Ost-Thüringen

Klage gegen Ausbau des Hermsdorfer Kreuzes : Schlechte Chancen auf mehr Lärmschutz

Die Stadt Hermsdorf hat offenbar nur geringe Erfolgsaussichten für ihre Klage gegen den Ausbau des nahegelegenen Autobahnkreuzes. Das Thüringer Oberverwaltungsgericht in Weimar habe am Mittwoch in einer mündlichen Verhandlung deutlich gemacht, dass es nur geringe Erfolgschancen für die Klage sehe, sagte Gerichtssprecherin Katharina Hoffmann. Die Kommune hatte gegen den Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau Einspruch eingelegt, weil sie die darin vorgesehenen Lärmschutz-Maßnahmen für unzureichend hält.

Hoffmann sagte, die Gemeinde hätte schon in einer früheren Phase des Planfeststellungsverfahrens zeigen müssen, wie sie durch Lärm ganz konkret negativ beeinträchtigt sei. Das habe sie jedoch nur ganz allgemein getan.

Sechsstreifiger Ausbau lässt auf sich warten

Blick auf das Hermsdorfer Kreuz
Blick auf das Hermsdorfer Kreuz

Das Bundesverkehrsministerium plant, die Autobahnen 4 und 9 am Hermsdorfer Kreuz jeweils auf drei Fahrstreifen pro Richtung zu erweitern. Zudem soll der am stärksten frequentierte Übergang von der A4 aus Richtung Erfurt auf die A9 in Richtung Berlin künftig über eine neue Brücke führen soll. Prognosen zufolge wird der Verkehr auf dem Kreuz bis zum Jahr 2020 auf etwa 80.000 Fahrzeuge pro Tag anwachsen. Dadurch steigt die Lärmbelästigung vor allem für die Bewohner der sogenannten Kirchenholzsiedlung unmittelbar am Autobahnkreuz. Deswegen fordert die Stadt aktive Lärmschutzmaßnahmen wie sogenannten Flüsterasphalt auf den Fahrbahnen, höhere Lärmschutzwände und ein Tempolimit von 100 km/h.

Wann das Autobahnkreuz ausgebaut wird, ist derzeit völlig unklar. Das Bundesverkehrsministerium ist derzeit nicht in der Lage, die dafür mittlerweile kalkulierten 70 bis 80 Millionen Euro aufzubringen. Daher sind für dieses Jahr nur Sanierungen der in einem Teilbereich der A4 beschädigten Fahbahndecke geplant.

Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2013, 16:30 Uhr

2. Sebsstian:
Den muss die arme Gemeinde selber bezahlen und instandhalten. Wenn das eine Auflage für den Ausbau wird, dann wird das mit vom Bund bezahlt und gebaut.
07.02.2013
10:08 Uhr
1. Klaus Pfister:
Und was hindert die Stadt Hermsdof daran ihren eigenen Lärmschutz zu errichten? Zum Teufel mit dem Oberverwaltungsgericht !
06.02.2013
17:34 Uhr

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