Hauptversammlung Jenoptik will weiter wachsen

Der Technologie-Konzern Jenoptik will sich weitere Auslandsmärkte erschließen und durch Unternehmenskäufe weiter wachsen. Das strategische Augenmerk liege weiterhin auf der Internationalisierung und der Erschließung von Märkten wie den USA, Asien und der Pazifikregion, sagte Vorstandschefin Michael Mertin am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Weimar. Geplant seien auch weitere Zukäufe. "Jenoptik ist gut aufgestellt und kann auch unter schwierigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen den Kurs halten, so Mertin.

Blitzsäule der Firma Jenoptik Robot GmbH in der Talstraße in Erfurt.
Stationäre Blitzer sind eines der Geschäftsfelder von Jenoptik. Bildrechte: MDR/Matthias Heerwagen

Angesichts der vollen Auftragsbücher im ersten Quartal werde für 2015 ein Umsatzsprung auf 650 bis 690 Millionen Euro angepeilt, so der Vorstandschef. Im vergangenen Jahr hatte Jenoptik 590 Millionen Euro Umsatz erzielt. Für das abgelaufene Geschäftsjahr zahlt das Unternehmen seinen Aktionären eine Dividende von 20 Cent pro Aktie.

Mertin bekräftigte das Ziel, bis 2018 einen Jahresumsatz von rund 800 Millionen Euro zu erreichen. Etwa 40 Prozent davon sollen in Asien und Amerika erwirtschaftet werden. Allerdings könnten die bereits seit dem vergangenen Jahr spürbar verschärften Ausfuhrgenehmigungen der Bundesregierung für Rüstungsgüter auch die Wachstumsperspektiven beeinflussen. Die Sparte Rüstung ist mit einem Umsatzanteil von 17 Prozent ein wichtiges Standbein des Unternehmens - neben Lasern und Messtechnik sowie Geräten für die Verkehrsüberwachung.

Kritik an Rüstungssparte

In der Debatte würdigten Aktionäre die unveränderte Dividendenausschüttung. Andere kritisieren das Engagement des Konzerns im Rüstungsbereich. Ein Ausstieg aus diesem Geschäftsfeld sei wegen langfristiger Verträge nicht so einfach, sagte Mertin. Jedoch sei man dafür, bestimmte Technologien auch in den zivilen Bereich zu überführen. Stromaggregate für militärische Systeme könnten auch für den Bahn-Bereich nutzbar gemacht werden. Jenoptik liefert solche Aggregate für Patriot-Raketensysteme.

Zuletzt aktualisiert: 03. Juni 2015, 20:17 Uhr

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