Straßenbau : Unmut über Verzögerungen bei A71
In Thüringen und Sachsen-Anhalt regt sich Unmut über Verzögerungen beim Bau der Autobahn 71. Die Bürgerinitiative "Pro A71" hat am Freitag mehr als 3.000 Unterschriften für einen zügigen Weiterbau der Autobahn an Thüringens Verkehrsminister Christian Carius übergeben. Die Bürgeriniative beklagt vor allem, dass durch den Ausweichverkehr derzeit viele Anwohner stark belastet würden.
Problemstück zwischen Heldrungen und Sömmerda-Ost
Stein des Anstoßes ist der Abschnitt von Sömmerda-Ost bis zur B85 bei Heldrungen. Die Fertigstellung dieses rund elf Kilometer langen Stücks war ursprünglich bis 2013 geplant. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums gibt es hier jedoch Verzögerungen. Ministeriumssprecher Matthias Schmoll teilte dem MDR THÜRINGEN auf Anfrage mit, dass es unter anderem wegen gestiegener Baukosten Finanzierungsengpässe gebe, sodass eine Fertigstellung voraussichtlich erst im Jahr 2015 möglich sein werde.
Schmoll verwies darauf, dass der Haushalt für das Jahr 2012 und der Finanzplan bis 2015 steigende Investitionen in den Erhalt bestehender Autobahnen vorsieht. Als Gründe nannte er den schlechter werdenden Zustand vieler Fernstraßen und die Zunahme des Schwerverkehrs. Die Kosten für den Abschnitt Sömmerda-Ost bis Heldrungen bezifferte Schmoll mit 76,1 Millionen Euro.
Der Ministeriumssprecher erklärte, beim Bau der A71 habe zunächst der Abschnitt zwischen Heldrungen und dem Autobahndreieck Südharz bei Sangerhausen erste Priorität. Dessen Fertigstellung werde bis Mitte 2012 angestrebt.
Unterschriftenaktionen auch in Sachsen-Anhalt
Forderungen nach einem zügigen Weiterbau der A71 kommen auch aus Sachsen-Anhalt. So haben die Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau und der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, André Schröder, nach eigenen Angaben Unterschriftenaktionen dazu gestartet. Schröder, zu dessen Wahlkreis Sangerhausen gehört, sagte dem MDR THÜRINGEN, es liege im Interesse von Sachsen-Anhalt und Thüringen, dass die A71 zügig fertiggestellt werde. "Ich weiß, dass das auch in Thüringen als zentrales Projekt gesehen wird." Deshalb sei er zuversichtlich, "dass wir hier die Reihen schließen werden".
Der Geschäftsführer der IHK Halle-Dessau, Thomas Bockmeier, hatte bereits am Montag erklärt, es fehle der IHK jedes Verständnis für die Verschiebung des Fertigstellungstermins für die Autobahn. Es gebe eine klare Priorität für die Entwicklung der Region - und die heiße A71.
Die Autobahn führt derzeit von Schweinfurt in Bayern über Suhl und Erfurt bis nach Sömmerda. Sie soll im Norden an die Autobahn 38 angebunden werden.
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