Innere Sicherheit "Reichsbürger" rufen "Königreich Sondershausen" aus

In der Eichsfeldgemeinde Lutter haben sogenannte Reichsbürger am Wochenende das "Königreich Sondershausen" ausgerufen. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN hatten sich dazu rund 50 Nordthüringer getroffen. Thomas Heddergott, Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Uder, zu der auch Lutter zählt, sagte, er habe die Sicherheitsbehörden über das Treffen informiert. Es sei ursprünglich als Privatveranstaltung deklariert gewesen. Wegen des Verdachts weiterer Veranstaltungen der "Reichsbürger" hat Heddergott Unterstützung von Seiten des Landes gefordert.

Wie der Thüringer Verfassungsschutz MDR THÜRINGEN mitteilte, war der Behörde das Treffen in Lutter bekannt. Ob auch ein "Königreich Sondershausen" gegründet wurde, wollte der Verfassungsschutz aber nicht bestätigen. Derzeit werde geprüft, ob das Treffen "tatsächliche organisatorische oder sonstige Auswirkungen haben wird". Laut Verfassungsschutz gibt es in ganz Deutschland rund 30 solcher Scheinstaaten, auch mit Bezug nach Thüringen. Ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes sagte, Thüringen liege verkehrsgünstig in der Mitte Deutschlands. So gebe es beispielsweise in Nordthüringen Aktivitäten von Reichsbürgern angrenzender Bundesländer.

Verwaltungsmitarbeiter durch "Reichsbürger" verunsichert

Dem Vorsitzenden der VG Uder zufolge stiftet bereits seit einigen Monaten ein sogenannter Reichsbürger in der Verwaltungsgemeinschaft Verwirrung. Heddergott sagte MDR THÜRINGEN, dieser Mann habe bereits seinen Personalausweis mit dem Argument zurückgegeben, die Bundesrepublik Deutschland sei nicht rechtmäßig gegründet worden. Auch die Bürgermeisterwahl in Lutter habe er in Frage gestellt. Laut Heddergott fühlen sich mittlerweile einige Verwaltungsmitarbeiter durch den selbsternannten "Reichsbürger" verunsichert.

Verfassungsschutz: 550 "Reichsbürger" in Thüringen

Wie eine Umfrage von MDR THÜRINGEN ergab, melden die meisten Thüringer Landkreise und großen Städte sogenannte Reichsbürger dem Verfassungsschutz. Der Thüringer Verfassungsschutz geht von mittlerweile 550 "Reichsbürgern" im Freistaat aus. Davon hätten 50 einen rechtsextremen Hintergrund. Ministerpräsident Bodo Ramelow verlangte in der letzten Kabinettssitzung von Innen- und Justizministerium, stärker gegen "Reichsbürger" in Thüringen vorzugehen.

Zuletzt aktualisiert: 11. November 2016, 12:54 Uhr

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45 Kommentare

12.11.2016 13:11 Menschenrechtler 45

Viele Deutsche leben am Existenzminimum. Ihre Wut frisst sich in die Gesellschaft - eine Spurensuche (von http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ungleichheit-in-deutschland-ich-wuerde-gerne-mal-zuschlagen-wenn-ich-wuesste-wohin-1.3179306). Bürger entwickeln Hass auf unsere Gesellschaftsordnung und deren Repräsentanten, wenn sie durch das Handeln der Amtsträger merken, dass der gepriesene Rechtsstaat nicht existiert (vgl. z.B. https://www.youtube.com/watch?v=AKl0kNXef-4). Da wir uns immer mehr vom Rechtsstaat des BRD-Grundgesetzes entfernen (vgl. http://hu-marburg.de/homepage/debatte/info.php?id=134), kann nicht erwartet werden, dass Bürger das Grundgesetz so akzeptieren. Das Problem sucht sich ein Ventil. Offenbar bringen Schikanen durch Richter und andere Herrschende auch Bürger darauf, dass die BRD nicht rechtmäßig existiert, vgl. z.B. https://www.youtube.com/watch?v=iramjpMI5TQ&feature=youtu.be, https://www.youtube.com/watch?v=dOK2Ek-WwwY, https://www.youtube.com/watch?v=7gAzBCFfE-4.

09.11.2016 17:00 Räuberhauptmann Hiesel 44

Nun werde ich mein Unwesen in eurem Königreich treiben.
Werde euch missachten etc. Nur das machen was mir gefällt..........