Thüringen

Weimar : Neuer Intendant will Sparten des Nationaltheaters besser vernetzen

Der designierte Intendant des Deutschen Nationaltheaters (DNT) Weimar, Hasko Weber, will die drei Sparten des Hauses künftig besser vernetzen. Weber sagte am Mittwoch, Orchester, Oper und Schauspiel sollten verstärkt als eine geschlossene Künstlergruppe zusammenwirken, die gemeinsame Projekte und Ziele verfolge. Die künstlerische Arbeit müsse als gemeinsame Arbeit aller Beteiligten wahrgenommen werden, um sie nach innen und außen attraktiver zu machen.

Ziel sei es unter anderem, eine zentrale Dramaturgie für alle Sparten einzuführen. Entgegen der gängigen Praxis an vielen Stadttheatern soll eine kleine Gruppe fester Regisseure gefunden werden, die die Stücke inszenieren, sagte er. Zudem bekannte sich Weber klar zur Fortführung des Kunstfests Weimar. Als künstlerischer Leiter werde er jedoch nicht zur Verfügung stehen. Bis zum Herbst solle feststehen, welche juristische Form das Kunstfest nach 2012 erhalten soll. Das Personal des DNT könne bei der organisatorischen Basis helfen. Auch das Sommertheater werde unter Webers Leitung weitergeführt.

Kooperationen mit großen Einrichtungen geplant

Innerhalb Weimars müsse sich das DNT noch weiter öffnen und langfristig Kontakte mit großen Organisationen wie der Klassik Stiftung Weimar, der Bauhaus-Stiftung und der Stiftung der Gedenkstätte Buchenwald aufbauen, forderte er. Darüber hinaus gebe es Gespräche über Kooperationen mit dem Nationaltheater Mannheim, dem Goethe-Institut und der Shakespeare-Gesellschaft. Mit Blick auf den Spielplan sagte Weber weiter, dass ab Mitte 2013 sowohl Klassiker als auch moderne Stücke auf dem Programm stehen werden. Letztere sollten den Kontrapunkt zu den "Kanon-Stoffen" bieten, die untrennbar mit dem traditionsreichen Haus verbunden seien. Neu sei zudem die geplante Einführung eines theaterpädagogischen Konzepts für Jugendliche und Schüler, das sich mit dem Thema Rechtsextremismus auseinandersetze.

Weber selbst will in seiner ersten Spielzeit den "Faust" inszenieren, zudem wird 2013/2014 auch "Lohengrin" aufgeführt. Als einen wichtigen Höhepunkt sieht Weber indes das Jahr 2015. Die Jahrestage des Endes des Zweiten Weltkriegs, der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald sowie der sich jährende Todestag des Komponisten Dmitri Schostakowitsch brächten eine besondere Verantwortung für das DNT mit sich. Der gebürtige Dresdner Hasko Weber tritt seine Stelle am DNT offiziell zu Beginn der Spielzeit 2013/2014 an. Das Engagement des bisherigen Intendanten Stephan Märki endet 2012 und er wechselt nach Bern. Weber führt seit etwa fünf Monaten erste Gespräche mit Mitarbeitern im Haus und verschiedenen Einrichtungen in der Stadt Weimar.

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2013, 09:38 Uhr

1. Gerlinde Müller:
Faust 1 – und 2 auch irgendwann: toll. Klar. Muss ja aber auch sein. Womit kann ein neuer Intendant in Weimar denn sonst punkten? Denn viele Punkte von dem, was Hasko Weber heute vorgestellt hat, ist doch nur alter Wein in nicht mehr neuen Schläuchen – die altbekannten Versuche, die Weimarer und die Mannheimer Klassiker-Institutionen miteinander zu verknüpfen, das Kunstfest zu integrieren, ohne es zu übernehmen, etc. Und wenn Lohengrin 2013/14 aufgeführt werden soll, wird wohl nach gesundem Menschenverstand jetzt schon daran gearbeitet, ist wohl also keine Idee des neuen Intendanten? Und dass Schostakowitschs Todestag geehrt werden soll, haben im kleinen Weimar auch schon viele Vögel von den Dächern gepfiffen; auch nicht neu. Schade, dass immer alles "neu" sein muss, es nur so selten ist.
12.07.2012
07:37 Uhr

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