Rechtsextremismus

Offenbar Dokumente aus Riegers Nachlass gestohlen

Wichtige Akten zum Immobilienbesitz des kürzlich verstorbenen Rechtsextremisten Jürgen Rieger sind verschwunden. Das berichteten NDR Info und der "Weserkurier" am Montag. Den Berichten zufolge sollen sich Aktivisten der rechten Szene Zugang zu Riegers Anwaltskanzlei in Hamburg verschafft und die Unterlagen an sich genommen haben. Dabei soll es sich vor allem um Dokumente zu der von Rieger gegründeten "Wilhelm-Tietjen-Stiftung für Fertilisation Ltd." handeln. Die Stiftung ist in deutschen Grundbüchern als Eigentümerin mehrerer Immobilien eingetragen, unter anderem des "Schützenhauses" in Pößneck.

Blick auf das Schützenhaus in der Straße des Friedens in Pößneck
Blick auf das Schützenhaus in der "Straße des Friedens" in Pößneck

Seit Riegers Tod Ende Oktober versuchen Behörden, die betreffenden Immobilien den Rechten zu entziehen. Dazu sind die nun verschwundenen Dokumente den Berichten zufolge wichtig, da sie die komplizierte Eigentumslage der Immobilien erhellen. In einem ersten Schritt hatte beispielsweise die Stadt Pößneck das "Schützenhaus" Ende vergangener Woche sperren lassen. Offiziell erfolgte diese Maßnahme nach Angaben der Stadtverwaltung zur Wahrung der Rechte von Erben Riegers. Dessen Familie hat nach eigenen Angaben nichts mit der rechten Szene zu tun.

Rieger galt als maßgeblicher Förderer und Geldgeber der Neonazi-Szene in Deutschland. Unter anderem hatte der Hamburger Rechtsanwalt der NPD immer wieder mit Darlehen finanziell unter die Arme gegriffen.

Zuletzt aktualisiert: 09. November 2009, 15:56 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

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