Insolvenz

Weltentore schließen sich

Der von finanziellen Problemen gebeutelte Fantasy-Park "Weltentor" bei Ronneburg muss sofort schließen. Die Projekt Weltentor Unternehmergesellschaft hat am Donnerstag einen Antrag auf Insolvenzeröffnung beim Amtsgericht in Gera stellen. Das teilten die Geschäftsführer dem MDR THÜRINGEN JOURNAL mit.

Weltentor - Fantasypark bei Ronneburg
In die Anlage wurden drei Millionen Euro investiert.

Drei Millionen Euro investiert

Demnach reichen die Besucherzahlen und die Einnahmen nicht aus, um bis Ende Oktober die Löhne für die verbliebenen 29 Mitarbeiter zu zahlen. Alle geplanten Veranstaltungen in dem Themenpark auf dem ehemaligen Buga-Gelände fallen aus. Ursprünglich war geplant, den Park zumindest bis zum 1. November offen zu halten. Anschließend wollte die Gruppe von Mitarbeitern selbst das Handtuch werfen, da eine Fortführung im kommenden Jahr finanzielle Ausmaße gehabt hätte, die nicht zu bewältigen gewesen seien. Allein für den Betrieb des Parks seien 2010 Investitionen von etwa einer halben Million Euro nötig. In den Themenpark wurden bisher rund drei Millionen Euro investiert.

Neue Bewerber

Die Mitarbeitergesellschaft hatte den Park seit August offengehalten. Zuvor waren schon die Gründer des Weltentores, die Weltentor GmbH & Co. KG, in ein Insolvenzverfahren gegangen. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Michael Bleek sind rund drei Millionen Euro offene Forderungen angemeldet. Zur Zeit wird von 190 Gläubigern ausgegangen. Bei der Hauptgläubigerin, der Sparkasse Gera-Greiz, liegt inzwischen ein Weiterführungs-Konzept für das Parkgelände vor. Darum bewirbt sich jetzt ein Verein, der 35 Mitglieder aus mehreren Bundesländern hat. Ob seine Idee umgesetzt werden kann, ist zur Zeit noch offen.

Spaziergänger sind auf der Erlebnisbrücke "Drachenschwanz" unterwegs
Auf dem ehemaligen Buga-Gelände entstand das "Weltentor".

Das "Weltentor" war im Spätherbst 2008 auf einem revitalisierten Bergbaugebiet, das Teil der Bundesgartenschau 2007 in Gera und Ronneburg war, eröffnet worden. Erst im Mai war der rund 20 Hektar große Park für die Sommersaison geöffnet worden. Geplant war, den Erlebnispark schrittweise auf 45 Hektar zu erweitern und bis zu 20 Millionen Euro zu investieren. Ursprünglich hatten die Betreiber mit 700 Besuchern pro Wochenende gerechnet. Stattdessen seien aber nur bis zu 450 gekommen. Die Initiatoren hatten anfangs auch von rund 150.000 Besuchern im ersten Jahr gesprochen, mittelfristig gar von bis zu 300.000 Gästen pro Jahr. Noch vor der Eröffnung des mittelalterlich inspirierten Parks Anfang Juli 2009 war ihnen jedoch das Geld ausgegangen.


Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2009, 19:26 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

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