Ost-Thüringen

Landgericht Gera : Prozessauftakt gegen mutmaßlichen Drogendealer

Ein mutmaßlicher Drogendealer muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Gera verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 27-Jährigen vor, mit mehr als 100 Kilogramm Marihuana sowie mehreren Kilogramm Crystal gehandelt zu haben. Der Preis der illegalen Drogen liegt bei mehr als 600.000 Euro.

Angeklagter weist Vorwürfe zurück - Anklage spricht von Handel seit 2008

Der Angeklagte wies zum Prozessauftakt jegliche Schuld von sich. Über seinen Anwalt ließ er erklären, die Vorwürfe des Drogenhandels im großen Stil entsprächen nicht den Tatsachen. Weitere Angaben machte er nicht.

Nach Überzeugung von Staatsanwältin Vera Wtorczyk begann der Angeklagte im Oktober 2008 mit seinen Drogengeschäften. Damals, so die Anklage, habe er in Leipzig ein Kilogramm Marihuana gekauft und nach Ostthüringen gebracht. Danach habe es rund alle zwei Wochen weitere Fahrten gegeben. Dabei habe der Angeklagte auch Haschisch, Crystal und Kokain besorgt und dann in den Regionen Greiz und Zeulenroda mit Gewinn weiterverkauft. Mit dem Erlös soll er seinen eigenen Drogenkonsum und seinen Lebensunterhalt finanziert haben.

Ehemaliger Komplize sagt gegen Angeklagten aus

Staatsanwältin Wtorczyk stützt sich in ihrer Anklage auf die Aussage eines ehemaligen Komplizen. Der 28-Jährige hatte nach eigener Aussage den Angeklagten mit Unterbrechungen regelmäßig gefahren. Der Mann, der bei einer der Fahrten im Februar 2012 von der Polizei erwischt und inzwischen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, gab am Montag an, er habe anfangs nicht gewusst, dass es um den Transport von Drogen gehe. Später sei er eingeweiht worden und habe bei der Übergabe sogar zugesehen. Für die Fahrten habe ihm der der Angeklagte meist Schulden erlassen oder ihn mit Marihuana bezahlt. Die Qualität der Drogen sei sehr hoch gewesen. Auf einer Skala von eins bis zehn würde er sie mit zehn plus bewerten.

Dem nicht vorbestraften Angeklagten drohen bei einer Verurteilung mehrere Jahre Haft. Für den Prozess sind zunächst vier weitere Verhandlungstage bis zum 21. September vorgesehen.

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2012, 21:03 Uhr

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