Jena Clubs wollen stärker gegen sexuelle Belästigung vorgehen

Nach einem offenen Brief junger Frauen wollen Jenaer Clubbetreiber stärker gegen sexuelle Belästigung vorgehen. Das sagten die Clubvertreter bei einem Treffen mit den Initiatorinnen des Briefes am Dienstag zu. Nach Mitteilung der Stadt sei den Clubs das Problem sexueller Belästigung in ihren Einrichtungen bekannt. Zu den Tätern könne nur eines verallgemeinert werden: Je mehr Alkohol, umso mehr falle die Hemmschwelle. Laut Mitteilung wiesen die Betreiber daraufhin, dass Übergriffe dem Sicherheitspersonal und dem Barpersonal gemeldet werden können. Nur diesen Hinweisen könne dann gefolgt werden. Dann müsse konsequent durchgegriffen werden.

Die Hemmschwelle, einen Übergriff zu melden, sei aber hoch. Auch wenn oft Frauen zum Personal gehören - keiner spreche gerne mit Fremden über das Thema sexuelle Belästigung. Auch eine der betroffenen Frauen hatte eingeräumt, dass sie sich nach den Übergriffen nie an den Sicherheitsdienst der Clubs gewandt hat. Der Grund: Sie hatte die Befürchtung, nicht ernst genommen zu werden. Bei dem Treffen am Dienstag sei deshalb vereinbart worden, verstärkt für ein Klima zu sorgen, in welchem Übergriffe tabu sind. Dazu würden verschiedene Ideen geprüft.

In dem offenen Brief prangerten Frauen sexuelle Belästigung in alternativen Clubs an. Das Schreiben ging unter anderem an das "Kassablanca" und den "Rosenkeller". In dem Schreiben heißt es unter anderem: "Ab einer bestimmten Uhrzeit werde ich oft gegen meinen Willen angefasst, geküsst, belästigt. ... Das Problem gibt es nicht nur bei euch [gemeint sind die alternativen Clubs, die Redaktion], aber ich glaube, dass ich bei euch auf Gehör treffe."

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2017, 12:23 Uhr

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6 Kommentare

12.01.2017 20:36 Agnostiker 6

@ 5: Das hat die Dam_In ja auch gemacht. Aber wenn man "in typisch deutschem Gehabe" wegen jedem quersitzenden Furz zur Polizei rennt, muss man sich nicht darueber wundern, von denen nicht mehr ernst genommen zu werden.

12.01.2017 13:56 Grosser, Klaus 5

Das bei zukünftigen Belästigungen etwas passiert, müssen sich die Frauen aber auch trauen, diese zu melden und nicht wieder nur einen Offenen Brief schreiben. Sonst bleibt es bei einer Behauptung mit einem bitteren Beigeschmack.

11.01.2017 23:40 Mediator an steffen (2) 4

Lieber Steffen ich muss Ihnen leider ein mangelhaftes Leseverständnis attestieren!

Zunächst einmal scheinen Sie nicht zu wissen, dass <alternativ> in Bezug auf Musikrichtungen nicht bedeutet, dass da eine rot-rot-grüne Band auftritt.
Vermutlich ist Ihnen aber nicht einmal klar, dass sich die Abkürzung rot-rot-grün auf Parteien mit teilweise völlig unterschiedlichen politischen Inhalten bezieht und es dumm wäre diese Parteien unter dem Sammelbegriff "alternativ" subsumieren zu wollen.

Zurück zum Artikel, den ich hier auszugsweise zitiere:

"[Ich werde oft sexuell belästigt.] Das Problem gibt es nicht nur bei euch [gemeint sind die alternativen Clubs, die Redaktion], aber ich glaube, dass ich bei euch auf Gehör treffe."

Die zitierte Dame weist also ausdrücklich darauf hin, dass es sich um ein allgemeines Problem in Clubs verschiedenster Stilrichtungen handelt und dass sie bei den alternativen Clubs bessere Erfolgsaussichten sieht, mit ihrer Beschwerde auf Gehör zu stoßen.

11.01.2017 23:26 Thüringer Original 3

Naja, wenn die Dame schon keine Verhältnismäßigkeit kennt, kann sie demnächst ja über die Presse publik machen, ob die Clubs nun auch ohne Zuruf eingereifen oder ob sich das Problem von sich aus schon erledigt hat.

11.01.2017 15:41 steffen_jg63 2

Dass die lieben Alternativen dermaßen Testosteron-gesteuert sind, hätte ich nicht vermutet. Ich dachte immer, die Typen denken mit dem Kopf.

11.01.2017 13:46 Bernd 1

Da denkt man immer Jena ist eine weltoffene Stadt wo man sich für die Rechte der Frauen einsetzt und dann erfährt man SOWAS! Pfui!