Der Angeklagte Ralf Wohlleben sitzt hinter der Angeklagten Beate Zschaepe am Dienstag (28.06.2016) im Landgericht in Muenchen beim 291. Verhandlungstag im NSU-Prozess.
Ralf Wohlleben Bildrechte: IMAGO

NSU-Prozess Ankläger halten mutmaßliche Terror-Helfer für überführt

Im NSU-Prozess haben die Plädoyers gegen die Mitangeklagten von Beate Zschäpe begonnen. Ralf Wohlleben und Carsten S. sollen die Waffe beschafft haben, mit der neun Menschen getötet wurden. Die Bundesanwaltschaft sieht dies bestätigt.

Der Angeklagte Ralf Wohlleben sitzt hinter der Angeklagten Beate Zschaepe am Dienstag (28.06.2016) im Landgericht in Muenchen beim 291. Verhandlungstag im NSU-Prozess.
Ralf Wohlleben Bildrechte: IMAGO

Im NSU-Prozess hält die Bundesanwaltschaft die Anklage gegen die mutmaßlichen Helfer Ralf Wohlleben und Carsten S. für "im vollen Umfang" bestätigt. Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten sagte am Montag vor dem Oberlandesgericht in München, Wohlleben und S. seien durch die Beweisaufnahme der Beihilfe zum Mord in neun Fällen überführt. Die beiden Männer seien für die Beschaffung und Lieferung der Waffe vom Typ Ceska verantwortlich. Mit der Ceska wurden neun Menschen aus Fremdenhass vom NSU getötet. Die Anklage beschuldigt Wohlleben und S., die Mordwaffe besorgt zu haben und sich damit der Beihilfe zum Mord an neun Migranten schuldig gemacht zu haben.

"Fremdenfeindlichen Vorstellungen des Trios verpflichtet"

Weingarten sagte, sowohl Wohlleben als auch Carsten S. hätten die naheliegende Möglichkeit erkannt, dass der aus Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe bestehende NSU mit der Pistole Menschen töten würden. Trotzdem hätten sie deren Wunsch erfüllt, die Waffen zu beschaffen. Wohlleben und Carsten S. hätten sich den fremdenfeindlichen Vorstellungen des Trios verpflichtet gefühlt, so Weingarten.

Nach Angaben des Vertreters der Bundesanwaltschaft wird das Plädoyer über die Sommerpause hinaus dauern. Er werde die beiden verbleibenden Verhandlungstage vor der Sommerpause, den Montag und Dienstag, vollständig für das Plädoyer gegen Wohlleben und S. benötigen. Erst nach der Sommerpause könne dann das Plädoyer gegen die zwei weiteren angeklagten mutmaßlichen NSU-Helfer folgen, sagte Weingarten.

Zschäpe als gleichberechtigtes NSU-Mitglied

Die Bundesanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche bereits die Verurteilung der Hauptangeklagten, Beate Zschäpe, als Mittäterin an allen Morden und Anschlägen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" gefordert. Sie sei Mitgründerin und Mitglied einer terroristischen Vereinigung und entgegen ihrer eigenen Aussage gleichberechtigtes Mitglied des NSU. In dem Verfahren gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe geht es um die zehn Morde, zwei Bombenanschläge und mehr als ein Dutzend Raubüberfälle, die dem NSU vorgeworfen werden. Außerdem müssen sich mit dem ehemaligen NPD-Funktionär Ralf Wohlleben aus Jena, dem Neonazi André E. sowie die aus der rechten Szene ausgestiegenen Holger G. und Carsten S. vier mutmaßliche NSU-Helfer verantworten.

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 31.07.2017 | 18:00 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN / AFP

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2017, 11:36 Uhr

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31 Kommentare

02.08.2017 09:25 Peter 31

@28 Agnostiker: Finden Sie sich einfach damit ab. Die demokratische Gesellschaft in der Bundesrepublik weiss sich zu wehren.
Die mordenden Untergrundkämpfer des NSU sind tot, Zschäpe und Wohlleben gehen in den Knast.
Und das 3. Reich wird nicht wieder auferstehen. Da können Sie so lange, wie Sie wollen, in "Mein Kampf" lesen.

02.08.2017 07:56 Egon @Steiner 30

Danke für die Rechtschreibprüfung! Nichtsdestotrotz, haben Sie sich mal Gedanken darüber gemacht & eine nachvollziehbare Lösung gefunden, wie es B+M z.B. geschafft haben sollen, an keinem der Tatorte auch nur die geringste Spur zu hinterlassen? Es gibt dort über 4000 unbekannte DNA-Spuren! Oder keinerlei Fingerabdrücke von M. an der „Selbstmordpumpgun“ und nach dem letzten Schuß nochmal repetiert? Übrigens gibt’s das Wort „derem“ nicht, es müßte wohl eher deren oder dessen heißen. Da Sie ja genau wissen wer die Mordgehilfen (das wird mit „g“ geschrieben ;-))waren, bitte melden Sie das umgehend der Polizei & bitte auch die Beweise und/oder Zeugen mitliefern. Ich freue mich, daß mit Ihnen endlich jemand wissend & in der Lage ist, diese Verbrechen vollumfänglich aufzuklären! Spaß beiseite! Haben Sie sich das Interview wenigstens angesehen, bevor Sie es verurteilen?Und wenn ja & Sie seine Ausführungen für unwahr halten, haben Sie das auch mit Blick in die Ermittlungsakten geprüft?

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