Kaliwerk Sollstedt Ermittlungsverfahren zu Grubenunglück eingestellt

Das Grubenunglück im Kaliwerk Sollstedt vor drei Jahren war nach Einschätzung der Ermittlungsbehörden ein Unglücksfall. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Mühlhausen sagte MDR THÜRINGEN, das Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung sei eingestellt worden. Es sei "kein Drittverschulden erkennbar". Zu diesem Schluss sei ein von der Staatsanwaltschaft beauftragter Gutachter gekommen. Bei der Leerung eines verfüllten Schachtes sei laut Gutachten ordnungsgemäß gearbeitet worden. Es handele sich bei dem Unglück um einen "absoluten Ausnahmefall". Bei dem Unglück am 24. Juni 2014 waren zwei Bergleute von Geröll und Schutt verschüttet worden. Einer kam ums Leben, der andere konnte verletzt geborgen werden.

Bei dem Toten handelte es sich um einen Gutachter aus Erfurt, der die Entleerungsarbeiten in dem 700 Meter tiefen Schacht fachlich begleitet hatte. Der Verletzte war der Geschäftsführer der Bleicheröder Firma NDH-E. Dem Unternehmen gehört seit 2008 das stillgelegte Kalibergwerk Sollstedt im Kreis Nordhausen. Die beiden Männer hatten sich zum Zeitpunkt des Unglücks in einem waagerechten Stollen am Fuße des früheren Entlüftungsschachtes aufgehalten, als sich eine große Menge Geröll und Schutt plötzlich aus dem senkrechten Schacht in den Stollen ergoss.

24.06.2014 Grubenunglück in stillgelegtem Kalibergwerk in Nordthüringen

In einem stillgelegten Kalibergwerk mit zwei Schachtanlagen in Nordthüringen hat sich ein Grubenunglück ereignet, bei dem ein Bergwerksgutachter ums Leben kam. Bilder vom Ort des Geschehens.

Fördergerüst des Schachts Sollstedt bei Nordhausen.
Die Übertageanlagen des Bergwerks Sollstedt. Das Grubengebäude ist unterirdisch mit dem des Bergwerks Bleicherode verbunden. Das Unglück soll sich im Abbaufeld des Sollstedter Bergwerks in 700 Meter Tiefe ereignet haben. Bildrechte: MDR/Kathleen Sturm
Fördergerüst des Schachts Sollstedt bei Nordhausen.
Die Übertageanlagen des Bergwerks Sollstedt. Das Grubengebäude ist unterirdisch mit dem des Bergwerks Bleicherode verbunden. Das Unglück soll sich im Abbaufeld des Sollstedter Bergwerks in 700 Meter Tiefe ereignet haben. Bildrechte: MDR/Kathleen Sturm
Das Fördergerüst des Schachts Sollstedt.
Das Fördergerüst des Schachts Sollstedt: Über diesen Förderkorb wurde der verletzte 69 Jahre alte Geschäftsführer der Betreibergesellschaft nach oben gebracht. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Weil sich seine Verletzungen als leicht herausstellten, konnte er die Klinik bereits am Folgetag wieder verlassen. Bildrechte: MDR/Kathleen Sturm
Bergamts-Mitarbeiter und Angestellte der Betreiberfirma am Schacht Sollstedt.
Bergamts-Mitarbeiter und Angestellte der Betreiberfirma am Schacht Sollstedt. Bildrechte: MDR/Kathleen Sturm
Polizeifahrzeug vor den Übertageanlagen des Bergwerks Bleicherode bei Nordhausen.
Polizeifahrzeug vor den Übertageanlagen des Bergwerks Bleicherode: Noch in der Nacht nach dem Unglück fuhren Ermittler in das Bergwerk ein. Bildrechte: MDR/Michael Hesse
Die Betreibergesellschaft NDH-E entsorgt nach eigenen Angaben unter anderem Filterstäube und Schlacken, feste Abfälle aus der Abgasbehandlung, Gießereialtsande sowie Ofenausbrüche. Bildrechte: MDR/Michael Hesse
Übertageanlage des Bergwerks Bleicherode bei Nordhausen.
Die Übertageanlagen des Bergwerks Bleicherode mit den beiden Fördergerüsten zum Einfahren. Bildrechte: MDR/Michael Hesse
Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (links) und Bergamtsleiter Hartmut Kießling auf dem Gelände des Schachts Bleicherode nach dem Grubenunglück.
Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (links) und Bergamtsleiter Hartmut Kießling in Bleicherode: Nach Angaben des Ministers waren die beiden Opfer des Unglücks in den Schacht eingefahren, weil es Absenkungen gegeben hatte. Bildrechte: MDR/Kathleen Sturm
Leichenwagen auf dem Gelände des Bergwerks Bleicherode. Bei dem Unglück am 24. Juni 2014 war ein Gutachter untertage getötet worden.
Leichenwagen in Bleicherode: Bei dem Einsturz in 700 Meter Tiefe wurde ein 67 Jahre alter Gutachter von Schutt, Geröll und Tonerde begraben. Er konnte nur noch tot geborgen werden. Bildrechte: MDR/Kathleen Sturm
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Das Material war in den Jahren 1991/92 bei der Verwahrung des stillgelegten Kalibergwerks in den Schacht eingebracht worden. Nach Angaben des Thüringer Umweltministeriums handelte es sich bei dem Füllmaterial um Schotter, Kies, lehmigen Sand und Ton, das damals schichtweise eingebracht worden war. Im Jahr 2014 waren jedoch in dem Schacht unerwartete Setzbewegungen in der Füllsäule festgestellt worden. Deshalb war beschlossen worden, den Schacht von unten her zu entleeren. Das Landesbergamt habe den Bergwerksbetreiber damals aufgefordert, die Arbeiten von einem Gutachter fachlich begleiten zu lassen, so das Ministerium. Ein Sonderbetriebsplan sei dafür nicht notwendig gewesen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 03. Oktober 2017, 08:54 Uhr

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2 Kommentare

03.10.2017 14:39 Edgar Günther 2

Weil ich es gerade lese , ist das von der Staatsanwaltschaft angestrengte Verfahren gegen Gauland zur Verhandlung gebracht worden oder eingestellt ? Wenn ja dann sollte man es der Öffentlichkeit auch sagen!

(Anm.d. Redaktion: Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen prüft die eingegangenen Strafanzeigen derzeit noch in einem Ermittlungsverfahren und entscheidet dann, ob sie das Verfahren einstellt oder Strafbefehl beantragt bzw. anklagt)

03.10.2017 09:52 tetyei jános 1

Diese Untersuchung dauerte 3 Jahren! 3 Jahre für Nichtsgetan.

[Anm. d. Red.: Wie kommen Sie darauf, dass die Staatsanwaltschaft nichts getan hätte?]

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