Ost-Thüringen

Bilanz : Schott schließt Geschäftsjahr mit Minus ab

Die Aufgabe der Solarzellen-Produktion in Jena hat dem Spezialglas-Hersteller Schott im vergangenen Geschäftsjahr ein kräftiges Minus beschert. Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, erwirtschaftete er einen Fehlbetrag von 278 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr davor hatte Schott noch einen Überschuss von 109 Millionen Euro erzielt. Der Fehlbetrag im letzten Jahr resultiere im Wesentlichen aus dem aufgegebenen Geschäftsfeld der multikristallinen Photovoltaik. Wegen eines schwierigen Marktumfeldes, das unter anderem durch Überkapazitäten und billige Solarzellen aus Asien bestimmt wurde, hatte Schott Solar im Frühjahr 2012 die Wafer-Fertigung in Jena eingestellt. Das Werk war erst knapp vier Jahre zuvor eingeweiht worden.

Gebäude des Spezialglasherstellers Schott
Gab die Wafer-Fertigung in Jena im Jahr 2012 auf: Schott Solar

Der Umsatz des Konzerns sank im abgelaufenen Geschäftsjahr um fünf Prozent auf rund zwei Milliarden Euro. Das Geschäftsjahr endet am 30. September. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Schott nach Angaben seines Vorstandschefs Udo Ungeheuer mit schwarzen Zahlen. "Wir sehen Schott gut aufgestellt", sagte er. Positiv stimme ihn, dass der Konzern weit mehr als die Hälfte seines Umsatzes in Bereichen erwirtschafte, bei denen er weltweit zu den führenden Anbietern gehöre. Dazu zählten Kochplatten, Pharmaverpackungen und Airbagzünder. Wachstum werde vor allem in Asien erwartet.

Insgesamt rechnet Ungeheuer für 2012/13 mit einem Plus beim Konzernumsatz von drei Prozent und einem Konzernüberschuss im zweistelligen Bereich. "Die Belastungen aus der Solarbranche sind dieses Jahr verarbeitet worden", ergänzte Vorstandsmitglied Klaus Rübenthaler.

Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2013, 21:25 Uhr

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