Eine Maus für Versuchszwecke.
Eine Maus für Versuchszwecke. Bildrechte: IMAGO

Jena Forscher beklagen schleppende Genehmigung von Tierversuchen

Jenaer Wissenschaftler befürchten einen Imageschaden, verzögerte Promotionen und gefährdete Drittmittelprojekte: Zahlreiche Anträge auf Tierversuche sind noch immer unbearbeitet, obwohl sie es längst hätten sein müssen.

Eine Maus für Versuchszwecke.
Eine Maus für Versuchszwecke. Bildrechte: IMAGO

Jenaer Wissenschaftler beklagen das schleppende Genehmigen von Tierversuchen. Betroffen sind Forscher von Friedrich-Schiller-Universität, Uniklinikum und Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie. Demnach hatte beispielsweise das Klinikum im vergangenen Jahr 63 Anträge auf Tierversuche gestellt. Davon sind - Stand 19. September - noch immer ein Drittel unbearbeitet. Von den Anträgen des laufenden Jahres wurden bislang etwa zwei Drittel nicht bearbeitet. Normalerweise müsse der Genehmigungsprozess innerhalb von 40 Tagen abgeschlossen sein, heißt es.

Wissenschaftler rufen Politik an

Thüringens Arbeitsministerin Heike Werner (Die Linke) spricht in Erfurt auf einer Pressekonferenz.
Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) Bildrechte: dpa

Die Forscher berufen sich auf die gültige Tierschutz-Versuchstierverordnung. Die Wissenschaftler wandten sich mehrfach an Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Die Linke) und schrieben im Juni einen Brief an Ministerpräsident Bodo Ramelow. Die etwa 200 Unterzeichner beklagen einen Imageschaden für den Freistaat, verzögerte Promotionen und gefährdete Drittmittelprojekte in zweistelliger Millionenhöhe.

Inzwischen gab es Gespräche zwischen den Forschungseinrichtungen, dem Gesundheitsministerium und dem Landesamt für Verbraucherschutz (TLV). Das TLV begründete die Verzögerungen mit unvollständigen Anträgen, einem erhöhten Arbeitsaufkommen und anderen außerplanmäßigen Verfahren. Vier zusätzliche Arbeitskräfte seien eingestellt worden, heißt es. Damit bearbeiten nun neun Personen die Anträge auf Tierversuche.

Ermittlungen gegen Leibniz-Institut

Im Mai vergangenen Jahres war das Jenaer Leibniz-Institut für Alternsforschung wegen Verdacht auf Verstöße gegen den Tierschutz durchsucht worden. Versuchsreihen wurden gestoppt, die Staatsanwaltschaft Gera nahm Ermittlungen auf. Ein Jahr darauf konnten einige Tierversuche wieder aufgenommen werden, die Tierhaltung wurde personell und organisatorisch neu aufgestellt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | 26. September 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. September 2017, 19:44 Uhr

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10 Kommentare

28.09.2017 08:58 Antonietta 10

Jedes Jahr werden über 12 Millionen Tiere in Laboren der EU gefoltert und getötet – für den Biologieunterricht, das Medizinstudium, aus Wissbegier und zum Testen von Chemikalien, Medikamenten, Lebensmitteln und Konsumgütern.

26.09.2017 18:02 Rumsdibums 9

Das die institutionelle Tierquälerei nicht funktioniert beweißen allein die Ermittlungen gegen das Institut.
Man setze sich mit Freud auseinander. Dieser hat den Zusammenhang zwischen Tierversuch und Agression an sich selbst beobachtet und darauf aufbauend das Fundament der Psychoanalytik gegründet.
Kein Tier "muss" für irgendwas sterben. Wenn dann wollen wir es. Ich möchte alle verfechter der Tierversuche ermuntern sich mit den Bedingungen der Versuche zu befassen. Wem es gefällt...siehe Freud!

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