwischen wieder aus dem Programm, wird aber vermutlich im Herbst noch einmal als "besonderer Film" gezeigt.


Ermittlungen nach Tötungsverbrechen in Sangerhausen

In Sangerhausen ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft zum Tod einer 31-Jährigen. Ihr Bekannter hatte sie gestern Abend gezielt mit dem Auto überfahren, wie erste Ermittlungen ergaben. Die Frau starb trotz Wiederbelebungs-Versuchen noch vor Ort. Der Täter flüchtete, konnte aber kurz darauf festgenommen werden.

Zuletzt aktualisiert: 25. August 2016, 22:35 Uhr