Nordthüringen und Niedersachsen : Gedenkstätten und Museen wollen zusammenarbeiten
Vier Gedenkstätten und Museen in Nordthüringen und Süd-Niedersachsen wollen länderübergreifende Projekte zur Vermittlung von Geschichte starten. Das kündigten Vertreter der Einrichtungen am Mittwoch in Nordhausen an. Beteiligt sind die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen, das Grenzlandmuseum Eichsfeld in Teistungen, die KZ-Gedenkstätte Moringen und das Museum im einstigen Grenzdurchganslager Friedland. "Wir wollen einen langen Blick auf das 20. Jahrhundert werfen", sagte der Sprecher der Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Andreas Froese-Karow. Unter dem Motto "Zeitgeschichte im Zentrum" sollen in dem Verbund gemeinsame Angebote entwickelt werden, die einen Bogen spannen sollen von NS-Konzentrationslagern über Vertreibung nach 1945 bis zur Teilung Deutschlands.
Auf Arbeit der anderen Einrichtungen aufmerksam machen
"Bei diesem Blick auf die Epoche geht es nicht darum, Dinge zu relativieren oder gegeneinander aufzuheben", sagte Froese-Karow. "Was vor 1945 passiert ist, hatte Auswirkungen auf die Zeit danach. Jeder der Gedenkstätten habe deshalb einen eigenen Schwerpunkt. Anliegen der Kooperation sei es deshalb auch, auf die Arbeit der anderen Gedenkstätten aufmerksam zu machen.
Des NS-Konzentrationslager Mittelbau-Dora bei Nordhausen bestand von August 1943 bis April 1945. Die rund 60.000 Häftlinge des KZ-Komplexes waren vor allem in der Rüstungsproduktion, bei der unterirdischen Verlagerung von Rüstungsbetrieben sowie beim Eisenbahnbau in der Harzregion eingesetzt. Rund 20.000 von ihnen kamen ums Leben. Das im Jahr 1933 eingerichtete KZ Moringen war eines der ersten Konzentrationslager in Deutschland. Zunächst waren dort Frauen eingesperrt, später Jugendliche, die aus rassischen, religiösen oder politischen Gründen verfolgt und deportiert wurden. Sie mussten in dem Lager Zwangsarbeit unter schwersten Bedingungen leisten.
Das Grenzdurchgangslager Friedland wurde im Herbst 1945 auf Anordnung der britischen Besatzungsmacht als erste Anlaufstelle für Flüchtlinge, Vertriebene und Kriegsheimkehrer errichtet. Unter Federführung des niedersächsischen Innenministeriums entsteht dort gegenwärtig ein Museum zur Lagergeschichte.
Das Grenzlandmuseum Eichsfeld befindet sich am früheren deutsch-deutschen Grenzübergang Teistungen/Duderstadt. Es erinnert an die jahrzehntelange Teilung Deutschlands und den Ausbau der Grenze zwischen beiden deutschen Staaten.

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