Kreisreform : Eichsfeld-Landrat droht mit Wechsel nach Niedersachsen
Vor der Vorstellung eines Expertengutachtens zu einer Gebietsreform in Thüringen hat der Landrat des Eichsfeldes das Land vor einer Zwangsfusion seines Kreises gewarnt. Weder ein Zusammenschluss mit dem Kreis Nordhausen noch mit dem Unstrut-Hainich-Kreis komme infrage, sagte der CDU-Politiker Werner Henning MDR THÜRINGEN. Henning drohte mit einem Wechsel nach Niedersachsen, wenn das Land Thüringen neue Gebietsstrukturen willkürlich festsetze.
Ein solcher Wechsel ist möglich, erforderte aber einen Staatsvertrag zwischen beiden Ländern. 2012 hatte Innenminister Jörg Geibert Bestrebungen der Ostthüringer Vogtlanddörfer Pansdorf und Tremnitz eine Absage erteilt, nach Sachsen zu wechseln.
Henning forderte das Land auf, zunächst ein Sanierungskonzept für hochverschuldete Landkreise zu erarbeiten. Für diese Kommunen sollte ein Schuldenausgleich erfolgen. Zudem müsse das Land die Ausfallbürgschaften übernehmen: Der Freistaat trage eine Mitschuld an der Finanzmisere vieler Kreise, weil er seiner Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sei.
Allenfalls Aufnahme ausgewählter Nachbarkreis-Gemeinden
Der seit 1994 amtierende Landrat sagte, er werde den Wohlstand des eigenen Kreises nicht aufs Spiel setzen, um fremde Schulden zu tilgen. Beispielsweise habe der benachbarte Unstrut-Hainich-Kreis einen genehmigten Kassenkredit von rund 35 Millionen Euro. Wohl aber könne er sich vorstellen, Gemeinden aufzunehmen, die im Altkreis Mühlhausen und im Kreises Nordhausen liegen. Damit wolle er, so Henning, keinen neuen Kreis bilden, sondern helfen.
Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hatte eine Kommission eingesetzt, die Vorschläge für eine Verwaltungs- und Gebietsreform ausarbeiten sollte. Am 31. Januar wird das Gutachten vorgestellt. Details sickern seit Wochen an die Öffentlichkeit. So sollen die Fachleute dazu raten, aus 17 Thüringer Kreisen acht zu machen. Für das Eichsfeld wird angeblich eine Fusion mit Nordhausen vorgeschlagen.
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