Jena | Weimar Kitas protestieren für mehr Personal

Mehr als 100 Kindergärten in Jena, Weimar und im Weimarer Land protestieren seit Donnerstagmorgen gegen Personalmangel. Wie Frank Albrecht von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) mitteilte, wollen die Kitas mit verkürzten Öffnungszeiten ein Zeichen für einen besseren Personalschlüssel setzen. Ansonsten könnten die Vorgaben des neuen Kita-Gesetzes nicht erfüllt werden.

Kommunale Kindergärten und Einrichtungen in freier Trägerschaft öffnen am Donnerstag nur verkürzt zwischen 7:30 Uhr und 16:30 Uhr. Normalerweise werden die Kinder zehn bis zwölf Stunden betreut. Da es keine Notbetreuung gibt, müssen Eltern ihre Kinder unter Umständen früher abholen. Initiiert wurde der Protest von den Arbeitsgemeinschaften der Kitas in Jena und Weimar. Die Landeselternvertretung für Kindertagesstätten unterstützt die Aktion. In einer Weimarer Kita hätten die Eltern allerdings auf den Vertrag mit dem Träger der Einrichtung gepocht, weil sie so kurzfristig keinen Betreuer finden konnten.

Vor zwei Wochen hatte sich die Arbeitsgemeinschaft der Kitas mit einem offenen Brief an Thüringer Landtagsabgeordnete gewandt und auf den Personalnotstand hingewiesen. Die Arbeitsgemeinschaft fordert, dass der Personalschlüssel im neuen Kita-Gesetz verändert wird, wenn Kinder bis zu zwölf Stunden in höherer Qualität betreut werden sollen. Der Entwurf wird voraussichtlich am Donnerstag im Landtag beraten. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) äußerte sich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter über die Protestaktion. Er schrieb: "Für einen einheitlichen Tarifvertrag bei den Freien Trägern reicht es nicht, aber nun die Kinder und Eltern als Druckmittel einsetzen?"

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2017, 13:14 Uhr

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3 Kommentare

29.09.2017 08:10 Atheist aus Mangel an Beweisen 3

Als wir von Thüringen nach Bayern gezogen sind musste ich mich als Rabenmutter be-zeichnen lassen da ich meine Kinder in der DDR im Kindergarten hatte.
Heute fahren hier an meinem Fenster die Mehrsitz Kinderwagen aller DDR vorbei.
Und zum Frühstück wird auch nicht mehr gebetet wie es mal in Bayern üblich war.
Ich finde die Entwicklung geht in die Falsche Richtung. Wir sind doch 89 nicht auf die Straße um die DDR 2.0 zu bekommen.
Mein Enkel wartet immer noch auf das bezahlte Kita Jahr in Thüringen und meine Tochter wäre gerne noch etwas länger zu Hause geblieben aber sie musste zur Arbeit weil die Landesregierung für wichtig hielt das Landeserziehungsgeld ersatzlos zu streichen.

28.09.2017 23:21 Reiner Wahnsinn 2

Es könnte schon helfen, wenn die AWO Fachkräfte unbefristet und in Vollzeit einstellt. Wer fünf Jahre Ausbildung zum Heilerzieher hinter sich hat, wird sich nicht bei Billiganbietern bewerben,sondern gleich möglichst "Kohle" machen. Soll ja auch für die spätere Rente vorteilhaft sein!?!

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