Deutscher Naturschutztag : Umweltschützer treffen sich in Erfurt
Berufliche und ehrenamtliche Naturschützer aus ganz Deutschland haben sich am Dienstag im Kaisersaal in Erfurt zu ihrem 31. Naturschutztag getroffen. Nach Angaben des Bundesverbands Beruflicher Naturschutz e.V. (BBN) geht es dieses Jahr vor allem um die Herausforderungen der Energiewende. Das Motto der bis Freitag dauernden Veranstaltung mit mehr als 650 Teilnehmern: "Neue Energien - Neue Herausforderungen: Naturschutz in Zeiten der Energiewende".
Warnung vor Folgen der Energiewende
Erwartet würden Impulse für die künftige Energie- und Naturschutzpolitik in Deutschland, hieß es vom BBN. Während der Konferenz solle dazu von den Teilnehmern eine gemeinsame Erklärung formuliert und am Freitag verabschiedet werden.
Der Entwurf plädiert unter anderem für eine sorgfältige Standortwahl bei Windrädern, für eine Reduzierung des Flächenverbrauchs für Biomasse und gegen neue Wasserkraftwerke. Wälder sollten vom Bau von Windrädern ganz verschont bleiben. "Windkraftanlagen können nicht schonend in den Wald gestellt werden", sagte der BBN-Vorsitzende Heinz-Werner Persiel. Es gebe viele andere Gebiete, die dafür geeignet seien.
Weiter sagte Persiel, dass bei allen Fragen zu neuen Energie-Anlagen oder Starkstromtrassen wie der durch den Thüringer Wald müssten die Bürger von Anfang an beteiligt werden. Hartmut Vogtmann, Vizepräsident des Deutschen Naturschutzrings warnte, die Energiewende dürfe kein "Freibrief zur Zerstörung unserer Heimat" sein: "Eine Technologie der Verschwendung darf nicht durch eine neue ersetzt werden."
Altmaier am Abend in Erfurt
Staatssekretär Roland Richwien (CDU) vom Thüringer Umweltministerium sagte in seiner Eröffnungsrede, geschützte Flächen wie National- und Naturparks seien in Thüringen für Windkraft oder große Solaranlagen tabu. Eingriffe in Natur und Landschaft im Zusammenhang mit der Energiewende müssten "mit dem nötigen Augenmaß und im Interesse aller" erfolgen. Das Vorhaben werde "weitreichende Auswirkungen" haben, räumte Richwien ein: "Daher wünsche ich mir, dass die Naturschützer sich engagiert in die Energiewende einbringen. Wir stellen heute die Weichen dafür, wie morgen unsere Landschaften aussehen werden."
Neben diesem Hauptthema werden in den Vorträgen und den Arbeitsgruppen aktuelle Entwicklungen im Naturschutz- und Umweltrecht, Kommunikations- und Bildungsfragen sowie ökonomische Aspekte dargestellt und diskutiert - flankiert von Ausstellungen und Infoständen sowie Exkursionen etwa in den Nationalpark Hainich, zum Grünen Band an der früheren innerdeutschen Grenze und zum Biosphärenreservat Vessertal.
Am frühen Abend hielt Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) einen Vortrag. Danach gab es einen Empfang mit Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU).
Der Naturschutztag versteht sich als Plattform des amtlichen, privaten und ehrenamtlichen Naturschutzes in Deutschland. Veranstaltet wird er vom BBN, dem Bundesamt für Naturschutz, dem Deutsche Naturschutzring e.V. und in diesem Jahr auch vom gastgebenden Bundesland Thüringen.

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