Thüringen

Parteienfinanzierung : Verfassungsschutz: NPD saniert sich mit Steuergeldern

Die rechtsextreme NPD bekommt mehr Geld vom Staat. Wie die Bundestagsverwaltung dem MDR THÜRINGEN mitteilte, ist die staatliche Parteienfinanzierung für die NPD im vergangenen Jahr noch einmal gestiegen. Im Jahr 2011 zahlten Bundestag und Landtage insgesamt 1,3 Millionen Euro an die Partei - etwa 100.000 Euro mehr als im Vorjahr. Grund seien die NPD-Ergebnisse bei Landtagswahlen. In diesem Jahr werde zunächst ein Abschlag in gleicher Höhe überwiesen, heißt es aus dem Bundestag. Von der Gesamtsumme zahlt der Thüringer Landtag fast 23.000 Euro direkt an den Thüringer NPD-Landesverband aus.

NPD hat "Finanzen im Griff"

Ein ausländerfeindliches Plakat der hessischen NPD
Wer bei der Wahl Stimmen fängt, erhält Geld dafür - so auch die NPD.

Nach NPD-Angaben sind die staatlichen Hilfen der größte Einzelposten in ihrem Etat. Mit der Geldspritze konnten sie ihre Kassenlage gründlich sanieren. "Die Thüringer NPD hat ihre Finanzen gut im Griff", heißt es in einem internen Haushaltspapier der Partei, das dem MDR vorliegt. Der Thüringer Verfassungsschutz schreibt in seinem Jahresbericht: "Es könne nunmehr ein jährlicher Überschuss erwirtschaftet werden. Allein im Jahr 2011 habe dieser über 19.000 Euro betragen." Dies sei auf die gestiegene Parteienfinanzierung zurückzuführen.

Auf der Grundlage des Parteiengesetzes werden politische Parteien vom Staat mitfinanziert, wenn sie mindestens 0,5 Prozent Stimmenanteil bei der Bundestags- oder Europawahl oder mindestens ein Prozent der Stimmen bei einer Landtagswahl erreichen. Außer einem Zuschuss pro Stimme legt der Staat  auch bei den sonstigen Einnahmen wie Beiträgen, Mandatsträgerabgaben oder Spenden noch etwas drauf. Die Höhe des Zuschusses ist allerdings gedeckelt. Er darf nicht mehr als die Hälfte der Einnahmen betragen. Die Gesamthöhe der Parteienfinanzierung ist ebenfalls in der Höhe begrenzt.

Die Förderung der umstrittenen NPD durch öffentliche Gelder sorgt immer wieder für große Empörung - gerade nach Bekanntwerden der Neonazi-Mordserie. Überlegungen der Innenministerkonferenz, den Rechtsextremen auch ohne Parteiverbot den Geldhahn zuzudrehen, haben die Innenminister mittlerweile verworfen. Am nächsten Samstag wollen die Ministerpräsidenten entscheiden, ob sie ein NPD-Verbot auf den Weg bringen.

Staatliche Finanzierung von Parteien | Jahressummen gerundet in Euro
  NPD CDU SPD FDP
Summe Bund+Länder 2011 1,3 Mio. 44,6 Mio. 42,6 Mio. 13,6 Mio.
Summe Bund+Länder 2010 1,2 Mio. 42,9 Mio. 39 Mio. 13,4 Mio.
Summe Bund+Länder 2009 1,1 Mio. 41,9 Mio. 39,6 Mio. 12,6 Mio.
Anteil Thüringen seit 2009 23.000 165.000 98.000 40.000

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2012, 18:50 Uhr

8. der liebe Wolf:
V/IM, Despang: Wenn das Bundesverfassungsgericht die NPD verbieten sollte, macht Ihr doch auch IM Untergrund weiter... Wenn das Bundesverfassungsgericht Eure Greueltaten in und an der Demokratie legalisieren hilft und nicht verbietet, gleicht es einer Machtergreifung der braunen Brühe!!Und wenn wir auf die Straße gehen gegen Euch, verfolgt Ihr die Gegner der Nazis mit staatlichen Mitteln! Eure Einschüchterungsversuche am Bürger sind doch schon erfolgreich verlaufen! Was wollt ihr noch? Aber Demokratie kommt nicht von demolieren, merkt Euch das!
03.12.2012
15:01 Uhr
7. Déjà-vu:
"Wir gehen in den Reichstag hinein, um uns im Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffen zu versorgen. Wir werden Reichstagsabgeordnete, um die Weimarer Gesinnung mit ihrer eigenen Unterstützung lahm zu legen. Wenn die Demokratie so dumm ist, uns für diesen Bärendienst Freifahrkarten und Diäten zu geben, so ist das ihre Sache. ... Uns ist jedes gesetzliche Mittel recht, den Zustand von heute zu revolutionieren. Wenn es uns gelingt, bei diesen Wahlen sechzig bis siebzig Agitatoren und Organisatoren unserer Partei in die verschiedenen Parlamente hineinzustecken, so wird der Staat selbst in Zukunft unseren Kampfapparat ausstatten und besolden. ... Man soll nicht glauben, der Parlamentarismus sei unser Damaskus. ... Wir kommen als Feinde! Wie der Wolf in die Schafherde einbricht, so kommen wir. Jetzt seid Ihr nicht mehr unter Euch! Und so werdet Ihr keine reine Freude an uns haben!" Joseph Goebbels
03.12.2012
10:59 Uhr
6. Jens:
nazis raus aus den köpfen!
02.12.2012
12:54 Uhr
5. Rene Despang:
Sie sollten einmal erzählen, was die anderen Parteien an staatlichen Geldern bekommen. Es ist doch selbstverständlich das, wenn die NPD immer mehr Unterstützung aus der Bevölkerung bei Wahlen erhält, sie dann auch anrecht auf mehr Geld aus der staatlichen Parteienfinanzierung bekommt. Dies dürfte sich, gerade nach der nächsten Bundestagswahl, noch um einiges erhöhen, dessen bin ich mir ziemlich sicher.
01.12.2012
18:35 Uhr
4. roland M:
es ist leider unsere Politik. Es wird nur ein Feind in allen Medien und auf der Straße angeprangert. Welche Medien befassen sich mit den Links- Radikalen? Ich sehe auf jedem Sender, daß die Links-Radikalen hofiert werden. Ihre verstekte Propaganda wird noch honoriert. Warum erscheind nicht in dieser Tabelle "Staatliche Finanzierung von Parteien | Jahressummen gerundet in Euro" die Finanzierung aller staatsfeindlichen Parteien??
01.12.2012
14:19 Uhr
3. Basta:
Da die Partei nicht verboten ist und nicht verboten werden kann, steht ihr das zu. Der Thüringer Michel könnte höchstens auf die Idee kommen und der Partei noch weniger Stimmen geben, damit das Geld noch weniger wird. Alles andere ist business as usual. Basta.
01.12.2012
13:24 Uhr
2. gitte:
Was soll dieser "hoch interessante" Verweis auf die Parteinfinanzierung? Eigentlich bekannt und gesetzlich abgedeckt. Leider.
01.12.2012
12:06 Uhr
1. Alex:
Was soll der Hauptverweis auf die NPD, wenn wie zugegeben alle Parteien "staat"lich gefördert werden? Diese tendenziöse Propaganda wird unterträglich.
01.12.2012
11:25 Uhr

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