Naturschutzgebiet Teichtal Die Kröten und Molche wandern wieder

von Karin Bühner

Im Naturschutzgebiet Teichtal bei Hainrode im Kreis Nordhausen hat die Amphibienwanderung begonnen. Es seien bereits über 1.000 Kröten und Molche am Schutzzaun abgefangen und über die Straße gebracht worden, sagte Naturschützer Volkmar Sauerbier MDR THÜRINGEN. In den kommenden Wochen erwartet er rund 38.000 Amphibien an dem rund 700 Meter langen Zaun an der Straße zum Teichtal. Laut BUND werden nirgendwo in Deutschland so viele Amphibien gerettet wie im Teichtal in der Hainleite. Darunter sind Feuersalamander, Geburtshelferkröten, Kammmolche, Bergmolche und Grasfrösche.

Kammmolche.
In den vergangenen Tagen wanderten vor allem Molche zu den Laichplätzen. Nun werden zunehmend Kröten erwartet. Bildrechte: MDR/Karin Bühner

Der 65-jährige Volkmar Sauerbier führt genau Buch, wann, wo und wie viele Tiere er findet. Er schreibt auch auf, ob es sich um Männchen oder Weibchen handelt. Er macht die ehrenamtliche Arbeit ohne Helfer bereits seit rund 25 Jahren. Morgens um 6:00 Uhr läuft er von seinem Wohnhaus zum etwa einen Kilometer entfernten Flora-Fauna-Habitat Teichtal mit den drei Teichen. An der Straße sammelt er die Tiere ein, die am Schutzzaun nicht mehr weiterkommen. Auf der Straße würden sie überfahren. Ohne Handschuhe packt er die Amphibien, legt sie in den Eimer und bringt sie dann zum Teich. "Die Arbeit macht mir großen Spaß und ich tue etwas für die Natur", sagt der 65-jährige. Manchmal pinkeln ihm die Kröten auf die Hand. "Dagegen bin ich immun", schmunzelt der Krötenexperte.

Volkmar Sauerbier
Volkmar Sauerbier trägt die Amphibien vom Schutzzaun zum Teich. Bildrechte: MDR/Karin Bühner

Ingo Hartung vom Naturschutzbund NABU nennt das eine einzigartige Naturschutzstory. Nirgendwo im Bundesgebiet werden so zahlreiche Individuen - im Maximum bis zu 38. 000 - an einem Amphibienzaun abgefangen und über die Fahrbahn transportiert, wie im Teichtal bei Hainrode. Das feuchte und zunehmend milde Wetter lockt die Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren hervor. Sie kommen von den Südhängen der Hainleite direkt zu den Laichplätzen im Teichtal. Anderswo sind plattgefahrene Kröten und Frösche zu dieser Jahreszeit keine Seltenheit. Deshalb rät der NABU, beim Auftauchen von Amphibien auf der Straße vorsichtig und langsam zu fahren, ohne jedoch andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Wer bei der Betreuung der Amphibienzäunen mithelfen möchte, kann sich beim NABU melden. Oder in der Gemeinde Hainrode. Dort braucht Volkmar Sauerbier dringend Unterstützung.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - das Radio | Nachrichten | 20.03.2017 | ab 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2017, 05:00 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

1 Kommentar

20.03.2017 12:37 Mäuseexpress 1

Zieht man die Milliarden-Summen in Betracht, die in die vielen vielen grünen Vorzeigeprojekte der vergangenen Jahre und Jahrzehnte hierzulande in Form von Subventionen fließen, muß man zu dem Schluß kommen, daß "Kröten"-Wanderungen im wörtlichen und im übertragenen Sinne, einer der zentralen Punkte grüner Politik überhaupt darstellen!