Vermisstenfall Anke Beck Grabung bei Mühlhausen ergebnislos eingestellt

Im Fall der seit 30 Jahren vermissten Anke Beck aus Nordthüringen ist auch eine Grabung ohne Ergebnisse geblieben. Seit Montag hatten zehn Kripo-Beamte im Wald bei Volkenroda im Unstrut-Hainich-Kreis nach sterblichen Überresten gesucht. Auch kleine Bäume wurden dabei gefällt und die Erde in dem Waldstück großflächig 30 Zentimeter tief abgetragen. Die Thüringer Kriminalbeamten bekamen dabei Unterstützung durch vier Spezialisten des Bundeskriminalamts.
Am Dienstagabend teilte die Polizei mit, dass sie die Arbeiten ergebnislos eingestellt habe. Weitere Grabungen dort wären "nicht zielführend".

Rot-weißes Flatterband vor Grabungsstelle in Buchenwald, an der mehrere Männer arbeiten.
Thüringer Ermittler und Beamte des Bundeskriminalamtes bei der Arbeit. Bildrechte: MDR/Katrin Fischer

Die Polizei hatte gehofft, den Vermisstenfall der damals 19-Jährigen aus Mühlhausen aufklären zu können. Die Grabung ging auf Hinweise einer neuen Zeugin zurück. Ein daraufhin eingesetzter archäologischer Spürhund hatte sich in diesem Bereich tatsächlich an zwei Stellen niedergelegt und so signalisiert, dass er menschliche Knochen wittere. Allerdings, so die Polizei, sei der Hund darauf trainiert, Knochen zu finden, die mehrere hundert Jahre alt sind. Damit seien 30 Jahre alte Überreste eventuell zu jung für diesen Spürhund. Für die normalen Leichenspürhunde der Polizei seien sie wiederum zu alt.

Nur undefinierbare Metallteile gefunden

Die Ermittler hatten zwei Tage lang die Fläche, auf der der Hund eine Witterung signalisiert hatte, akribisch abgesucht. Unter anderem wurden Unregelmäßigkeiten in der Bodendichte und Farbveränderungen in den Erdschichten untersucht. an einigen Stellen gruben die Beamten den Boden auf. Schließlich trug ein Radlader etwa 30 Zentimeter Humusschicht ab. Bei der Suche stießen die Beamten aber nur auf verschiedene Metallteile. Diese konnten laut Polizei bisher aber noch nicht zugeordnet werden. Auch Bodenproben, die die Spezialisten in dem Waldstück entnommen haben, blieben ergebnislos.

Nachdem die Polizisten zunächst per Hand in den oberen Bodenschichten nach Spuren der Vermissten gesucht haben, war seit Mittag auch mit einem Bagger weiter gegraben worden.
Die damals 19 Jahre alte Anke Beck aus Mühlhausen war am 30. April nach einer Zugfahrt zwischen Bad Langensalza und Mühlhausen spurlos verschwunden. Eine Leiche wurde nie gefunden.

Zwei weitere offene Fälle

Anke Beck aus Mühlhausen
Fahndungsfoto von Anke Beck Bildrechte: Landespolizeiinspektion Nordhausen

Wie die Polizei in Nordhausen mitteilte, ist der Fall der vermissten Anke Beck nicht der Einzige, der den Ermittlern in Nordthüringen seit Jahren Rätsel aufgibt. Aus den 1980er Jahren gibt es demnach noch zwei ähnliche Fälle. Zu denen, die seit Jahrzehnten gesuchten werden, gehört die 21 Jahre alte Maria H. aus Effelder im Eichsfeld. Sie ist seit 1981 verschollen. Ihre Spur verlor sich in Mühlhausen. Ein weiterer Fall stammt aus dem Jahr 1983. Damals verschwand Jutta Z. in Leinefelde spurlos.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 12.09.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2017, 20:54 Uhr

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