Point-Alpha-Preis Schäuble für Verdienste um Einheit und Europa geehrt

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist am Sonntag mit dem Point-Alpha-Preis 2015 ausgezeichnet worden. Damit ehrte das Kuratorium Deutsche Einheit das Lebenswerk des CDU-Politikers für die deutsche und europäische Einigung.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble spricht am 21.06.2015 in Geisa anlässlich der Verleihung des Point-Alpha-Preises.
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Die Präsidentin des Kuratoriums, die frühere Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU), würdigte Schäuble in ihrer Laudatio als großen Patrioten und Europäer. Durch seine Vita verbinde er "in vorbildlicher Weise" den Gedanken der Wiedervereinigung Deutschlands und der Einheit Europas. Schäuble sei ein Politikgestalter und Staatsdiener, ein Mann, der aus innerster Überzeugung, mit nüchternem Verstand und glühendem Herzen für Frieden und Freiheit eintrat, so Lieberknecht. Er habe als Zeitzeuge große Geschichte geschrieben, stehe aber immer noch im Feuer.

Schäuble: Wiedervereinigung gut gelungen

Schäuble wiederum verwies in seiner Dankesrede auf die Umwälzungen, die insbesondere Ostdeutschland seit der Wiedervereinigung 1990 bewältigt hat. Mit dem Einigungsvertrag sei ein jahrzehntelang geteiltes Land zusammengeführt worden. Das sei damals Neuland gewesen und insgesamt gut gelungen, sagte er. Die deutsche Einheit sieht Schäuble auf Auftrag für die Einigung Europas. Nur als im Inneren starke westliche Wertegemeinschaft könne Europa auch nach außen wirken, beispielsweise der Ukraine helfen oder Antworten auf globale Fragen geben. Notwendig sei es jedoch innerhalb Europas, vereinbarte Regeln einzuhalten und nicht aufzuweichen.

Preis ging an Politiker und Bürgerrechtler

Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Er war im Jahr 2005 erstmals verliehen worden, und zwar an den früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow, den ehemaligen US-Präsidenten George Bush sen. und den früheren Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). In den folgenden Jahren wurden unter anderem die Bürgerrechtsbewegung der DDR, der frühere tschechische Staatspräsident Václav Havel und Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt ausgezeichnet.

Die Thüringer CDU kritisierte am Sonntagabend Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke), weil der nicht an der Veranstaltung teilgenommen hatte. Dass Ramelow lieber ein Reitturnier besuche anstatt die Preisverleihung, passe nicht "zu seinen vollmundigen Aussagen zur Aufarbeitung", erklärte der stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Christian Hirte.

Die bisherigen Preisträger 2005: Michail Gorbatschow, George Bush sen., Helmut Kohl

2008: Václav Havel

2009: die Bürgerrechtsbewegung der DDR

2010: Helmut Schmidt

2011: Felipe Gonzalez, ehm. Ministerpräsident Spaniens

2013: Lech Walesa

2014: Miklós Nemeth, ehem. Regierungschef Ungarns

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2015, 19:43 Uhr

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38 Kommentare

23.06.2015 12:30 Werner Brech 38

Die beste Laudatio, die ich seit langem gehört habe. Sollte sich jeder nochmal zu Gemüte führen und die Zeit passieren lassen. Von mir werden fünf Sterne vergeben.

23.06.2015 10:20 Rademacher 37

Was für eine Hetze und eine verdrehte Geschichtswahrnehmung in den Kommentaren. Sind denn nur noch Trolle, Wutbürger und Kommunisten hier unterwegs? Ich sage jedenfalls DANKE Herr Schäuble, er hat einen wichtigen Beitrag zur deutschen Wiedervereinigung geleistet und ist auch sonst eine souveräne Persönlichkeit. Einer der besten Politiker, die Deutschland derzeit hat. Seit vielen Jahren dient er unserem Land, und das erfolgreich. Ohne ihn und seine solide Finanzpolitik wäre unser Land nicht so gut durch die Euro- Krise gekommen. Die "Schwarze Null" ist ein großer Erfolg.

23.06.2015 08:56 Prinz 36

Mit einem solchen Preisträger zieht man unweigerlich jeden Preis in den Schmutz. Ich erinnere kurz an das Weltbild des Herrn Schäuble: "Der Irak-Krieg war eine schlechte Lösung. Eine noch schlechtere Lösung wäre aber eine gedemütigte Weltmacht gewesen." Auf deutsch in etwa "mehrere hunderttausend Tote sind nicht ganz so schlimm wie das Eingeständnis einer Lüge durch die Bush-Regierung". Ich würde mich schämen, so einem einen Preis zu geben. Andererseits hatte Bush Senior den Preis ja auch bekommen. Da ist Schäuble schon wieder in guter (?) Gesellschaft...

22.06.2015 18:33 Elke 35

Ob dieser Preis oder der Karlspreis. Die meisten Preise wurden mehr oder weniger von den gleichen Leuten ausgelobt. Dann kann man sich gegenseitig immer wichtiger machen und die Masse glaubt, dass das was mit "guter" Politik zu tun hätte. Für mich ist das alles Selbstbeweihräucherung!

22.06.2015 15:46 Alfred Schneider 34

Welche Einheit Deutschlands ist denn gemeint ? Der angebliche Beitritt der sog. neuen Länder, welche am 14.10.1990 gegründet wurden und gemäß des am 29.09.1990 gestrichenen Artikel 23 GG der BRD am 03.10.1990 beigetreten sind ?? Leute wacht auf, es gab keine Wiedervereinigung.

22.06.2015 15:35 von Faltin 33

Diese Lobeshymnen erinnern stark an die DDR. Hatte mit der Wirklichkeit auch nichts zu tun. Die Genossen loben sich halt gegenseitig gern. Die Orden fehlen noch.

22.06.2015 14:03 hag 32

@23. Liberaler: Schäuble ist ein hervorragender Politiker, der sich permanent für die deutschen Interessen einsetzt und ein kompetenter Finanzminister ist. Gut getrollt, aber sie sollten mal dringend ihr Realitätsverzerrungsfeld neu justieren, es hat bereits den Maximalabstand erreicht.^ Schäuble hat als Finanz- u Wirtschaftspolitiker nur den (Juristen)Hammer und jedes Problem wird ihm zum Nagel (meint er hat von Ökonomie keine Ahnung) siehe Griechenland; jahrelange Krise und unsere Medizin wirkt nicht sondern schadet sogar? Ok mehr davon!

22.06.2015 08:35 Christa Frohn 31

Guten Tag, das ist genau die Art der Berichterstattung, die in mir oft den Eindruck der Komplizenschaft erweckt. Verdienste um Europa? Es kommt mir derzeit wieder einmal eher wie Satire vor, wenn sich die Mächtigen gegenseitig mit Preisen überhäufen, während Europa offenbar gerade an die Wand gefahren wird. mfG Christa Frohn

22.06.2015 07:34 Max Power 30

Ich lasse die Worte des Geehrten einfach mal für sich sprechen: "Wir haben 1990 die Wiedervereinigung mit der ehemaligen DDR, mit Mitteldeutschland, erreicht. Wenigstens das. Der Preis war hoch. Wir mussten uns mit der Oder-Neiße-Grenze abfinden. Und niemand kann Ihnen […] Wir haben uns mit der Grenze abfinden müssen […] es ist so […] aber mit dem Verlust der Heimat der Deutschen im Osten finden wir uns nicht ab […] Das kann niemand verlangen." - auf dem Deutschlandtreffen der Schlesier unter dem Motto "In Verantwortung für Schlesien", 8./9. Juli 1995 in Nürnberg, zu sehen in einem Ausschnitt aus dem Film "Deckname Dennis", BRD, 1996 Und so jemand bekommt einen Preis für die „Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas in Frieden und Freiheit“?

22.06.2015 07:22 sorglos 29

Der Mann, der Minister Krause damals einen Einigungsvertrag unterschreiben ließ, der den defacto Ausverkauf der neuen Bundesländer zum Inhalt hatte. Ein Mann, der genau wußte, welche "Gefahr" von ostdeutschen Firmen, die gefragte Waren herstellten, für westdeutsche Konzerne ausging. Er beschreibt das auch noch arrogant in seinem Buch. Herr Kohl ist der "Kanzler der Einheit", Herr Schäuble bekommt einen Preis für die Einheit... merken die alle noch, wie Geschichte hier verdreht wird? Die haben ihren Freunden den Osten verkauft, die letzten Industrien an die Wand gefahren, tausende Menschen aus der Existenz vertrieben und dafür werden sie geehrt? Werden wir nur noch von Geschichtsklitterern veralbert?