Prädikat : Uniklinik Jena darf sich Onkologisches Zentrum nennen
In den bundesweit 48 Onkologischen Zentren wird das Wissen aller Ärzte gebündelt, die an der Krebsbehandlung beteiligt sind, um den Patienten bestmögliche Heilungschancen zu gewährleisten. Das Universitätsklinikum in Jena ist nun eines davon: In dieser Woche wurde das Tumorzentrum von der Deutschen Krebsgesellschaft in den Kreis aufgenommen.
Vor der Vergabe des Prädikats hat die Krebsgesellschaft die Strukturen und Abläufe bei der Behandlung von Krebspatienten in Jena überprüft. Der Direktor des Tumorzentrums, Andreas Hochhaus, erläuterte: "Alle Tumorpatienten werden in einem klinischen Krebsregister erfasst, so dass wir auch aus den Erfahrungen, die wir bei der Behandlung von Tumorpatienten haben, lernen können für die Zukunft. Das ist eine der wichtigsten Kriterien, die die Krebsgesellschaft an ein Onkologisches Zentrum stellt."
Verschiedene ärztliche Disziplinen werden zusammengeführt
Was die Krebsgesellschaft außerdem würdigte: In Tumorkonferenzen finden sich Ärzte verschiedener Fachabteilungen, Kliniken und Institute zusammen, um gemeinsam den Krankheitsverlauf einzelner Patienten zu besprechen. Auch externe Ärzte können sich per Telefonkonferenz einschalten. Harald Schmalenberg, der geschäftsführende Oberarzt, erklärt es so: "Der Internist hat einen anderen Blick auf das Problem, als der Chirurg. Und es ist sehr wichtig, diese verschiedenen Sichten zusammenzuführen."
Das Jenaer Klinikum behandelt nach eigenen Angaben jährlich über 30.000 Menschen mit Tumorerkrankungen, die meisten davon ambulant. Bei etwa 1.500 Krebspatienten pro Jahr ist zum ersten Mal ein Tumor diagnostiziert worden. Das Tumorzentrum vereint 16 einzelne Kliniken und Fachabteilungen, sieben Institute sowie die fünf bereits zertifizierten Organkrebszentren.
