Gera-Altenburg Nach rassistischen Angriffen: Theaterleute wollen weg

Am Theater Altenburg-Gera haben vier Mitarbeiter und Künstler ihre Verträge nicht verlängert, weil sie mehrfach rassistisch beleidigt worden sind. Die Verträge laufen daher zum Ende der Spielzeit im nächsten Sommer aus. In einem Schreiben des Geschäftsführers und des Generalintendanten an die Gesellschafter und Aufsichtsräte heißt es, die Mitarbeiter seien aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer Sprache verbal angegriffen worden. Für sie sei nun die Toleranzgrenze erreicht.

Theater Gera
Das Theater in Gera Bildrechte: IMAGO

Wie Generalintendant Kay Kuntze MDR THÜRINGEN sagte, wurde beispielsweise ein gebürtiger Deutscher mit asiatischen Wurzeln mehrfach beleidigt. Kuntze sagte, er sei bestürzt. Dabei sei das Theater ein multikulturelles Haus. Jeder sechste der 300 Mitarbeiter sei ein Ausländer. Im Ballett gebe es eine einzige Deutsche, so der Intendant. Er habe die Opfer der Beleidigungen ermuntert, Strafanzeige bei der Polizei zu stellen. Das hätten die Betroffenen aber abgelehnt, um nicht als Opfer stigmatisiert zu werden.

Geras Oberbürgermeisterin Viola Hahn sagte MDR THÜRINGEN, das Theater lebe von der Vielfalt der Nationen, und Gera sei eine weltoffene Stadt. Die Stadt werde sich um den Vorgang kümmern. Der Chef des Opfer-Vereins "Mobile Beratung in Thüringen" (Mobit), Sandro Witt, sprach von einem "Armutszeugnis" für die Stadt.

Zuletzt aktualisiert: 28. Dezember 2016, 13:51 Uhr

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127 Kommentare

30.12.2016 13:18 Harry 127

Merkwürdig. Ich könnte schwören, da war gestern noch ein zweiter, aktuellerer Artikel zu dem Thema. Stichworte NIchtverlängerung wegen "verändertes Klima" und Reaktion des Stadrats. Was mag da wohl passiert sein, das dieser ältere Bericht wieder nach oben gerutscht ist?

Anm.d.Red.: Er ist auf der Hauptseite von MDR THÜRINGEN zu finden. Aufgrund der aktuelleren Artikel ist er inzwischen in der Rubrik "Weitere Meldungen und Tweets" gelandet. Viele Grüße

30.12.2016 11:10 B. Wand 126

@ 124, Dreißiger: „Sie "Schlau"meier? … Richtig lesen bildet!“ Aber ich habe doch richtig gelesen: Sie behaupten in Nr. 118 zu Anstand und Denken erzogen worden zu sein. Schon vergessen? Oder wollen Sie selbst – wie Sie mit Anstand in Nr. 119 schreiben - den „Brüller der Tages“ abliefern und den 1. April vorfeiern? Lesen Sie einfach noch mal völlig unaufgeregt meinen dreizeiligen Kommentar in Nr. 120.