Ein Facharbeiter hält am 29.09.2015 in der Abteilung für Hochleistungsoptik der Carl Zeiss AG in Jena (Thüringen) eine Linse mit dem Schriftzug «Zeiss» in seinen Händen.
Die Carl Zeiss AG investiert kräftig. Bildrechte: dpa

Wirtschaft Carl Zeiss investiert 300 Millionen Euro in Jena

Der Optikkonzern Carl Zeiss will seine Niederlassungen und Tochterfirmen in Jena bündeln und in einem Standort zusammenfassen. Auch die Zahl der Beschäftigten in Thüringen soll steigen - auf rund 2.500 bis 2023.

Ein Facharbeiter hält am 29.09.2015 in der Abteilung für Hochleistungsoptik der Carl Zeiss AG in Jena (Thüringen) eine Linse mit dem Schriftzug «Zeiss» in seinen Händen.
Die Carl Zeiss AG investiert kräftig. Bildrechte: dpa

Der Optikkonzern Carl Zeiss investiert an seinem Gründungsort Jena rund 300 Millionen Euro. Das Geld fließe in einen neuen integrierten Standort, an dem die bisherigen Niederlassungen in Jena zusammengefasst werden, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Zeiss werde dazu von Schott ein 80.000 Quadratmeter großes, heute teilweise ungenutztes Grundstück kaufen und sanieren. Im Jahr 2023 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Jena ist mit rund 2.000 Mitarbeitern der zweitgrößte Standort des Konzerns nach Oberkochen in Baden-Württemberg. Der Standort in Thüringen soll den Angaben zufolge mittelfristig auf 2.500 Mitarbeiter wachsen. In Jena sind mehrere Tochterunternehmen von Carl Zeiss angesiedelt. Sie sind in den Bereichen Mikroskopie, optische Medizintechnik und Planetarien tätig. Die Carl Zeiss Meditec AG ist das umsatzstärkste börsennotierte Unternehmen in Thüringen.

Der Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, Zeiss-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Michael Kaschke und der Jenaer Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter (v.l.n.r.)
Der Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, Zeiss-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Michael Kaschke und der Jenaer Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter (v.l.n.r.). Bildrechte: MDR / Wolfgang Hentschel

Wie Zeiss weiter mitteilte, soll das alte Betriebsgelände dann von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) entwickelt werden. Dort böten sich dann in naher Zukunft "hervorragende Chancen" für weitere Firmenansiedlungen. Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter sagte zum Vorhaben, "das ist der bewegendste Tag in meiner Amtszeit". Nicht nur, weil es die größte private Investition in Jena seit der Wiedervereinigung sei. Fast jede Familie in der Stadt sei "irgendwie mit Zeiss verbunden". Er spüre eine Aufbruchstimmung, auch andere Firmen investierten in Jena. Der Vorstandschef der Carl Zeiss AG, Michael Kaschke, versprach, dass viele Aufträge an die regionale Wirtschaft gehen: "Wir werden 70 bis 80 Prozent des Investitionsvolumens hier vergeben".

Tiefensee spricht von "Jahrhundertinvestition"

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) will die "Jahrhundertinvestition" von Zeiss gleich für ein größeres Infrastrukturprojekt nutzen. Er werde die Zeiss-Investition mit staatlichen Geldern in Höhe von etwa 11,5 Millionen Euro fördern und das bisherige Firmengelände mit der markanten Planetariumskuppel umfunktionieren: in einen großen Industrie- und Wissenschaftscampus mitten in der Stadt. Ganz in der Nähe hätten sich bereits Institute angesiedelt. Dazu komme noch eines des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das sich mit der digitalen Datenflut befasst.

Zeiss gehört zu den Traditionsunternehmen in Deutschland. Firmengründer Carl Zeiss legte mit einer kleinen Werkstatt Mitte des 19. Jahrhunderts in Jena die Grundlagen für die optische Industrie. Seitdem ist die Thüringer Universitäts- und Industriestadt eng mit der wechselvollen Zeiss-Geschichte verbunden.

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 13. Oktober 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2017, 10:03 Uhr

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10 Kommentare

14.10.2017 15:56 Peter Grassmann 10

Ein überfälliger und wichtiger Schritt in einer nun schon vieljährigen Erfolgsstory!

13.10.2017 21:22 Unverdient 9

Und was hat der Wirtschaftsminister damit zu tun?
Wieso wird der dazu überhaupt gefragt und zitiert?

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