Autobahnen : Ausbau des Hermsdorfer Kreuzes weiter unklar
Der seit Jahren geplante und bisher nicht begonnene Ausbau des Autobahnkreuzes bei Hermsdorf verzögert sich weiter. Wie der Leiter des Thüringer Landesamtes für Bau und Verkehr, Markus Brämer, am Montag dem MDR THÜRINGEN sagte, wären für das Projekt nach jüngsten Berechnungen 80 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt nötig. Der Bund könne diese Summe aber auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung stellen. Wie Brämer weiter sagte, verhandelt das Land mit dem Bundesverkehrsministerium derzeit darüber, dass zumindest zusätzliche Mittel für die Instandhaltung des Kreuzes der Autobahnen 4 und 9 bereitgestellt werden.
Umfangreicher Ausbau geplant
Die beiden Autobahn gehören zu den am stärksten befahrenen Fernstraßen in Deutschland. Neben einer umfangreichen Sanierung des Kreuzes sieht das Ausbauprojekt vor, die Autobahnen in diesem Bereich auf jeweils drei Spuren pro Fahrtrichtung zu erweitern. Außerdem sollen die Kurvenradien der Übergänge zwischen beiden Autobahnen vergrößert werden. Überdies ist eine zusätzliche Verbindungstrasse zwischen A4 und A9 geplant. Diese soll einen schnelleren Übergang von der A4 aus Richtung Erfurt auf die A9 in Richtung Berlin ermöglichen.
Die Sanierung sollte ursprünglich im Jahr 2010 beginnen. Damals war mit Kosten von etwa 35 Millionen Euro kalkuliert worden. Wegen des in den vergangenen Jahren dramatisch verschlechterten Zustandes des Fernstraßennetzes in Deutschland hat das Bundesverkehrsministerium zunehmend Mühe, alle notwendigen Bauvorhaben zu finanzieren. Deshalb wird der Schwerpunkt der Investitionen mittlerweile auf den Straßenerhalt gelegt, zulasten von Neubauten. Das wird unter anderem zu einer späteren Fertigstellung der A71 in Nordthüringen führen.
Kreuz für dringende Reparaturarbeiten gesperrt
Wegen erheblicher Schäden an Quer- und Längsfugen von Betonelementen wurden am Montagnachmittag am Hermsdorfer Kreuz die beiden Fahrbahnen in Richtung Dresden im Bereich des Autobahnkreuzes voll gesperrt. Nach Angaben von Landesbauamtsleiter Brämer sollen die Fugen bis zum Mittwoch ausgefräst und vorläufig ausgebessert werden. Eine länger haltbare Reparatur ist für später vorgesehen. Wegen der Schäden galt in dem Abschnitt zuletzt ein Tempolimit von 60 Kilometern pro Stunde.
