Nachrichten Ost-Thüringen um 16:30 Uhr


Saalfeld/Erfurt: 118 Tatverdächtige nach 1. Mai Demo ermittelt

Nach den brutalen Übergriffen am Rande einer Demonstration am 1. Mai 2015 in Saalfeld hat das Thüringer Innenministerium die Zahl der Tatverdächtigen mit 118 angegeben. Sie stammen aus Bayern, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Hessen und Reinland-Pfalz. Laut Ministerium gehören davon 95 Verdächtige dem rechten und 21 Personen dem linken Spektrum an. Bei der Veranstaltung im Mai vorigen Jahres gab es elf Verletzte, darunter sechs Polizeibeamte. Nach Ministeriumsangaben hat die Staatsanwaltschaft bislang gegen sechs Beschuldigte Geldstrafen in Höhe von insgesamt 10.740 Euro ausgesprochen. Zehn Ermittlungsverfahren wurden eingestellt. Die beim Landeskriminalamt eingerichtete Ermittlungsgruppe "Nelke" wurde mittlerweile aufgelöst. Bereits im Februar hatte MDR THÜRINGEN rund 40 tatverdächtige Männer und Frauen namentlich oder mit Facebook-Alias-Namen recherchiert.


Leutenberg/Probstzella: Verfahren für Pumpspeicherwerk abgeschlossen

Das Raumordnungsverfahren für das geplante Pumpspeicherwerk im Thüringer Schiefergebirge ist abgeschlossen. Das Thüringer Landesverwaltungsamt hat das Verfahren positiv beurteilt. Allerdings müssen für den geplanten Neubau im Kreis Saalfeld-Rudolstadt 24 Auflagen beachtet werden. Dabei geht es vor allem um Natur- und Trinkwasser- sowie Landwirtschaftsschutz. Die Bauherren WSK PULS und die STRABAG Projektentwicklung zeigten sich mit dem Ausgang des Verfahrens zufrieden. Die genannten Auflagen seien umsetzbar. Auch die beiden Bürgermeister von Probstzella und Leutenberg begrüßten die Entscheidung des Landesverwaltungsamtes. Es sei eine wichtige Investition für die Region. Nach Auskunft der potentiellen Bauherren soll nun mit dem Planfeststellungsverfahren begonnen werden. Dazu müssen zunächst Unterlagen zusammengetragen werden. Mit einem Baubeginn rechnen die Bauherren im Jahr 2020. Vier Jahre später könnte das Werk dann in Betrieb gehen. Die Baukosten werden mit 450 Millionen Euro angegeben.


Jena: Stadtrat bevorzugt neues Fußballstadion-Konzept

Der Jenaer Stadtrat hat sich am Mittwochabend mehrheitlich für ein neues Fußballstadionkonzept ausgesprochen. Das neue Konzept sieht deutlich höhere Kosten vor. Demnach wird von etwa 42 Millionen Euro ausgegangen. Das sind rund 20 Millionen mehr als bisher eingeplant. Grund dafür sind ein überarbeitetes Sicherheitskonzept, erweiterte VIP-Bereiche und ein eigenes Stadion für die Leichtathleten. Laut Konzept soll die Stadt für den reinen Stadionbau einmalig zehn Millionen Euro zahlen. Der Rest wird vom Land und einem künftigen Investor finanziert. Die jährlichen Zuschüsse der Stadt variieren je nach Liga. Sollte der Verein in der 4. Liga bleiben, muss die Stadt zwei Millionen Euro beisteuern. Bei einem Aufstieg in die dritte oder zweite Liga sind es nur noch 1,2 Millionen Euro. Hintergrund sind die unterschiedlichen Einnahmen, die unter anderem aufgrund höherer Zuschauerzahlen und entsprechender Fernsehgelder dann weitaus höher ausfallen.


Greiz: Nach Verfolgungsjagd gestellt

Die Polizei in Greiz hat sich am Mittwochabend eine Verfolgungsjagd mit einem jungen Mann geliefert. Er sollte in der Bruno-Bergner-Straße kontrolliert werden, flüchtete aber in Richtung Gommla. Dabei soll er mehrfach andere Verkehrsteilnehmer gefährdet haben. Die Beamten stellten den Flüchtenden schließlich im Wald. Er war betrunken und nicht mehr im Besitz einer Fahrerlaubnis.


Gera: Rattenplage aus Vorjahr erfolgreich bekämpft

Die Rattenplage in der Geraer Innenstadt aus dem Sommer 2015 ist erfolgreich bekämpft worden. Wie Stadtsprecher Uwe Müller MDR THÜRINGEN mitteilte, wurden vor dem Kultur- und Kongresszentrum keine Ratten mehr gesichtet. Im vergangenen August hatten Gaststättenbetreiber, Anwohner und Passanten immer wieder Ratten gesichtet. Auch aus dem Stadtteil Untermhaus gab es Beschwerden. Damals wurden Köder ausgelegt und Gehölze zurückgeschnitten, um die Verstecke der Ratten zu zerstören. Der Zweckverband Wasser/Abwasser Mittleres Elstertal kontrolliert laut Müller seitdem verstärkt Fallen und Schutzanlage in den unterirdischen Leitungsräumen.


Gera: Vollbremsung - eine Verletzte im Bus

Um einen Unfall zu verhindern, hat am Donnerstagmorgen ein Linienbus eine Vollbremsung einleiten müssen. Dabei stürzte eine Insassin und verletzte sich leicht. Wie die Polizei mitteilte, waren an der Kreuzung Zeulsdorfer Straße/Nürnberger Straße zeitgleich ein 84-jähriger Pkw-Fahrer und der Bus auf die Kreuzung gefahren. Ein Zusammenstoß mit dem Pkw konnte durch die Vollbremsung abgewendet werden. Wer für den Unfall verantwortlich ist, ist noch unklar.


Rudolstadt: Handfester Streit unter Asylbewerbern

In Rudolstadt haben sich mehrere Asylbewerber eine handfeste Auseinandersetzung geliefert. Wie die Polizei mitteilte, schlugen am Mittwochabend in einer Rudolstädter Asylbewerberunterkunft zwei Syrer und ein Mann aus Aserbaidschan mit Fäusten auf einen Afghanen ein. Der 22-Jährige erlitt Gesichtsverletzungen. Unter anderem trug er eine Platzwunde, Kratzer und Kopfschmerzen davon. Die Polizei ermittelt.


Königsee-Rottenbach: Verwirrter Mann randaliert

Ein offenbar verwirrter Mann hat in Königsee-Rottenbach im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt randaliert. Laut Polizei hat der 27-Jährige Mittwochnacht in der Bahnhofstraße mit einem Schraubendreher um sich geschlagen und laut herumgeschrien. Dabei soll er ohne erkennbaren Grund die Hausfassade, Türen und die Fensterjalousien eines Firmengebäudes beschädigt haben. Der Schaden wird auf rund 1.000 Euro geschätzt. Nachdem die Beamten den polizeibekannten Mann überwältigt hatten, übergaben sie ihn an einen Notarzt. Dieser wies ihn umgehend in eine Psychiatrie ein. Laut Polizei stand der 27-Jährige offenbar unter Drogen. Die Saalfelder Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der Sachbeschädigung und des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.


Bad Blankenburg: Gästecard fürs Schwarzatal geplant

In der Tourismusregion Rennsteig-Schwarzatal soll im nächsten Jahr eine Gästecard eingeführt werden. Ähnlich wie das Rennsteigticket, die Gästecard Vessertal oder die Thüringer Wald Card, könnten Touristen damit touristische Angebote und Busse kostengünstiger nutzen. Im Vorfeld wurde jetzt eine Arbeitsgruppe gegründet. Ziel ist es, die Gästecard zum 1.Mai kommenden Jahres einzuführen.


Jena: Flüchtlingsprojekt mit ersten Erfolgen

Ein im April in Jena gestartetes Projekt zur beruflichen Orientierung junger Flüchtlinge zeigt erste Erfolge. Einige der 28 Teilnehmer absolvieren inzwischen ein Praktikum in einem Jenaer Unternehmen, so beispielsweise in der Jenaer Feinblech GmbH. Die jungen Männer aus Afghanistan, Eritrea und Syrien haben im Sprachunterricht schon große Fortschritte gemacht. Nun könnten sie sich in verschiedenen Berufsfeldern ausprobieren, sagte eine Sprecherin der Arbeitsagentur Jena MDR THÜRINGEN. Dazu gehörten die Holz- und Metallverarbeitung, das Malerhandwerk und die Gastronomie. Bei Eignung könnten sie im nächsten Jahr eine Berufsausbildung beginnen, hieß es aus der Arbeitsagentur.

Zuletzt aktualisiert: 25. August 2016, 16:48 Uhr