Nachrichten Nord-Thüringen um 15:00 Uhr


Sondershausen: Urwald kostet 295.000 Euro pro Jahr

Das Thüringer Umweltministerium will den Landesforst finanziell für die Verluste am Possen entschädigen. Dort werden rund 1.500 Hektar aus der Bewirtschaftung genommen. Ministerin Anja Siegesmund (B90/Grüne) sagte, das Stilllegen der Waldfläche koste rund 295.000 Euro pro Jahr. Damit würden nicht nur die fehlenden Einnahmen, sondern auch die Kosten zum Beispiel für Wege und Versicherung ausgeglichen. Nach einem monatelangen Streit hatte das Land Anfang Dezember festgelegt, dass rund 1.000 Hektar des Possenwaldes stillgelegt werden. Weitere 500 Hektar werden zum naturnahen Erholungswald. Damit bleiben 1.500 Hektar für die Forstwirtschaft.


Mühlhausen: Klage wegen Kindergartenplatz abgewiesen

Eltern müssen ihren Anspruch auf einen Kindergartenplatz bei der Kommune und nicht beim Betreiber durchsetzen. Das hat das Amtsgericht Mühlhausen in einem Schadensersatzprozess festgestellt. Ein Familienvater aus Schlotheim hatte einen freien Träger verklagt, weil der im Vorjahr nicht rechtzeitig einen Platz im Kindergarten freigehalten hatte. Der Mann forderte 2.900 Euro Schadensersatz für entgangenen Lohn. Er habe in Elternzeit gehen müssen und erst acht Wochen später als geplant das Kind in der Einrichtung bringen können. "Der Kläger hatte bei der Stadt Schlotheim anfragen oder sich anderweitig um eine Betreuung kümmern müssen", hieß es im Urteil. Der Betreiber des Kindergartens habe nichts falsch gemacht, der Wunschtermin sei nie zugesagt worden.


Keula: Ein Verletzter bei Unfall

Bei einem Unfall im Unstrut-Hainich-Kreis ist am Sonntag ein Autofahrer verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, kam der 53-Jährige auf der Straße zwischen Keula und Friedrichsrode wegen der glatten Straße ins Rutschen und stieß mit einen entgegenkommenden Auto zusammen. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 26.000 Euro.


Artern: Orgel muss für 200.000 Euro saniert werden

Die historische Orgel in der Arterner Marienkirche muss für rund 200.000 Euro saniert werden. Wie der Heimatverein mitteilte, gibt es Probleme mit der Statik des Unterbaus. Um das Instrument wieder ins Gleichgewicht zu bringen, müsse es von Experten gesichert werden. Der Heimatverein will die Arbeiten mit Spenden unterstützen. Dafür sind mehrere Veranstaltungen geplant, unter anderem eine Fotoausstellung mit alten Arterner Stadtansichten. Auch die Einnahmen eines Nostalgie-Kalenders sollen dafür verwendet werden.


Nordhausen: Hinweistafel zur KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora beschmiert

Ein Hinweisschild zur KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen ist von Unbekannten mit dem Wort "Neueröffnung" beschmiert worden. Polizisten hatten den Schriftzug in violetter Farbe in der Nacht zum Montag bemerkt. Die Polizei ermittelt nun zunächst wegen Sachbeschädigung. Die zuständige Staatsanwaltschaft Mühlhausen behält sich eine rechtliche Prüfung wegen möglicher Volksverhetzung vor. Sprecher Dirk Germerodt sagte MDR THÜRINGEN, der Polizei obliege die erste juristische Einschätzung, könne sich aber mit der Bitte um rechtliche Bewertung an die Staatsanwaltschaft wenden. - Bereits in der Nacht zum Sonntag entdeckten Polizisten in Nordhausen ausländerfeindliche Parolen an einem Abfallbehälter - ebenfalls in violetter Farbe. Die Polizei ermittelt nun, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Taten gibt.


Thamsbrück: Krippe aus Bethlehem für die Kirche

In der evangelischen Kirche in Thamsbrück (Unstrut-Hainich-Kreis) wird eine Weihnachtskrippe aus Bethlehem aufgestellt. Wie Pfarrer Dirk Vogel MDR THÜRINGEN sagte, stammt sie von Christen aus dem Westjordanland. Die Krippe hatten Bad Langensalzaer bei einer Israelreise in Bethlehem entdeckt. Der Gemeindekirchenrat habe sich entschlossen, das Kunstwerk einer christlichen Künstler- und Handwerker-Kooperative zu erwerben. Am Wochenende wurde die Krippe im sächsischen Schwarzenbach abgeholt. Auf dem dortigen Weihnachtsmarkt haben Christen aus Bethlehem einen Verkaufsstand, wie Vogel erklärte.


Heilligenstadt: Letzte Warnung für Wiederholungstäter

Wegen Drogenbesitz und Fahren ohne Fahrerlaubnis hat ein junger Mann aus dem Eichsfeld eine Bewährungsstrafe bekommen. Das Amtsgericht Heilgenstadt legte außerdem regelmäßige Drogentests, Suchtberatungen und 60 Sozialstunden fest. Der 25-Jährige hatte im Prozess zugegeben, im Sommer das Auto seiner Freundin genutzt zu haben - ohne Fahrerlaubnis. Zwei Monate später wurde er mit einer Ectasy-Pille erwischt. Weil er wegen solcher Delikte nicht zum ersten Mal aufgefallen war, musste es eine Haftstrafe geben, wie es im Urteil heißt. Deren Aussetzung zur fünfmonatigen Bewährung solle dem Angeklagten als Warnung dienen.


Bad Frankenhausen: Neue Fliederprinzessin gesucht

Bad Frankenhausen sucht eine neue Fliederprinzessin. Laut Gewerbeverein soll sie zwischen 18 und 30 Jahren alt sein, aus der Region kommen und sich in der Stadt auskennen. Bewerbungen können ab sofort an die aktuelle Fliederkönigin Hannah-Katharina oder den Gewerbeverein gesendet werden. Bewerbungsschluss ist Anfang März. Die Fliederkönigin wird anschließend gemeinsam mit einer Jury die aussichtsreichsten Kandidatinnen zum Bewerbungsgespräch einladen. Gekrönt wird die neue Fliederprinzessin im Mai. Sie repräsentiert gemeinsam mit der Fliederkönigin die Stadt Bad Frankenhausen bei öffentlichen Veranstaltungen. Die Fliederprinzessin wird jährlich von einer Jury gewählt. Sie wird nach einem Jahr zur Fliederkönigin.

Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2017, 15:16 Uhr