Ost-Thüringen

Mitte-Deutschland-Verbindung : 70 Millionen Euro für Streckenausbau - Streit um ICE-Halt

Der Bau der Mitte-Deutschland-Verbindung kommt weiter voran. Nach Angaben von Thüringens Verkehrsminister Christian Carius wird die Bahnstrecke zwischen Weimar und Stadtroda voraussichtlich bis 2016 zweigleisig ausgebaut.

Erfurter Hauptbahnhof
Der Erfurter Hauptbahnhof wird ICE-Knotenpunkt

Die dafür notwendige Finanzierungsvereinbarung über 70 Millionen Euro sei jetzt von Bundesverkehrsministerium und Bahn unterzeichnet worden. Carius sagte, dass die 17 Kilometer lange Strecke für die Anbindung an den künftigen ICE-Knoten in Erfurt ab 2017 notwendig sei. Durch sie könnten Kapazitätsengpässe auf der Linie beseitigen werden. Die Bahn rechnet damit, dass mit dem Ausbau der Strecke im kommenden Jahr begonnen werden könne. Dazu müsse aber bis Ende März 2013 Baurecht bestehen. Dann erfolge die europaweite Ausschreibung. Laut Bahn geht es konkret um die Abschnitte Weimar-Großschwabhausen und Neue Schenke-Stadtroda.

Wie Carius weiter mitteilte, ist künftig auch die durchgängige Elektrifizierung der gesamten Mitte-Deutschland-Verbindung geplant. Die Verbindung sei ein zentrales verkehrspolitisches Projekt. Allerdings sei die Elektrifizierung in den Planungen des Bundes nachrangig. Das Land strebe aber eine Beschleunigung des Verfahrens an.

Debatte über ICE-Halt in Weimar - Bündnis schlägt Zugteilung vor

Derweil wird weiter über die künftige Anbindung von Weimar an das Fernverkehrsnetz der Bahn gestritten. Hintergrund ist die Entscheidung des Unternehmens, ab 2015 den ICE-Haltepunkt Weimar zu streichen. Verkehrsminister Christian Carius sprach sich dafür aus, auch nach 2015 die Stadt an das ICE-Fernverkehrs-Netz anzubinden. Derzeit gebe es entsprechende Verhandlungen mit der Bahn. Ziel sei, einen so genannten integrierten Fernverkehr über Weimar fahren zu lassen, den auch Nahverkehrskunden nutzten könnten. Ergebnisse der Gespräche sollen laut Carius noch vor dem Sommer vorliegen.

Bei einer Podiumsdiskussion forderte das Weimarer Bündnis "Nächster Halt Weimar" am Dienstagabend erneut eine direkte und regelmäßige Anbindung der Stadt an den Fernverkehr. Dazu schlägt das Bündnis vor, ICE-Züge aus Richtung Frankfurt in Erfurt zu teilen. Ein Teil soll auf der Neubaustrecke Richtung Leipzig und Dresden weiterfahren. Der andere Zugteil soll auf der Altstrecke über Weimar und Leipzig nach Berlin fahren.

Das Weimarer Bündnis wehrt sich gegen eine Abkopplung der Stadt vom Fernverkehrsnetz der Bahn. Der als Ersatz angebotene S-Bahn-ähnliche Ausbau des Regionalverkehrs wird von dem Bündnis abgelehnt. Er entspreche nicht der Bedeutung und den Aufgaben der Klassikerstadt sowie der ebenfalls betroffenen Nachbarstädte Jena und Gera. Im Jahr 2015 soll die ICE-Neubaustrecke Erfurt-Berlin in Betrieb genommen werden. Bereits jetzt halten zumeist IC-Züge und nur noch vereinzelt ICE-Züge in Weimar.

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2013, 10:59 Uhr

5. Bahnfan:
Bitte bleibt weiter am Ball. Das Ziel, mitm Oberleitung und Vollausbau ist im Plan. Jetzt nur keine Rückschläge. Die Grünen waren ja eine Legislaturperiode nicht im Thüringer Landesparlament vertreten, was jetzt an der virtuellen Zeitachse fehlt!
10.01.2013
17:20 Uhr
4. ChefAlf:
Guten abend. Die Bann selber ist nicht an allem Schuld. Wozu müssen ICE´s in Städten wie Gotha, Eisenach oder auch Weimar halten, wenn eine Stadt wie Gera abgekoppelt ist? Denkt bitte mal nach wie klein Weimar im Vergleich ist. Verzeihung aber Weimar braucht nicht stündliche ICE/IC Verbindungen. Auch in Jena braucht es keine stündliche Verbindung und das sage ich als Jenenser, aber ein Umweg über Erfurt ist hirnrissig. Eine schnelle z.b. Interregio Verbindung Nürnberg-Leipzig ist ausreichend. Die MDV ist mit dem RE sehr gut versorgt, diese müssten nur verlängert werden nach Ost und West. Bis Dresden wäre ein Traum, aber ich glaube nicht dran. Natürlich ist die ICE Verbindung durch den Wald ein riesiges Geldloch aber es wurde nun mal so entschieden von der Politik. Warum der Halt in Ilmenau aber wegfiel bleibt ein Rätsel, so hätten wenigstens 2 Städte etwas davon. Es werden nicht mehr Menschen erst nach Erfurt fahren und von dort starten, Nein sie werden Auto fahren.
09.01.2013
16:11 Uhr
3. Markus:
Komisch, aber es sieht so aus, daß die Bahn alles mögliches tut, um ihre Kunden zu zwingen, auf PKW umzusteigen... Will die Bahn wirklich alle Kunden verlieren?
09.01.2013
09:49 Uhr
2. Armin Gärtner:
Die MDV hatte in den 90`er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Fernverkehr in Form der alle zwei Stunden verkehrenden Interregios, mit denen ich selber häufiger nach Dresden gefahren bin. Und diese Züge wurden problemlos von E-Lok auf Diesellok umgespannt und fuhren auch über die eingleisige Strecke. Die Politik hätte schon viel früher daran arbeiten müssen, dass die Fernverkehrsverbindung über die MDV erhalten bleibt. Jetzt kommt der Fernbus, der auf den nicht mehr vorhandenen Nebenfernstrecken der DB den Verkehr übernehmen wird. Ich halte es für nicht realistisch, davon zu träumen, dass es über die MDV in den nächsten Jahren noch einmal Fernverkehr von und nach dem Ruhrgebiet geben wird. Eine solche Verbindung müßte in kürzester Zeit wieder aufgebaut bzw. eingerichtet werden. Die DB müßte erkennen, dass sie sich in ihrer Renditeversessenheit selber amputiert hat und wieder eigenwirtschaftlichen Fernverkehr auf der MDV einrichten. Das ist aber ebenfalls sehr unwahrscheinlich!
08.01.2013
20:37 Uhr
1. rolf piper:
Das ist wieder eine Spitzenleistung von Personen, die vom Tuten und Blasen keine Ahnung haben. Die sinnlose Geldausgabe für die ICE-Strecke durch den Thüringer Wald wird der Bahn Probleme über Probleme bringen. Ein Schneestrum und alle Räder stehen still. Weiter geht es dann durch die Steppe, ehe überhaupt eine Stadt von Bedeutung auftaucht. Die größte Frechheit ist die Abkopplung von Weimar, einer der Kulturstätten Europas. Selbst das an sich unauffällige Erfurt wird nicht zum ständigen Halt. Die Strecke zwischen Mannheim und Saarbrücken wird sogar von TGVs befahren, obwohl diese Strecke noch kurvenreicher als die durch das Sormitztal ist. Mit einem Bruchteil des Geldes, das für die Th.W. Durchquerung verschleudert wird, hätte die ICE-Strecke über Saalfeld, Katzhütte zu einer 300Km/h- Strecke machen können. Früher gabs die Bonzenschleuder ...
08.01.2013
17:52 Uhr

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Mitte-Deutschland-Verbindung

Die Mitte-Deutschland-Strecke führt von Chemnitz in Sachsen über Gera, Jena, Weimar und Erfurt über Kassel bis nach Westfalen. Sie gilt als wichtiger Schienenweg in Thüringen - sowohl für den Nahverkehr als auch für die Anbindung Ostthüringens an das ICE-Netz der Deutschen Bahn AG. Allerdings ist die Verbindung zwischen Gera und Weimar nur eingeschränkt: Sie ist derzeit streckenweise eingleisig und auf einer Länge von etwa 100 Kilometern nicht elektrifiziert. Das zweite Bahngleis musste nach Ende des Zweites Weltkrieges als Reparationsleistung an die Sowjetunion demontiert werden. Sowohl die Deutsche Bahn AG als auch Anliegerkommunen fordern seit längerem vom Bund, den durchgehenden zweigleisigen Ausbau voranzutreiben. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf rund 50 Millionen Euro, das Land Thüringen beteiligt sich mit zwei Millionen.

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