Ost-Thüringen

Untersuchungsbericht : Ursache für Hubschrauberabsturz ermittelt

Anderthalb Jahre nach dem Absturz eines Hubschraubers in Jena-Isserstedt ist jetzt der abschließende Untersuchungsbericht veröffentlicht worden. In dem MDR THÜRINGEN vorliegenden Papier der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung heißt es, dass eingesaugtes Eis zum Ausfall des Triebwerks und damit zum Absturz des Hubschraubers geführt habe. Der Hubschrauber war über einem Supermarkt im Einsatz, um das Dach von Schnee freizuwehen.

Die Trümmer eines Hubschraubers liegen am Dienstag (28.12.2010) bei Großschwabhausen (Landreis Weimarer Land).
Der Hubschrauber-Absturz am 28.12.10 bei Isserstedt.

Die Bundesstelle kritisiert in ihrem Bericht, dass für den Flug eine einmotorige Maschine eingesetzt worden sei, die zudem keine Anlage gegen das Einsaugen von Schnee und Eis besessen habe. Ein solcher "Particle Separator" hätte "mit großer Wahrscheinlichkeit das Triebwerk vor Eis und Schnee geschützt". Aufgrund der Art des Einsatzes hätten damit gerechnet werden müssen, dass sich Eis und Schnee am Hubschrauber sammeln und eingesaugt werden.

Bei dem Unfall im Dezember 2010 waren zwei Menschen schwer und einer leicht verletzt worden. Unmittelbar vor dem Absturz hatte die Besatzung einen Mitarbeiter des Baumarkts an Bord genommen. Nach dem Unfall gab das Luftfahrtbundesamt eine neue Sicherheitsempfehlung für Hubschrauberflüge zum Schneeräumen heraus. Darin heißt es unter anderem, dass die Hubschrauber bei solchen Einsätzen entsprechend des Flughandbuches mit Schneeschutzvorrichtungen ausgerüstet sein sollen. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass sich an Bord des Hubschraubers "ausschließlich Flugbesatzungsmitglieder des Luftfahrtunternehmens" aufhalten dürften.

Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2012, 14:54 Uhr

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