Thüringen

Thüringen : 13 Vorschläge für Pumpspeicherwerk-Standorte

In Thüringen eignen sich 13 Standorte für den Bau von neuen Pumpspeicherwerken. Das hat eine Analyse im Auftrag des Thüringer Wirtschaftsministeriums ergeben.

Wirtschaftsminister Matthias Machnig sagte, die nachgewiesene Eignung bedeute aber nicht, dass an allen genannten Standorten auch wirklich neue Pumpspeicher gebaut würden. Die Studie sei lediglich ein Angebot, mit dem Thüringen um interessierte Investoren werben wolle. Der SPD-Politiker geht aufgrund der hohen Investitionskosten nicht davon aus, dass alle Projekte realisiert werden.

Laut Studie kommen aber weniger die bereits vorhandenen Talsperren infrage, sondern vor allem Regionen im Thüringer Wald und im Thüringer Schiefergebirge mit Bachläufen und Flüssen. Als Standorte mit dem größten Potential gelten Lehesten im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Floh-Seligenthal im Kreis Schmalkalden und Theuern im Kreis Sonneberg. Wichtig sei bei der Studie gewesen, ob die Speicherwerke von den Anwohnern akzeptiert würden, erklärte der Minister. Die Anlagen seien mit starken Einschnitten in die Landschaft und Natur verbunden. Der mit der Untersuchung beauftragte Projektleiter Stefan Schmid sagte, keiner der Standorte sei konfliktfrei.

Thüringen will bei Energiewende vorangehen

Mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien werden in Deutschland dringend Speichermöglichkeiten für Strom gesucht. Thüringen will bei der Energiewende vorangehen und bis zum Jahr 2020 seinen Bedarf zu 45 Prozent aus Ökostrom decken. Darauf hatte sich die Landesregierung in diesem Jahr verständigt. Wirtschaftsminister Machnig hatte bereits im Frühjahr angekündigt, dass Standorte für weitere Pumpspeicherwerke geprüft werden. Dazu sollte auch untersucht werden, ob sich vorhandene Talsperren eignen.

In Thüringen arbeitet seit dem Jahr 2003 bereits ein großes Pumpspeicherwerk im südthüringischen Goldisthal im Kreis Sonneberg. Es kostete 620 Millionen Euro und wird vom Vattenfall-Konzern betrieben. Mit einer Leistung von 1.060 Megawatt ist es das größte Wasserkraftwerk Deutschlands und eines der größten in Europa. Außerdem gibt es die kleineren Pumpspeicherwerke Bleiloch und Hohenwarte.

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2011, 17:31 Uhr

1. Frank Stüber:
Das funktioniert aber nur solang es Atomkraftwerke gibt. Die liefern nachts den Strom um das Wasser wieder hoch zu pumpen. Und die Atomkraft wird langsam zurück gefahren. Das System der Nutzung von Stromüberschüssen aus Atomkraft und Kohlekraftwerken wird langfristig so nicht funktionieren. Die Jobs, die durch den Bau von Pumpspeicherwerken entstehen kann man an einer Hand abzählen. Pumpspeicherwerke nutzen nur den Eigentümern und den Betreibern. Das ist eine Gelddruckmaschine zu Lasten der Natur. Sinnvoller wäre es, den produzierten Strom effektiv in alle Bereiche Deutschlands zu verteilen. Es muss weniger Strom verbraucht werden! Neue und sparsame Technologien müssen zum Einsatz kommen und sind zu fördern. Wir sind ja ein Land von Tüftlern und Forschern. Das Geld ist in der Forschung besser angelegt.
24.04.2013
19:29 Uhr

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Pumpspeicherwerk

Bei Pumpspeicherwerken wird praktisch elektrische Energie gespeichert. Bei niedrigem allgemeinen Energiebedarf - zum Beispiel in der Nacht und damit niedrigen Strompreisen - wird Wasser von einem Becken in ein höher gelegenes gepumpt. Bei höherem allgemeinen Strombedarf und damit höheren Strompreisen wird das Wasser wieder nach unten abgelassen und treibt dabei Turbinen an, die Strom erzeugen.

Im Prinzip wird elektrische Energie in potentielle Energie umgewandelt und damit gespeichert. Bei Bedarf kann dann zeitversetzt wieder elektrische Energie erzeugt werden.

Die 13 Vorschläge:

Altenfeld (Ilm-Kreis)
Blechhammer (Kreis Sonneberg)
Ellrich (Landkreis Nordhausen)
Floh-Seligenthal (Kreis Schmalkalden)
Großbreitenbach (Ilmk-Kreis)
Lehesten (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt)
Leutenberg (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt)
Lothramühle
Reschwitz (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt)
Theuern (Kreis Sonneberg)

Drei bestehende Talsperren: Schmalwasser, Weida, Hohenleuben

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