Nobelpreisträgerin Herta Müller erhält in Jena die Ehrendoktorwürde

Die Universität Jena hat der Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Mülle die Ehrendoktorwürde verliehen. Damit werde Müllers Beitrag zum besseren Verständnis der Lage politisch Verfolgter in totalitären Regimen geehrt, teilte die Hochschule mit.

Die 1953 geborene Schriftstellerin stammt aus der Region Banat in Rumänien. Seit ihrer Kindheit war sie selbst der Unterdrückung durch das Regime des Diktators Nicolae Ceausescu ausgesetzt. Sie lebt seit 1987 als Schriftstellerin im Exil in Berlin und wurde 2009 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet. In ihren Gedichten, Romanen und Essays setzt sie sich unter anderem mit dem Leben der deutschsprachigen Banatschwaben im einst kommunistischen Rumänien auseinander.

Bei den "Jenaer Poetik-Vorlesungen" hielt Herta Müller 1994 ihren vielbeachteten Vortrag über "Das Ticken der Norm". Am Dienstagabend wird sie erneut in Jena erwartet, um bei einem öffentlichen Festakt die Ehrendoktowürde entgegenzunehmen. Die Anregung dazu ging vom Institut für Romanistik aus, wo es die deutschlandweit einzige Professur für rumänische Sprach- und Literaturwissenschaft gibt.

Herta Müller
In ihren Gedichten, Romanen, Essays und engagierten Reden setzt sich Herta Müller immer wieder mit der Unterdrückung der Menschen in einer kommunistischen Diktatur auseinander. Bildrechte: dpa

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 20.06.2017 | ab 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2017, 20:05 Uhr

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