Wagnergasse in Jena
Während den Semesterferien geht es in der Wagnergasse ruhiger zu. Bildrechte: MDR/Anke Preller

Jena Kneipenmeile Wagnergasse wieder baggerfrei

Seit vielen Monaten müssen sich Jenaer und Touristen Thüringens wohl beliebteste Kneipenmeile mit Baggern teilen. Das hat nun ein Ende: Am Dienstag wurde die fertige Wagnergasse übergeben.

Wagnergasse in Jena
Während den Semesterferien geht es in der Wagnergasse ruhiger zu. Bildrechte: MDR/Anke Preller

Die Bauarbeiten in der Jenaer "Kneipenmeile" Wagnergasse sind beendet. Zwei Monate früher als ursprünglich geplant hat die Baufirma die Straße frisch gepflastert übergeben. Gastronomen und Einzelhändler atmen auf, denn die Kundschaft kann wieder ungehindert durch die teils nur sechs Meter breite Gasse flanieren. Obwohl nicht sehr lang gehört die an den Johannisplatz angrenzende Wagnergasse zu den bekanntesten Straßen der Stadt. Nach der Wende hatte sich hier eine Kneipe nach der anderen angesiedelt. Daher auch der Name "Kneipenmeile". Wohlgemerkt kein "Säuferparadies", sondern ein Ort der gepflegten Gastlichkeit.

Urige Bierkneipen bis Spezialitäten aus aller Welt

Wagnergasse in Jena
Die Wagnergasse - Thüringens vielleicht beliebteste Kneipenmeile. Bildrechte: MDR/Anke Preller

Das Angebotsspektrum ist breit und von der urigen Bierkneipe über Thüringer Hausmannskost bis hin zu italienischen, türkischen und asiatischen Spezialitäten alles dabei. In den vergangenen 18 Monaten allerdings mussten sich Studenten, Professoren, Geschäftsleute und Touristen die Gasse mit Baggern teilen. Ihr Weg führte auf teils schmalen Stegen über tiefe Gräben. Denn der über 100 Jahre alte Mischwasserkanal samt 100 Hausanschlüssen mussten ausgetauscht und Strom- und Gasleitungen sowie Kommunikationskabel erneuert werden. Das alles ist nun Geschichte.

Stühle und Tische stehen wieder draußen, so lange es die Herbstsonne noch zulässt. Keine der Kneipen und anliegenden kleinen Boutiquen musste, anders als befürchtet, aufgeben - obwohl einige Einzelhändler zeitweise herbe Umsatzeinbußen zu verkraften hatten. Unterm Strich seien die Einschränkungen geringer gewesen als befürchtet, sagt Kneiper Heiko Krabbes, der das beliebte Restaurant "Stilbruch" betreibt. Das sei auf die verbindlichen Absprachen zurückzuführen, an die sich letztlich alle gehalten haben: die Baufirma, die Stadtwerke, Telekom, Kommunalservice Jena und der Zweckverband JenaWasser.

2,3 Millionen Euro Gesamtkosten

Alle zusammen konnten das in drei Bauabschnitte eingeteilte Gemeinschaftsprojekt sogar vorfristig zu Ende bringen. Auch der Kostenplan ist eingehalten, bestätigte die Stadtverwaltung. Die Gesamtinvestitionen für das Projekt Wagnergasse/Johannisplatz belaufen sich auf rund 2,3 Millionen Euro.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 26. September 2017 | 07:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. September 2017, 15:35 Uhr

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1 Kommentar

27.09.2017 14:33 Denk ich an Jena... 1

Das war auch dringend notwendig - denn wesentlich mehr "mittelalterliche Gassen" gibt es ja nun nicht in Jena. Dafür jede Menge gleichförmige und architektonisch an Parkhäuser gemahnende "Einkaufspassagen" im Dutzend. Es gibt wohl kaum eine enttäuschendere Innenstadt in Mitteldeutschland - abgesehen von Chemnitz.

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