Würdigung für Verdienste um deutsche Einheit Point-Alpha-Preis für Biermann

Der Liedermacher und frühere DDR-Dissident Wolf Biermann erhält den diesjährigen Point-Alpha-Preis. Biermann sei ein Künstler und leidenschaftlicher Streiter für Frieden und Freiheit", begründete die Präsidentin des Kuratoriums Deutsche Einheit, Christine Lieberknecht, am Freitag die Preisvergabe. Er sei sich "unbeeindruckt von ideologisch festgezurrten Lügen" jahrzehntelang treu geblieben.

Der mit 25.000 Euro dotierte Preis würdigt Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas. In den vergangenen Jahren waren unter anderem die Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl und Helmut Schmidt und die früheren Präsidenten Polens und Tschechiens, Lech Walesa und Václav Havel, damit geehrt worden.

Mit den unbequemen Wahrheiten in seinen Liedern und literarischen Texten ist er ein unerbittlicher Verfechter unserer Demokratie und westlichen Wertegemeinschaft.

Christine Lieberknecht vom Kuratorium Deutsche Einheit über Wolf Biermann
Liedermacher Wolf Biermann zu Gast im Studio bei MDR THÜRINGEN für die Aufzeichnung der "Kulturnacht" mit Chefredakteur Matthias Gehler.
Wolf Biermann im Dezember 2016 bei MDR THÜRINGEN, hier mit Chefredakteur Matthias Gehler Bildrechte: MDR/Karsten Heuke

Der heute 80-jährige Biermann hatte den Machthabern in der DDR mit poetisch-subversiven Texten die Stirn geboten. Daraufhin wurde er 1976 ausgebürgert - er durfte nach einem Konzert in Köln nicht in die DDR zurückkehren. Diese Ausbürgerung sei eines der prägendsten Ereignisse für die DDR-Opposition und Initialzündung für eine zunehmend offene Kritik am SED-Regime gewesen, hieß es in der Erklärung des Kuratoriums Deutsche Einheit vom Freitag.

Der Preis wird am 17. Juni in der Gedenkstätte Point Alpha an der hessisch-thüringischen Grenze vergeben.

Über dieses Thema berichtet der MDR auch im: MDR Kultur | 07.04.2017 | Nachrichten | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. April 2017, 18:41 Uhr

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9 Kommentare

08.04.2017 12:34 Atze 9

@Insider: und nicht nur die Point Alpha Stiftung wird verhoehnt, sondern die NVA- Soldaten, die unbedarft ihre junges Leben an diesem herausragenden Punkt eingesetzt haben.Ich weiss, wovon ich spreche, habe selbst in meiner Verwandtschaft so einen, der mit 19 dort war.Nach der Wende war ich dort und habe mir alles angesehen.Die Soldaten konnten die Panzer und Flugzeuge gar nicht sehen. Das war ihnen gar nicht richtig bewusst. Die Gefahr ging ja von der Nato und vom Warschauer Vertrag aus, wenn es dort geknallt haette...wäre es zum 3. Weltkrieg gekommen. Leider hat man die Zeugen in Form von Kasernen usw. sofort beseitigt, während auf der Westseite alles zum Gedenken ausgebaut wurde. Unbefriedigend.

08.04.2017 12:06 insider 8

Frau Lieberknecht zeigt mit dieser Auszeichnung , dass Sie in 27 Jahren nichts dazu gelernt hat. Dieser Preisträger ist eine Verhöhnung der Point Alpha Gesellschaft und führt diese ad absurdum. Da hätte man auch gleich Herrn Höcke auszeichnen können. Der ist genau so peinlich. Schade, wieder eine Chance verpasst der Gesellschaft echte Werte zu vermitteln.