Saale-Holzland-Kreis Schloss Hummelshain noch immer nicht abbezahlt

Das Jagdschloss Hummelshain im Saale-Holzland-Kreis ist - fast 20 Jahre nach dem Verkauf - noch immer nicht abbezahlt. Die letzte Rate für die einstige Residenz der Herzöge von Sachsen-Altenburg sei bisher nicht eingegangen, sagte Holger Wiemers von der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) MDR THÜRINGEN. Damit läuft das Verfahren zur Vorbereitung einer Zwangsversteigerung weiter. Der Eigentümer Lutz Rothe schuldet der LEG noch 300.000 Euro. Fällig war das Geld zum 30. November.

Auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) verkündete am Donnerstag via Twitter: "Weder das Finanzministerium noch die LEG haben den Eingang des Geldes vermeldet." Entweder das Geld gehe ein - oder die Zwangsvollstreckung bleibe und führe zur Rechtskraft.

Noch kein Termin für Zwangsversteigerung

Rothe hatte Anfang Dezember behauptet, die letzte Rate über 300.000 Euro sei überwiesen worden. Woher das Geld kommen sollte, blieb unklar, die Rede war von einem anonymen Gönner. Nach Angaben der LEG hat Rothe noch bis zur geplanten Zwangsversteigerung Zeit zu zahlen. Einen Termin dafür gibt es aber noch nicht.

Auf Facebook bestätigte der Inhaber von Schloss Hummelshain, dass die Rate über 300.000 Euro bis Ende November gezahlt werden sollte. Das Geld stehe auch schon auf einem Treuhandkonto bereit. Bevor es überwiesen werden könne, seien aber noch "interne Dinge" zu klären. Er kündigte außerdem an, die Sanierung schon Ende Dezember zu beginnen.

Im Jahr 1998 hatte die Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft das Schloss im Saale-Holzland-Kreis an den umstrittenen Leipziger Wissenschaftler Lutz Rothe verkauft. Seit diesem Jahr ist es als nationales Kulturgut eingestuft. Deshalb stehen für die Sanierung des baufälligen Schlosses Fördergelder von Land und Bund in Aussicht.

Schloss Hummelshain spiegelt sich in einem Teich
Trübe Aussichten: Schloss Hummelshain ist auch fast 20 Jahre nach dem Verkauf noch nicht abbezahlt. Deshalb droht die Zwangsversteigerung. Bildrechte: MDR/Axel Hemmerling

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. Dezember 2017 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2017, 11:06 Uhr

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2 Kommentare

07.12.2017 13:31 mattotaupa 2

@#1: ""umstrittener" (warum?) Wissenschaftler " war in stasi-diensten am itu in beucha, deckname "fichte", geheimnisträger aber kein hauptamtlicher mitarbeiter, gab nach der wende den unternehmer mit patnten, häufte aber schulden an, wurde (glaub mehrfach) verurteilt wegen vorsätzlicher insolvenzverschleppung, zum zeitpunkt des verkaufs des schlosses vor über 20 jahren (s.o.) saß er noch nicht hinter gittern und die ihrerseits vorgeworfene fahrlässigkeit beruht damit auf fehlender hellsichtigkeit

07.12.2017 12:47 Verschleuderung von Volksvermoegen 1

Wie naiv handeln im nahen Osten eigentlich die Behörden?
Ein "umstrittener" (warum?) Wissenschaftler kauft vom Staat also ein Schloß und muss keinen Liquiditätsnachweis vorlegen?
So etwas ist eine fahrlässige Unterlassung und gehört geahndet.

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