Bundestagswahl in Thüringen AfD in Saalfeld-Rudolstadt und Gera stärkste Kraft

Die Hochburgen der Alternative für Deutschland bei der Bundestagswahl liegen vor allem in Ostthüringen. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis wurde die Partei im Kreis Saalfeld-Rudolstadt stärkste Kraft. Dort erhielt sie 27 Prozent der Zweistimmen und landete damit knapp vor der CDU (26,4 Prozent). Im Saale-Holzland-Kreis (23,5 Prozent) und im Saale-Orla-Kreis (26,5 Prozent) fuhr die AfD ebenso Ergebnisse weit über der 20-Prozent-Marke ein, landete allerdings hinter der CDU (Saale-Holzland-Kreis: 30 Prozent / Saale-Orla-Kreis: 28,5 Prozent). Das Direktmandat im Wahlkreis Saalfeld-Rudolstadt/Saale-Holzland-Kreis/Saale-Orla-Kreis holte mit Albert Weiler ein CDU-Mann. Er erhielt mit 31 Prozent vier Prozentpunkte mehr als Michael Kaufmann von der AfD.

AfD in Gera klar vorne

Marktplatz und Rathaus in Gera
Marktplatz von Gera: Hier holte die AfD bei den Landkreisen und kreisfreien Städten thüringenweit ihr bestes Ergebnis. Bildrechte: IMAGO

Auch in Gera wurde die AfD stärkste Kraft. In der kreisfreien Stadt erhielt sie 28,5 Prozent der Stimmen und landete damit klar vor der Union, die auf 22,6 Prozent der Wählerstimmen kam. In den Kreisen Greiz und Altenburger Land fuhr die AfD Ergebnisse von über 25 Prozent ein und landete damit knapp hinter der Union. Im kompletten Wahlkreis Gera/Greiz/Altenburger Land ist die AfD mit 27,1 Prozent nur knapp Zweiter hinter der CDU (27,3 Prozent). Das Direktmandat im Wahlkreis holte Volkmar Vogel von der CDU (30,4 Prozent) vor AfD'ler Robby Schlund (27,3 Prozent). Linke und SPD landeten in Gera und in den Ostthüringer Kreisen weit abgeschlagen hinter CDU und AfD - mit einer Ausnahme: In Jena war die AfD mit 14,4 Prozent der Zweistimmen schwächer als im restlichen Ostthüringen. Sie wurde hinter der CDU (23 Prozent) und der Linken (22,8 Prozent) drittstärkste Kraft.

50 Prozent AfD-Wähler in Karlsdorf

In einigen Ostthüringer Gemeinden fuhr die AfD satte Mehrheiten ein. Das beste Ergebnis erzielte die Partei in Karlsdorf (Saale-Holzland-Kreis / 93 Wahlberechtigte) mit 50 Prozent der Stimmen. Aber auch in einigen größeren Gemeinden wie Lichte (Kreis Saalfeld-Rudolstadt / 1.311 Wahlberechtigte) erzielte die Partei starke Ergebnisse (36,1 Prozent). Die Wahlbeteiligung war in Ostthüringen mit 79,9 Prozent in Jena thüringenweit am höchsten, in Gera und im Altenburger Land lag sie mit je 72,1 Prozent in Ostthüringen am niedrigsten.

Wahlbeteiligung in Thüringer Wahlkreisen

Altenburger Land77 Altenburger LandZweitstimmeStand: 117 von 117 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 72,1 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige28,916,112,327,52,37,65,3Greiz76 GreizZweitstimmeStand: 182 von 182 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 76,0 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige30,215,711,325,62,88,65,8Saale-Orla-Kreis75 Saale-Orla-KreisZweitstimmeStand: 172 von 172 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 75,2 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige28,516,512,226,52,77,26,3Saale-Holzland-Kreis74 Saale-Holzland-KreisZweitstimmeStand: 173 von 173 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 76,9 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige30,016,911,723,53,38,56,2Saalfeld-Rudolstadt73 Saalfeld-RudolstadtZweitstimmeStand: 169 von 169 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 73,5 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige26,416,412,227,03,17,67,4Sonneberg72 SonnebergZweitstimmeStand: 92 von 92 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 70,8 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige29,716,113,325,62,86,65,8Weimarer Land71 Weimarer LandZweitstimmeStand: 156 von 156 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 76,4 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige31,314,411,623,73,68,56,9Ilm-Kreis70 Ilm-KreisZweitstimmeStand: 137 von 137 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 76,1 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige26,815,913,425,04,17,87,0Hildburghausen69 HildburghausenZweitstimmeStand: 116 von 116 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 73,6 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige30,116,113,125,22,96,36,3Sömmerda68 SömmerdaZweitstimmeStand: 113 von 113 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 73,5 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige29,816,311,924,22,97,77,1Gotha67 GothaZweitstimmeStand: 161 von 161 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 73,5 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige28,715,514,523,23,47,67,1Schmalkalden-Meiningen66 Schmalkalden-MeiningenZweitstimmeStand: 171 von 171 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 73,1 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige32,015,914,021,63,66,86,1Kyffhäuserkreis65 KyffhäuserkreisZweitstimmeStand: 122 von 122 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 71,7 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige26,018,614,625,02,47,26,2Unstrut-Hainich-Kreis64 Unstrut-Hainich-KreisZweitstimmeStand: 129 von 129 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 71,7 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige30,614,914,423,23,27,85,8Wartburgkreis63 WartburgkreisZweitstimmeStand: 184 von 184 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 74,8 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige31,115,414,322,53,36,66,9Nordhausen62 NordhausenZweitstimmeStand: 118 von 118 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 70,0 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige28,017,516,521,13,57,16,2Eichsfeld61 EichsfeldZweitstimmeStand: 154 von 154 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 76,8 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige43,99,211,318,23,38,55,7Eisenach56 EisenachZweitstimmeStand: 48 von 48 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 73,0 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige25,318,115,019,04,87,610,2Weimar55 WeimarZweitstimmeStand: 71 von 71 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 75,9 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige25,719,313,816,19,98,56,8Suhl54 SuhlZweitstimmeStand: 34 von 34 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 71,7 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige25,723,313,219,93,77,66,5Jena53 JenaZweitstimmeStand: 102 von 102 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 79,9 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige23,022,813,514,410,29,56,7Gera52 GeraZweitstimmeStand: 88 von 88 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 72,1 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige22,620,710,528,53,08,36,3Erfurt51 ErfurtZweitstimmeStand: 181 von 181 WahlbezirkenWahlbeteiligung: 75,6 %in %CDUDIE LINKESPDAfDGRÜNEFDPsonstige25,219,614,418,57,08,66,7unter 72 %72 % bis unter 74 %74 % bis unter 76 %76 % und mehr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | 25. September 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2017, 20:43 Uhr

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7 Kommentare

27.09.2017 09:25 Rademacher 7

Die vielen Probleme Geras haben nichts mit Flüchtlingen oder der Politik von Frau Merkel und den Bundesregierungen der letzen 12 Jahre zu tun, sondern sind eine Folge seit über 20 Jahren unfähiger zumeist linker und sozialdemokratischer Kommunalpolitiker (die aber lange Zeit immer wieder gewählt worden!) und nicht vorhandener Wirtschaftsförderung! Warum sind nie ernsthaft Gewerbegebiete wie in den vielen kleinen Nachbargemeinden Geras ausgewiesen und gefördert worden? Warum sind Unternehmen mit überhöhten Steuern aus der Stadt ferngehalten oder gar vertrieben worden? Warum wurde das Geld stets zum Fenster rausgeworfen bis zur Fastpleite? Dass die AfD in Gera stärkste Kraft geworden ist, ist eine Protestwahl gegen jene Missstände gewesen. Allerdings richtet sich der Protest gegen die Falschen und stärkt eine Partei, in deren Reihen Rassisten, Nationalisten und Reaktionäre nicht nur geduldet werden, sondern groß Karriere machen. Von der ständigen Fäkalsprache mal ganz zu schweigen.

26.09.2017 10:59 observer 6

Wir haben eine beschämende Demokratiekrise. Mit einer gewesenen, von der FDJ (Kaderschmiede der SED !!!) kommenden Sekretärin für Agit-Prop an der Spitze der Bundesregierung war anderes nicht zu erwarten. Personenkult wie unter Honecker. Die SPD (im Osten erst nach der Wende wiedergegründet, weil unter der SED 43 Jahre verboten) will kein Gegengewicht zu Merkel sein und zieht Schmusekurs mit ihr vor, der ihr jetzt voll auf die Füße fiel. Was anderes als Empörung kann man da erwarten? Ohne all den etablierten Politmurks kämen die AfDler als Wutbürger nie als Alternative in die Parlamente. Nun sind sie drin und werden den gewesenen GroKoisten die Hölle heiß machen. Die sind allein selber schuld.

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