Extremismus-Verdacht Brandanschlag auf Auto in Nordhausen

In Nordhausen ist ein offenbar politisch motivierter Brandanschlag auf ein Auto verübt worden. Wie die Polizei am Sonnabend mitteilte, gehörte das Fahrzeug einem 46 Jahre alten Mann aus Sachsen-Anhalt, der eine Veranstaltung der "Volksbewegung Nordthüringen" besucht hatte. An dem sechs Jahre alten Jaguar sei Totalschaden entstanden, der auf 20.000 Euro zu beziffern sei. Zeugen hätten am Freitagabend zwei dunkel gekleidete Männer beobachtet, die eine Seitenscheibe des Fahrzeugs eingeschlagen und einen Kanister ins Innere geworfen hätten. Die beiden Männer seien über den Hof einer angrenzenden Grundschule geflüchtet.

Gegen die Veranstaltung war nach Darstellung der Polizei zuvor im Internet zu Protesten aufgerufen worden. Außerdem hätten "Angehörige der linken Szene" Flyer in Nordhausen verteilt. Die Polizei erklärte in ihrer Pressemitteilung zu dem Brandanschlag: "Es ist zu vermuten, dass die Täter aus den Reihen der Veranstaltungsgegner kommen".

45 Teilnehmer bei Veranstaltung

An der Veranstaltung in Nordhausen am Freitagabend nahmen nach Polizeiangaben rund 45 Personen teil. Nach Informationen der "Thüringer Allgemeinen" waren nur geladene Gäste zugelassen. Die Zeitung berichtet, die "Volksbewegung" habe die Teilnahme eines Redakteurs abgelehnt. Begründet worden sei dies mit einer negativen Berichterstattung im Vorfeld.

Die "Volksbewegung Nordthüringen" vertritt auf ihrer Internetseite nationalistische und fremdenfeindliche Ziele wie ein schärferes Asylrecht und ein Ende einer angeblichen Islamisierung und von "Multikulti", "Tugendwahn" und "Meinungsdiktatur". Die Initiative hat in Nordthüringen mehrfach Demonstrationen organisiert, an denen jeweils 200 bis 300 Menschen teilgenommen haben. Viele der Teilnehmer waren dem organisierten rechtsextremen Spektrum zuzuordnen.

Innenministerium: Verfassungsschutz beobachtet "Volksbewegung"

Die "Volksbewegung Nordthüringen" wird nach Darstellung des Thüringer Innenministeriums vom Verfassungsschutz des Freistaats beobachtet. Das geht aus der Antwort des Ministeriums auf eine parlamentarische Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Raymond Walk hervor, die MDR THÜRINGEN vorliegt. In der Antwort heißt es außerdem, die "Volksbewegung" sei ein loser Zusammenschluss von etwa 20 Personen aus der Region. Als Kopf der Gruppierung werde ein langjähriger Angehöriger der rechtsextremistischen Szene aus der Region Nordhausen angesehen. Bisher seien keine Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten durch die Gruppierung registriert worden.

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2016, 16:54 Uhr

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15 Kommentare

31.01.2016 21:11 mattotaupa 15

@#8: " Deutsche fahrt nur deutsche Autos!" hat doch schon letztes jahr (glaub 08/2015) bei der münchner demo der partei "die rechte" nicht geklappt. da erschien der kreisvorsitzende als organisator im toyota ("ohne toyota wärt ihr gar nicht hier"). darüber hinaus wäre es gut, wenn echte nationalisten mal nur deutsche produkte deutsche würden, dann gäbs für die kein www, kein pc, keine kleidung, sparsame kost und zuhause würden sie wohl aufm boden sitzen. aber davon mal ab, brandstifter gehören ermittelt und zwar nicht "nur einmal" (#5).

31.01.2016 18:37 Anne Wand 14

Stell dir vor die Zecken werden abgeholt, und keiner vermisst sie! /;=)

31.01.2016 18:33 Gefahr im Verzug! 13

Die Link_Innen sollen bloss nicht jammern, wenn sich der Wind mal wieder dreht und die "Razzien" bei ihnen stattfinden, anstatt bei 90jaehrigen Opas.

31.01.2016 18:02 FCK(W)-Frei 12

@11. Morchelchen: „Sieht man bestens an den zahlreichen Grünenpolitikerinnen mit Muslima-Kopftuch in den Talk-Sendungen. Die behaupten auch immer, sie seien überzeugte Deutsche...“ Ach was, dann nennen Sie mir doch mal drei dieser Politiker… Übrigens Morchelchen (auch wenn`s Bilder mit Kopftüchern von Ihr gibt), die Renate Zschäpe zählt nicht, die hat rumänische Wurzeln und war eher NPD-Freundin. Es war wohl eher so, dass zu diesem kuscheligen Männerabend ein Kamerad dem Besitzer gepetzt hat, dass (obwohl deutsch klingend) sein Fabrikat kein Deutsches ist, daraufhin war dessen Besitzer so wütend, dass…

31.01.2016 15:24 Morchelchen 11

Tja, das wäre doch mal ein Clou: "Demonstrationsteilnehmer zündet eigenes Auto an, um es den Linkschaoten in die Schuhe zu schieben." Ehrlich - selten so gelacht, trotz des bitteren Nachgeschmackes... Makaber, dass man selbst hier wieder die "Teutschen-Keule" hervorgeholt hat, dieses Mal als "Seitenscheitel-Variante"... Albern oder bereits böswillig? Einigen wir uns auf albern - denn das Aussehen sagt ja absolut nix über die innere Einstellung. Sieht man bestens an den zahlreichen Grünenpolitikerinnen mit Muslima-Kopftuch in den Talk-Sendungen. Die behaupten auch immer, sie seien überzeugte Deutsche...

31.01.2016 10:32 FCK(W)-Frei 10

Ein Brauner aus dem Land der Kriegsverlierer fährt ein Auto aus dem Land der Kriegsgewinner? Wenn das der Fahrer wüsste…

31.01.2016 10:09 Otto der Teutone 9

"Es ist zu vermuten, dass die Täter aus den Reihen der Veranstaltungsgegner kommen". Das ist ja mal eine steile Behauptung. Lehnt sich die Polizei da nicht sehr weit aus dem Fenster? :-) Vielleicht hat der Autobesitzer sein Fahrzeug auch selbst angezündet? Ermitteln Sie in alle Richtungen! *Ironie aus*

30.01.2016 23:36 S. Aus G. 8

richtig so, die Täter müssen ermittelt werden! Ich finde es aber politisch unkorrekt mit einem im Ausland hergestellten Kfz zu einer nationalistisch geprägten Veranstaltung zu fahren! Schämen sollte der sich! Deutsche fahrt nur deutsche Autos!

30.01.2016 21:52 Thorsten Mencke 7

Frage: Welcher blonde Seitenscheitel fährt denn Jaguar? Hat jemand eine Ahnung?

30.01.2016 17:20 Andy 6

@mdr: Warum heißt denn die Überschrift nicht: [...] Dann kann man das hier auch so nennen. [Eine Vorverurteilung ohne Beweisführung und eine Unterstellung entfernt - MDR.DE_Redaktion]