Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD)
Innenminister Georg Maier (SPD) Bildrechte: dpa

Der neue Innenminister im Porträt Wer ist Georg Maier?

SPD-Politiker Georg Maier ist seit wenigen Tagen der neue Thüringer Innenminister. Doch wer genau ist der Familienvater eigentlich? MDR THÜRINGEN hat mit dem neuen Mann an der Regierungsspitze über die neue Aufgabe, sportliche Ziele und Abstriche beim Privatleben gesprochen.

von Jörg Thiem

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD)
Innenminister Georg Maier (SPD) Bildrechte: dpa

"Das Krankenhaus, in dem ich zur Welt gekommen bin", erzählt Georg Maier MDR THÜRINGEN, "stand nur wenige Meter von der Schweizer Grenze entfernt." Vielleicht hat es den Badener auch darum später zum Studium an die Universität in St. Gallen geführt. Dort und an der Uni Mannheim studierte er zwischen 1988 und 1994 Betriebswirtschaftslehre. Schon 1995 begann seine berufliche Laufbahn in Erfurt bei der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben.

Viel Lesestoff für den neuen Minister

Bis zum Aufstieg als Thüringer Innenmister Ende August 2017 war der stets gut gekleidete und sportlich aussehende Maier u.a. bei der KfW-Bankengruppe und zuletzt im Thüringer Wirtschaftsministerium Staatssekretär. Maier ist verheiratet und hat drei Kinder. "Jetzt als Innenminister," sagt er, "wird er noch weniger Zeit für die Familie haben." Aber seine Frau sei Kummer gewöhnt, sagt er weiter und lächelt freundlich. "Sie und die Kinder wissen aber wie ich bin, wenn ich eine neue Aufgabe angehe."

Wolfgang Tiefensee
Wolfgang Tiefensee ist Maiers ehemaliger Chef Bildrechte: IMAGO

Sein ehemaliger Chef im Thüringer Wirtschaftsministerium, Wolfgang Tiefensee, sagte MDR THÜRINGEN: "Ich habe ihn als einen Menschen kennen gelernt, der unglaublich kontaktfreudig ist, der sich sehr schnell in sehr komplizierte und komplexe Sachverhalte einarbeiten kann. Der sehr gründlich überlegt, ehe er Entscheidungen fällt und dann am Ende sehr durchsetzungsstark ist." Diese Eigenschaften werden dem neuen Innenminister in den nächsten Tagen helfen, sich einzuarbeiten, wenn es um Geheimdienste, Polizei, Kommunales Recht, Verwaltungsreformen oder um so etwas Komplexes wie eine Gebietsreform geht. Maier sagt selber, dass er viel lesen muss, aber jetzt ist er nun einmal in dieser Position und da gelte es sich einzuarbeiten.

Aktiv im Sport und auf Facebook

Mike Mohring, der Oppositionsführer von der CDU im Thüringer Landtag, bescheinigt ihm zunächst: Es  sei ein sympathischer, netter Mensch. Mohring schiebt dann aber nach: "ob das ausreicht, um Innenminister zu sein, muss sich erst noch herausstellen."

Die Läufer um 6 Uhr beim Start in Eisenach.
Maiers sportliches Ziel: Einen ganzen Marathon laufen Bildrechte: MDR/Sascha Mönch

Als Halbmarathonläufer, Wanderer und leidlich guter Fußballer ist es Georg Maier aber vertraut, die Zähne zusammen zu beißen, erzählt er. Auf solche Sportarten will er auch in Zukunft nicht verzichten. Bisher habe er, so der 50-Jährige, lediglich Halbmarathons absolviert, natürlich auch auf dem Rennsteig. Sein Ziel sei es aber, auch mal einen Marathon zu laufen. Die Personenschützer hören es und nehmen es kommentarlos hin. Aber Georg Maier ist nicht nur sportlich, er ist auch bei Facebook. Und das sehr aktiv. "Das mach ich sehr gerne, ich drücke mich dadurch aus, kann meine Erlebnisse so gut verarbeiten. Und bekomme auch Rückmeldungen durch die Kommentare. Dadurch kann ich auch besser verstehen, wie die Leute hier in Thüringen ticken. Großen Erfolg hatte Maier jetzt mit einem kleinen Video, das er gepostet hatte. Da hatte er Aufnahmen aus Thüringen drin, die in den letzten zwei Jahren entstanden waren.  Das Video wurde über 10. 000 Mal angeklickt. "Das hätte ich nie gedacht", erzählt Maier ganz euphorisch.

Bevor er sich verabschiedet, muss die Frage erlaubt sein, ob er als Thüringer Innenminister, auch mal ganz einfach mit ein paar Freunden oder Kollegen ein Bier trinken gehen kann. "Das geht schon", sagt er mit Blick auf den Personenschützer und fügt hinzu, "also es gibt schon noch einen Rest an Privatleben."

Über dieses Thema berichtet MDR THÜRINGEN auch im Programm: MDR THÜRINGEN JOURNAL | 30.08.2017 | 19:00 Uhr
MDR THÜRINGEN - Das Radio | 30.08.2017 | Nachrichten | ab 10:30 Uhr

Quelle: MDR THÜRINGEN

Zuletzt aktualisiert: 01. September 2017, 20:35 Uhr

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1 Kommentar

02.09.2017 04:36 Rette sich wer kann 1

Erneut ein Minister aus den alten Bundesländern der sich in Thüringen gar nicht auskennt. Hier geht bestimmt alles wieder schief. Sein Staatssekretär aus Schwarzbach eine Gemeinde in Thüringen mit einer Einwohnerzahl von circa 300 soll dort Bürgermeister gewesen sein. Leider ist da mit der Einheit auch nur die Schlossbrauerei Schwarzbach GmbH aus DDR-Zeiten übrig geblieben. Wenn hier eine perfekte Verwaltungs- und Gebietsreform zu Stande kommen soll werde ich ab dieser Zeit " Kirchgänger" werden. In dem "Krankenhaus " wo der SPD-Minister zur Welt kam und in St. Gallen wo er studiert hat wird uns Thüringer Bürger nicht im Geringsten helfen. Zumal der derzeitige Ministerpräsident B. Ramelow aus Oberhessen zu uns kam und uns hier seine Linken- Strategien präsentiert. Die Finanzministerin Taubert soll ja aus Dresden sein und jetzt hier Wunder vollbringen wollen. Die SPD ist in Thüringen wirklich nicht gut aufgestellt, da die Kenntnisse zur Thüringer Heimat ganz klar fehlen.

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