Seitentür eines Polizeiwagens
Die Polizei wurde von einem Autofahrer über den Vorfall informiert. Bildrechte: Colourbox.de

Schlägerei Asylbewerber in Greiz angegriffen

In der Nacht zu Sonnabend sind vier Asylbewerber bei einer Schlägerei leicht verletzt worden. Drei Einheimische hatten sie in Greiz unvermittelt angegriffen, geschlagen und getreten. Einen ausländerfeindlichen Hintergrund schließt die Polizei nicht aus.

Seitentür eines Polizeiwagens
Die Polizei wurde von einem Autofahrer über den Vorfall informiert. Bildrechte: Colourbox.de

In Greiz ist es in der Nacht zu Sonnabend zu einer Schlägerei zwischen drei Einheimischen und vier Asylbewerbern gekommen. Die aus Syrien stammenden Asylbewerber waren auf dem Heimweg zu ihrer Unterkunft. Die 19 bis 26 Jahre alten Syrer wurden kurz vor Mitternacht an der Schlossbrücke von den drei Jugendlichen angesprochen. Das Trio soll die Asylbewerber laut Polizei unvermittelt angegriffen, geschlagen und getreten haben. Die Syrer wurden dabei leicht verletzt.

Fußgänger bemerkten die Auseinandersetzung und eilten den Asylbewerbern zu Hilfe. Ein Autofahrer informierte die Polizei. Die drei Einheimischen im Alter von 18, 23 und 26 Jahren flüchteten zunächst, konnten aber kurze Zeit später festgenommen werden. Einer der drei Männer ist der Polizei bekannt. Ein ausländerfeindliches Motiv schließt die Polizei derzeit nicht aus.

Die Staatsanwaltschaft Gera wurde informiert. Eine Übernahme der Ermittlungen durch die Besondere Aufbauorganisation "Zentrale Ermittlungen und Strukturaufklärung – Rechts" (BAO ZESAR) wird geprüft. Die Polizei bittet Helfer und Zeugen von letzter Nacht sich zu melden. Der Vorfall ereignete sich kurz vor Mitternacht.

Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) dankte am Sonnabend den an dem Einsatz beteiligten Polizisten für ihren schnellen Fahndungserfolg. Den verletzten syrischen Asylbewerbern wünschte der SPD-Politiker gute Besserung.

Frau aus Simbabwe in Greiz angepöbelt

Erst vor etwas mehr als einer Woche war in Greiz eine aus Simbabwe stammende Einwohnerin bei Dreharbeiten des MDR THÜRINGEN JOURNAL rassistisch beleidigt worden. Nach Angaben des Fernsehteams rief die 48 Jahre alte Frau die Polizei, die nach acht Minuten mit drei Streifenwagen erschienen sei. Die Beamten hätten einen 25-jährigen Mann aus einer Gruppe von etwa acht Jugendlichen festgenommen.

Das MDR-Fernsehteam hatte mit der Frau auf dem Greizer Westernhagenplatz gedreht. Die gebürtige Afrikanerin Sibongile Fitzke war 2009 nach Greiz gekommen, nachdem sie einen Greizer geheiratet hatte. Ihr Sohn und ihre Tochter aus erster Ehe waren 2012 nach Greiz gekommen. Fitzke macht im Krankenhaus der Stadt eine Ausbildung zur Krankenpflegehelferin, die sie derzeit abschließt.

Im Februar war die Frau vor ihrer Haustür angegriffen, geschlagen und rassistisch beleidigt worden. An einem nahegelegenen Tiefgarageneingang wurde sie die Treppe heruntergestoßen.

BAO ZESAR Die Besondere Aufbauorganisation "Zentrale Ermittlungen und Strukturaufklärung – Rechts" (BAO ZESAR) gehört zum Landeskriminalamt Thüringen. Durch BAO ZESAR soll die rechte Szene in Thüringen verstärkt beobachtet und kontrolliert werden. Wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit ist die zentrale Bearbeitung von Gewaltdelikten, die im Kontext mit der rechten Szene stehen.

Im Januar 2013 wurde sie auf Bestreben des Thüringer Innenministeriums gegründet. Als Grund für den Einsatz der Aufbauorganisation führte das LKA die Entwicklungen in der rechtsextremen Szene in Thüringen sowie die Erkenntnisse zum NSU an.

Mehr fremdenfeindliche Straftaten In Thüringen nimmt die Zahl von fremdenfeindlichen Straftaten zu. Das geht aus einer vorläufigen Statistik des Landeskriminalamts hervor, die MDR THÜRINGEN vorliegt. Im ersten Halbjahr 2015 sind 77 fremdenfeindliche Straftaten verübt worden - 17 mehr als im gleichen Zeitraum 2014. Die Polizei erfasste unter anderem Sachbeschädigungen, Propagandadelikte und Körperverletzungen. Dreizehn Mal wurden Menschen aus fremdenfeindlichen Motiven direkt angegriffen. Elf Straftaten richteten sich gegen Flüchtlingsunterkünfte. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2014 waren es drei.

Zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2015, 12:09 Uhr

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