Artern Mutmaßlicher Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft

Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) hat den Brandanschlag in Artern im Kyffhäuserkreis als verabscheuungswürdige Tat verurteilt. Bei einem Besuch an dem Gebäudekomplex am Samstag sagte er, die Täter hätten billigend in Kauf genommen, dass Menschen zu Schaden oder zu Tode kommen. In dem vom Brandanschlag betroffenen Gebäudekomplex leben auch Flüchtlinge.

Die Polizei Nordhausen und das Landeskriminalamt haben die Ermittlungen aufgenommen. Laut Polizei hatten Unbekannte am frühen Samstagmorgen mehrere Brandsätze auf das Dach geworfen. Sie seien jedoch vom Dach wieder heruntergefallen und auf dem Boden ausgebrannt. Wie das Innenministerium mitteilte, handelte es sich bei den Brandsätzen unter anderem um eine Flasche mit brennbarer Flüssigkeit. Diese solle mit einer Fackel angezündet worden sein. Eine Polizeisprecherin sagte MDR THÜRINGEN, es sei kein Feuer im Gebäude ausgebrochen. Die Polizei Nordhausen und das Landeskriminalamt haben die Ermittlungen aufgenommen. Tatortspezialisten untersuchten die Brandsätze und sicherten mögliche Spuren. Verletzt wurde bei dem Brandanschlag niemand.

Spurensicherung nach mutmaßlichem Brandanschlag

Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf einen Gebäudekomplex in Artern (Kyffhäuserkreis), in dem auch Flüchtlinge untergebracht sind, haben die Polizei Nordhausen und das Landeskriminalamt die Ermittlungen aufgenommen.

Ein umzäunter Gebäudekomplex steht vor Plattenbauten, daneben sind Polizeiautos geparkt.
Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf einen Gebäudekomplex in Artern (Kyffhäuserkreis), in dem auch Flüchtlinge untergebracht sind, haben die Polizei Nordhausen und das Landeskriminalamt die Ermittlungen aufgenommen. Bildrechte: MDR/Wichmann TV
Ein umzäunter Gebäudekomplex steht vor Plattenbauten, daneben sind Polizeiautos geparkt.
Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf einen Gebäudekomplex in Artern (Kyffhäuserkreis), in dem auch Flüchtlinge untergebracht sind, haben die Polizei Nordhausen und das Landeskriminalamt die Ermittlungen aufgenommen. Bildrechte: MDR/Wichmann TV
Ein Mitarbeiter der Spurensicherung in einem weißen Ganzkörperanzug läuft über ein Dach, auf dem Solarpanele montiert sind.
Die Brandsätze seien auf ein Dach geworfen worden, heruntergefallen und dann auf dem Boden ausgebrannt. Ein Feuer im Gebäude ist nach Polizeiangaben nicht ausgebrochen. Bildrechte: MDR/Wichmann TV
Ein Mitarbeiter der Spurensicherung in einem weißen Ganzkörperanzug untersucht einen Brandfleck auf dem Boden neben einem Gebäude.
Tatortspezialisten untersuchten am Samstag die Brandsätze und sicherten mögliche Spuren. Bildrechte: MDR/Wichmann TV
Ein Mitarbeiter der Spurensicherung in einem weißen Ganzkörperanzug fotografiert mit einer Kamera auf einem Stativ, das auf einer Wiese steht.
Die Tat ereignete sich am frühen Samstagmorgen. Auf demselben Gelände befindet sich auch ein Kinderheim für Deutsche und Flüchtlingskinder. Bildrechte: MDR/Wichmann TV
Vor einem Gebäude, an dem ein Schild mit der Aufschrift Rosenhof-Hotel hängt, flattert Polizei-Absperrband.
Bei dem betroffenen Gebäude handelt es sich eigentlich um ein vor der Eröffnung stehendes Hotel. In dem Haus wohnen aber auch zwei syrische Familien. Bildrechte: MDR/Katharina Melzer
Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) steht von mehreren Personen umringt auf einem Parkplatz.
Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) ist am Samstag nach Artern gefahren, um mit den Betroffenen zu sprechen. Bildrechte: MDR/Katharina Melzer
Auf einem gepflasterten Hof ist eine große Brandspur.
Die Brandstelle am "Rosen-Hotel": Ein Brandsatz hat deutliche Spuren auf dem Pflaster hinterlassen. Bildrechte: MDR/Katharina Melzer
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Artener Bürgermeisterin entsetzt

Auch die Bürgermeisterin von Artern Christine Zimmer (CDU) zeigte sich entsetzt über die Tat. Sie schäme sich ein Stück weit für ihre Bürger, die solche Taten verüben. Es spiegele aber nicht die Einstellung der Arterner wieder. Das sei ein absoluter Einzelfall. Viele Bürger würden sich in der Flüchtlingshilfe engagieren.

Die Landrätin des Kyffhäuserkreises Antje Hochwind (SPD) ergänzte dazu, dass dies nicht das Zeichen sein solle, das von dem Kreis ausgeht. Der Kyffhäuserkreis sei weltoffen und gastfreundlich und es sei sehr schlimm für den Kreis, dass er mit solch einer feigen Tat in die Schlagzeilen gerät.

Hotel sollte in zwei Wochen öffnen

In dem Komplex aus mehreren gekoppelten Flachbauten mit Ziegeldach soll am 1. Mai ein Hotel neu eröffnet werden. Die Betreiberin Elisabeth Edler sagte MDR THÜRINGEN, es habe erst am Mittwoch eine Eröffnungsfeier gegeben. An diesem Wochenende sollen die ersten Osterbrunch-Veranstaltungen stattfinden. Sie wolle sich nicht vorstellen, was hätte passieren können. Sie selbst habe 250.000 Euro in das Gebäude investiert. Über den Vorfall sei sie entsetzt, sagte Edler.

In demselben Gebäude wohnen noch zwei syrische Familien. In einem weiteren separaten Haus auf dem Gelände gibt es ein Kinderheim, das auch von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen bewohnt wird. Die Polizei sucht jetzt Zeugen, die etwas von dem Vorfall gesehen haben. Es sei noch ungeklärt, ob sich der Angriff gegen die Asylunterkunft im angrenzenden Gebäude oder gegen das neue Hotel gerichtet hat.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - das Radio | Nachrichten | 15.04.2017 | ab 09:00 Uhr
MDR THÜRINGEN JOURNAL | 15.04.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2017, 14:30 Uhr

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