Justiz Gefängnis in Gera wird geschlossen

Thüringens kleinstes Gefängnis in Gera wird am Freitag geschlossen. Nach Angaben des Justizministeriums wurden die letzten 30 Gefangenen bereits in die Haftanstalten Hohenleuben und Suhl-Goldlauter verlegt. Sie seien zuletzt von doppelt so vielen Bediensteten betreut worden. Ursprünglich sollte die JVA Gera erst geschlossen werden, wenn das gemeinsam mit Sachsen betriebene Gefängnis in Zwickau fertig ist. Das Ministerium begründet das vorzeitige Aus für das Gefängnis Gera mit wirtschaftlichen Erwägungen.

Die  Justizvollzugsanstalt Gera.
Steht jetzt leer: Das Gefängnis in Gera. Bildrechte: MDR/Robert Müller

Die Verlegung der Gefangenen nach Hohenleuben ist auch nicht von Dauer: Wenn die JVA Zwickau fertig ist, soll auch dort Schluss sein. Das Geraer Gefängnis soll entkernt und von der landeseigenen Liegenschaftsgesellschaft veräußert werden. Die Stadt Gera hat bereits starkes Interesse an der stark sanierungsbedürftigen Anlage geäußert. Stadtsprecher Uwe Müller sagte, das einstige Brauerei-Gebäude befinde sich in zentraler Lage. Es sei verkehrstechnisch hervorragend erschlossen und umgeben von zahlreichen Kultureinrichtungen und vielen Parkplätzen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. Oktober 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2017, 20:12 Uhr

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5 Kommentare

21.10.2017 09:54 Ostthüringer 5

Gera ist gleichzeitig Standort eines "Justizzentrums" (Amts-, Land- und Verwaltungsgericht, Staatsanwaltschaft sowie Landespolizeiinspektion) - es ist ggf. vorstellbar, dass genau diesen Institutionen Mehr(kosten)aufwand entstehen, wenn diese keine Justizvollzugsanstalt in unmittelbarer Nähe haben....
Sollte die Schließung der JVA Hohenleuben zeitnah folgen - könnte diese Tendenz sich verfestigen und zwingend ein MEHR an Personal erfordern. Inhaftierte haben Angehörige, rechtliche Vertreter und der für sie zuständige Gerichtsstandort bleibt Gera - nicht alles geht heute "online" besonders nicht in Thüringen - oder soll ein Rechtsanwalt sich per Telepromter in Verhandlungen zuschalten oder "Verschwiegenheitsgespräche mit seinen Mandanten" per Messenger führen....

20.10.2017 18:51 Schkandalös! 4

Die Stadt Gera ist bekanntermaßen PLEITE!
Die haben bestimmt andere Sorgen, als sich für so einen Bau zu interessieren.

Und die "wirtschaftlichen Erwägungen" sind natürlich frei erfunden.
Irgendeinen Grund muss man ja nennen, kann doch eh keiner prüfen.
Hier wurden nur mal eben Tatsachen geschaffen. Aktionismus im Sinne der gescheiterten Verwaltungs- und Gebietsreform, mehr nicht.
Die Zeche zahlen die Gefangenen, deren Angehörige und die Beamten, aber keiner der Leute, die diese Entscheidung vorbereitet oder getroffen haben.

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