Archäologie

3.000 Jahre alte Kultstätte entdeckt

Archäologen haben auf einem Hügel bei Gößnitz im Altenburger Land eine Kultstätte aus der späten Bronze- und frühen Eisenzeit entdeckt. Wie Ines Spazier vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie sagte, ist der Fund der rund 3.000 Jahre alten Stätte "eine kleine Sensation".

Archäologen haben auf einem Hügel bei Gößnitz im Altenburger Land eine Kultstätte - eine Art Feuergrube - aus der späten Bronze- und frühen Eisenzeit entdeckt.
Die 3.000 Jahre alte Feuergrube ist vermutlich eine Opferstätte.

Die Expertin vermutet, dass der Ort zu einer 500 Meter entfernt liegenden Siedlung gehören könnte, die bereits im Sommer entdeckt worden war. Dort stießen die Archäologen unter anderem auf alte Webgewichte.

In der nun entdeckten Feuergrube seien vermutlich Tierknochen als Opfergabe verbrannt worden. Diese wurden anschließend mit Keramikscherben abgedeckt. Da in Kürze schweres Baugerät am Fundort zum Einsatz kommen wird, um eine Ortsumfahrung der B93 zu bauen, sollen die Fundstücke in den kommenden Tagen geborgen und anschließend restauriert werden.

Nach Einschätzung von Archäologen können aus der Feuergrube rund zehn Kilogramm Keramik von unterschiedlichen Gefäßen geborgen werden.
Nach Einschätzung der Archäologen können hier rund zehn Kilogramm Keramik von unterschiedlichen Gefäßen geborgen werden.

Spazier vermutet, dass die vermeintliche Opferstätte sogar überdacht gewesen sein könnte. Pfostenverfärbungen in der Erde deuteten darauf hin. Die Menschen der damaligen Zeit könnten in der Siedlung gelebt und gearbeitet und auf dem Hügel ihre kultischen Handlungen vollzogen haben.

Die Experten hatten rund 23.000 Quadratmeter Fläche untersucht. Erst in der letzten geplanten Grabungswoche seien sie auf den Kultort gestoßen. Nach Einschätzung von Archäologe Uwe Petzold, wird sein Team rund zehn Kilogramm Keramik von unterschiedlichen Gefäßen bergen können. Diese seien offenbar bewusst für kultische Handlungen zerschmettert und auf der Grube positioniert worden. Schließlich sei die Herstellung von Keramik vor 3.000 Jahren eine ziemliche Prozedur gewesen, und deren mutwillige Zerstörung sicher nicht ohne Grund. Dass die Opferstelle im Boden liegt, deute darauf hin, dass der Mensch der Bronzezeit auch Mächte verehrte, die er in der Erde vermutet habe.

Zuletzt aktualisiert: 11. November 2009, 09:51 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

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