Thüringen

Sondierungsgespräche beginnen in Thüringen

Linke, SPD und Grüne loten die Möglichkeiten für eine gemeinsame Regierung in Thüringen aus. Vertreter der drei Parteien beraten in einem Hotel in Erfurt. Dabei geht es zunächst um den weiteren Fahrplan für die Gespräche. Der designierte SPD-Landeschef Andreas Bausewein und Linksfraktionschef Bodo Ramelow gehen davon aus, dass es mehrere Gesprächsrunden geben wird. Die Linke hatte SPD und Grüne eine gemeinsame Koalition angeboten. Wie bekannt wurde, ist für den Montag auch ein erstes Gespräch von CDU und SPD geplant. Die Union will außerdem mit den Grünen reden.

Name des neuen Bischofs wird bekannt

Das Bistum Erfurt bekommt einen neuen Bischof. Nach offiziell noch nicht bestätigten Informationen handelt es sich um den Mainzer Weihbischof Ulrich Neymeyr. Der Name des 57-jährigen soll morgen bei einem Mittagsgebet im Dom verkündet werden. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN wurde er am vergangenen Freitag vom Domkapitel in einer geheimen Sitzung gewählt. Anlässlich der Berufung durch Papst Franziskus wird morgen Mittag die Gloriosa läuten. Vor zwei Jahren war Bischof Joachim Wanke aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Die Diözese wird seither von Weihbischof Reinhard Hauke geleitet. Er hatte wiederholt die lange Wartezeit auf einen neuen Bischof kritisiert.

Blitzer-Marathon gegen Raser dauert bis morgen früh

Mit einem Blitzer-Marathon überwacht die Thüringer Polizei heute die Autofahrer. Kontrolliert wird an rund 150 Orten in Thüringen, die als besonders gefährlich gelten oder an denen viele Unfälle passieren. Wie die Polizei MDR THÜRINGEN mitteilte, wurden zum Beispiel in und um Erfurt bis zum Mittag nur 26 Fahrzeugführer mit zu hoher Geschwindigkeit ertappt. Den Beamten geht es nicht darum, möglichst viele Raser in die Blitzerfalle fahren zu lassen, sondern darauf aufmerksam zu machen, dass Rasen Schuld an jedem dritten Unfall in Thüringen ist. Die Kontrollen sind Teil einer bundesweiten Aktion, die bis morgen früh um 6 Uhr läuft.

Unfallkasse muss weiter an Gutenbergopfer zahlen

Die Unfallkasse Thüringen muss einem Opfer des Gutenberg-Massakers weiter Rente zahlen. Das Sozialgericht hat einen Entziehungsbescheid der Unfallkasse aufgehoben. Richter Peter Frese sagte MDR THÜRINGEN, das zugrundliegende Gutachten habe einen verbesserten Zustand des Attentats-Opfers nicht ausreichend nachgewiesen. Zwei Ärzte aus Mühlhausen und Bamberg hätten in ihrem psychiatrischen Gutachten ein posttraumatisches Belastungssyndrom festgestellt. Ein Gutachter habe zudem eine weitere Erkrankung bei dem einstigen Gymnasiasten festgestellt, die sogar zu einer stärker verminderten Erwerbsfähigkeit führt. Ob dem jungen Mann eine höhere Rente zusteht, darüber hat das Sozialgericht aus formalen Gründen nicht entschieden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Eine Berufung kann beim Landessozialgericht eingelegt werden.

Dette fordert Geld von Fußballvereinen für Polizeieinsätze

Der Präsident des Thüringer Rechnungshofs fordert von den Fußballvereinen sich an Polizeieinsätzen zu beteiligen. Bei einem Treffen des CDU-Wirtschaftsrates in Erfurt sagte Sebastian Dette, hier gelte wie in anderen Fällen das "Verursacher-Prinzip". Deshalb müssten die Vereine ihren Beitrag leisten. Kritisch bewertete Dette auch die Ankündigung nahezu aller Parteien, in den nächsten Jahren jeweils Hunderte Lehrer einzustellen. Nach einem vorübergehenden Anstieg der Schülerzahlen in den nächsten Jahren werde es mittelfristig wieder einen massiven Einbruch geben.

Erfurter BAG urteilt: Gestaffelte Kündigungsfrist rechtens

Die Kündigungsfristen von Arbeitnehmern dürfen sich auch künftig mit zunehmender Beschäftigungs-Zeit verlängern. Das hat das Bundesarbeitsgericht in Erfurt entschieden. Es wies damit die Klage einer Frau aus Hessen zurück, die in der Staffelung eine Diskriminierung Jüngerer sah. Die Richter urteilten, zwar würden jüngere Arbeitnehmer benachteiligt, wenn die Kündigungsfristen nach der Dauer der Beschäftigung gestaffelt würden. Diese Frist-Verlängerung verfolge aber das rechtmäßige Ziel, betriebstreuen und damit typischerweise älteren Arbeitnehmern einen verbesserten Kündigungs-Schutz zu gewähren. Eine Staffelung der Kündigungsfristen ist deshalb laut Bundesarbeitsgericht angemessen.

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2014, 19:35 Uhr

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