Flüchtlinge Notunterkünfte-Turnhallen renoviert

Elf Turnhallen in Thüringen konnten im vergangenen Winter zeitweise nicht für Schul- oder Vereinssport genutzt werden, weil in ihnen Flüchtlinge einquartiert waren. Nach Angaben der Landesregierung mussten 2015 deshalb rund 1.120 Sportstunden ausfallen. Wie sehen die Hallen jetzt aus und was musste investierte werden, um sie wieder herzurichten? Wir haben nachgefragt:

Seit Frühjahr kommen kaum noch neue Flüchtlinge nach Thüringen, auch reguläre Gemeinschaftsunterkünfte stehen leer - die Turnhallen werden deshalb schon lange nicht mehr als Notunterkünfte benötigt. Die elf zeitweise von Flüchtlingen belegten Turnhallen in Thüringen sind in diesem Jahr mit rund 112.000 Euro wieder hergerichtet worden. Das hat eine Umfrage von MDR THÜRINGEN unter den betroffenen Landkreisen und Städten ergeben. Allein rund 50.000 Euro flossen in die Uni-Sporthalle in Erfurt. Das Geld vom Thüringer Wissenschaftsministerium wurde vor allem dafür verwendet, den Hallenboden wieder aufzuarbeiten. Wie Uni-Sprecherin Carmen Voigt MDR THÜRINGEN sagte, war der Boden vor Einzug der Flüchtlinge nicht geschützt worden. 62.000 Euro flossen in die übrigen zehn Turnhallen. Mit dem Geld wurden auf Kosten der jeweiligen Landkreise und Städte die Turnhallen gereinigt und häufig auch gemalert. In einigen wenigen Gebäuden waren auch Reparaturen in Duschen, Toiletten und an der Elektrik notwendig.

Am längsten belegt war die Turnhalle des Staatlichen Berufsbildungszentrums in Jena Göschwitz. Zwischen September 2015 und Mai 2016 waren dort über neun Monate Flüchtlinge untergebracht. Im Anschluss investierte die Stadt etwa 12.200 Euro für Grundreinigung, Maler- und Reparaturarbeiten. Benjamin Zollmann vom Eigenbetrieb Kommunale Immobilien der Stadt Jena sagte MDR THÜRINGEN, "die entstandenen Schäden waren zu erwarten, wenn Dutzende Menschen über Monate eine Turnhalle als Unterkunft nutzen". Er habe sogar mit höheren Kosten gerechnet. Es sei vor allem deshalb günstiger geworden, weil ein Teil der Arbeiten von den stadteigenen Hausmeistern erledigt wurden. Zudem seien die Böden der Turnhallen durch Fließ und Holzplatten geschützt gewesen, so Zollmann. Die Turnhallen des Berufsschulzentrums und der Hochschule Nordhausen zum Beispiel waren dagegen nach Angaben des Landkreises nur wenige Tage belegt und mussten deshalb nur normal gereinigt werden.

Nach Angaben der Landkreise und Städte entspricht der Zustand der Hallen inzwischen wieder dem vor Einzug der Flüchtlinge. Zumeist konnten die Gebäude einige Tage nach Auszug wieder regulär genutzt werden. Als letzte waren die Turnhalle des Staatlichen Berufsbildungszentrums in Jena-Göschwitz und der Staatlichen Berufsbildenden Schule in der Jenaer Breitscheid-Straße Mitte August wieder dem Schulsport und den Vereinen übergeben worden. Die Turnhalle in Jena-Winzerla wird derzeit nach Angaben der Stadt nicht benötigt und bleibt deshalb Notunterkunft in Reserve. Außerdem wird die Halle als Lager verwendet.

Belegung von Turnhallen durch Flüchtlinge in Thüringen

Zuletzt aktualisiert: 29. Dezember 2016, 12:13 Uhr

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11 Kommentare

30.12.2016 23:19 Eulenspiegel 11

Agnostiker Hauptsache man kann belegen das der Staat so böse ist.
Frager auch sie klammern sich an die Vorstellung eins bösen Staates.
Die Vorstellung das dieses einfach Sache der Uni sein könnte kommt ihnen gar nicht. Ja dann ist es halt die böse Uni die nur im Auftrag von Merkel handelt.

30.12.2016 18:56 Frager 10

@Günter 8:
Ich versuche in keinster Weise, mich verbissen an etwas zu klammern.
Eher machen Sie mit Ihrer ( rhetoerischen) Frage keinen guten Eindruck.
Agnostiker 9 blickt da besser durch.

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Die ehemalige Notunterkunft für Flüchtlinge in der Turnhalle Jena-Göschwitz
Bildrechte: MDR THÜRINGEN
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