Wismut-Klinikum Asylunterkunft Gera: Anschlag oder Hausfriedensbruch?

Der Wachschutz des früheren Wismut-Krankenhauses in Gera hat möglicherweise einen Anschlag auf die geplante Flüchtlingsunterkunft vereitelt.

Polizei ermittelt wegen Hausfriedensbruchs

Das Bettenhaus des ehemaligen WISMUT-Krankenhauses in Gera (Thüringen).
Früheres Wismut-Krankenhaus Gera Bildrechte: dpa

Wie die Landeseinsatzzentrale der Polizei MDR THÜRINGEN mitteilte, waren Unbekannte in der Nacht zum Sonnabend in das Gebäude eingedrungen. Sie hätten dort unter anderem Wasserhähne geöffnet. Der Wachschutz habe die Täter jedoch entdeckt. Diese seien daraufhin unerkannt geflohen. Von einem Anschlag will die Polizei nicht sprechen. Schaden sei nicht entstanden. Auch Schmierereien habe man nicht gefunden. Man ermittle wegen Hausfriedensbruch.

DGB-Landeschef spricht von Anschlag

Der Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Sandro Witt, sprach hingegen von einem "Anschlag auf das friedliche Zusammenleben". Witt sagte: "Wer Feuer legt, oder wie jetzt in Gera versucht Wohnraum unbewohnbar zu machen, muss endlich bestraft werden." Er beobachte eine wachsende Gewaltbereitschaft, die Demokratie und Rechtsstaat gefährde. "Wenn Neonazis und AfD einträchtig miteinander demonstrieren und die Thüringer Politik dabei fassungslos zuschaut, während die unterbesetzte Polizei die Menschen nicht mehr schützen kann, dann stehen wir vor einem Desaster."

Ex-Klinik wird größte Erstaufnahmestelle

Am Montag sollen die ersten Flüchtlinge in das Gebäude einziehen. Perspektivisch sollen in dem ehemaligen Klinikum insgesamt 2.000 Menschen Platz finden. Damit wäre der Komplex dann die bisher größte Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Thüringen.

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2015, 17:23 Uhr

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18 Kommentare

12.10.2015 12:05 Moewes Petra 18

Ich bin erschrocken ùber den Hass mancher Menschen und das sie sichvonwenigen Hassparolen der Naziszene beeindrucken lassen.Die Geschichte unsererseits Vergangenheit müsste doch das Gegenteil bewirkenund mehr Hilfsbereitschaft fördern

11.10.2015 15:32 Entfernung einer Plastik/Wismut KH Gera ist Fauxpas 17

diejenigen, die Zeitzeugen der Bildenden Kunst unseres Landes demontieren, weil " es sein könnte, dass sich die Flüchtlinge dadurch in ihren Gefühlen verletzt" fühlen könnten, bringen ein Höchstmaß an Kontraproduktivität aller Prozesse in unserem Land auf.Wollen wir emnächst noch die Bilder der Alten Meister in der Gemäldegalerie verhüllen? Wollen wir alte Fresken in unseren Kirchen übertünchen? Und was machen wir zu Weihnachten mit dem Krippenspiel? Nein, das kann nicht sein! Diejenigen, die nach Deutschland wollen, müssen soviel Akzeptanz aufbringen, die Kultur unseres Landes zu ertragen. So wird ein Schuh daraus!!!

11.10.2015 14:41 warum biedern wir uns an? 16

ich fginde dieses Anbiedern völlig fehl am Platz. Wie soll da die Intergration in eine moderne säkulare Gesellschaft gelingen?.
Ich finde diesen vorauseilenden Gehorsam schlimm.
Was kommt demnächst? Charlie Hebdo?
Die Plastik ist Bestandteil unserer Kultur. Wieviel davon darf`s denn überhaupt sein?

11.10.2015 11:40 der_grenzgänger 15

Naja, mag sein, dass der Großteil noc henigermaßen friedlich war in Erfurt. Das täuscht aber nicht über die Tatsache hinweg, dass Neonazis da waren. Mindestens 100-200 Personen. Plus der NPD-Kader, Europäische Aktion und weitere zwielichtige Personen. Und wo bitte schön schiebt die AFD den Neonazis einen Riegel vor? Gar nicht! Die "distanzeiren" sich von den Glatzen genau so wie sich die Linken von der Antifa distanziert. Für viel gefährlicher halte ich diese Nazis. 500 Brände in Flüchtlingsheimen, versuchter Mord, einpeitschendes Verhalten seitens der AFD. eine Schande!

11.10.2015 10:19 Jürgen 14

"Wenn Neonazis und AfD einträchtig miteinander demonstrieren und die Thüringer Politik dabei fassungslos zuschaut, während die unterbesetzte Polizei die Menschen nicht mehr schützen kann, dann stehen wir vor einem Desaster." - Bei der AFD-Demo in Erfurt brauchten die eingesetzten Beamten keine Helme aufsetzen, bei der Gegendemo schon....

10.10.2015 01:29 lokalpatriot 13

@ 7; 8: Nein, Straftat!

10.10.2015 00:53 hein bolle 12

Warum regt man sich noch auf. Frau Merkel erklärt die Grenzen fuer nicht schützbar und Herr Seehofer möchte die illegale einwanderung stoppen und die grenze schliessen, darf es aber nicht. Herr Gabriel meint beide hätten ein bischen recht. Geltende Gesetze werden ausser Kraft gesetzt oder nicht angewendet und die polizei ist machtlos der lage noch herr zu werden. Man muss konstatieren, der Rechtsstaat wie wir ihn kannten ist in Auflösung begriffen und die Sicherheitslage im Lande desaströs. Wem dass geschuldet ist mag sich jeder selbst ausmalen. Da wundert es nicht wenn Asylanten zwischen die Fronten von Gutmenschen und Wutbürgern geraten. Wenn jetzt zur Beherrschung der chaotischen Lage noch der bundesweite Notstand erklärt werden muss, dann gute Nacht Deutschland. Indirekte Demokratie machts möglich.

10.10.2015 23:36 Filmstudio Dölzig 11

@9:Ist mir gerade eingefallen,Sie haben ja recht,nur mit deutschen Untertiteln oder für"Freunde der deutschen Sprache"!

10.10.2015 23:01 De ens is'es 10

@9:Na gut,einigen wir uns auf"Alibaba und die 40 Räuber"?

10.10.2015 22:34 Morchelchen 9

1: Kann sein, aber man hinkt da viele Jahre hinterher. So zeigt man wohl im morgigen Tatort eine Variante des in seiner Gefängniszelle durch einen Brand in Dessau zu Tode gekommenen Asylbewerbers Yalloh. Schuldaufarbeitung liegt ja den Deutschen besonders... Aber es bleibt hier die Frage, ob es in zehn Jahren noch deutsche Filme geben wird? 1,5 Millionen Asylanten dieses Jahr, Familiennachzug ab 8 Millionen aufwärts nächstes Jahr, neue Asylanten dazu, diese Mengen die nächsten Jahre weiter - da sind doch in zehn Jahren die Verhältnisse eindeutig andere, oder?